Weil am Rhein Knetend die Stadt verbessern

Weil am Rhein (ag). Spielend die Stadt verbessern – dazu hatten nun elf junge Leute im Rahmen des Projekts „Kinderfreundliche Kommune“ Gelegenheit. Und die haben sie genutzt. Projektleiterin Michaela Rimkus ist jedenfalls begeistert von den vielen Ideen, die die Jugendlichen anhand eines Planspiels erarbeitet haben.

Das Planspiel vom Verein „Kinderfreundliche Kommune“ als Projektträger ist speziell auf Weil am Rhein zugeschnitten, gefördert wurde es vom Bauministerium. An der Jugendversion waren auch die beiden Juniorsachverständigen der Stadt, Elena Brossard und Yafet Zewde, beteiligt. Sie haben mittlerweile Verstärkung von Vanessa Becker bekommen.

Zunächst sah es gar nicht danach aus, dass der Workshop ein Erfolg werden würde. Das Interesse war gering, so dass noch am Samstagmorgen, unmittelbar vor Beginn, von den Jugendsachverständigen junge Leute mobilisiert werden mussten. Die Truppe, freut sich Michaela Rimkus, hätte sich dann aber als echter Glücksgriff erwiesen.

Elf Spielerinnen und Spieler kamen schließlich zusammen – neun aus Friedlingen und zwei aus Alt-Weil. Aufgeteilt in zwei Gruppen zogen sie Themen- und Spielkarten und deuteten ihre Ideen mit Knete auf dem Stadtplan an. Später wurden die Vorschläge gemeinsam diskutiert und auch bewertet. Das Ergebnis dieses Brainstormings kann in Teilen zurzeit im Foyer des Rathauses begutachtet werden.

Und so zeigte eine kleine Knetbrücke die Lösung für die Rückstaus am Schlaufenkreisel an. Die jungen Leute dachten dabei an ein „tolles“ Bauwerk wie den Schlaichturm.

Strandpromenade für den Rheinpark

Ein großes Thema war der Rheinpark, der den Bürgern verloren gegangen sei. Um ihn „zurückzuholen“, schlugen die Teilnehmer eine Strandpromenade, Sportgeräte, aber auch Stadtteilfeste vor. Auch konnten sie sich im Park ein Jugendzentrum für die Älteren vorstellen. Das „La Loona“, so war zu erfahren, werde eher von den Jüngeren genutzt.

Allgemein wurde Friedlingen als grau und unfreundlich empfunden. Um dies zu ändern, wollten die „Stadtplaner“ Bäume pflanzen. Aber auch eine Currywurstbude wird im Stadtteil offenbar vermisst.

Klar sprach sich die Jugend für eine Fußgängerzone zwischen Schlaufenkreisel und Bühlstraße aus. Den Zuliefererverkehr wollte sie über die Seitenstraßen abgewickelt wissen. Ein Parkhaus an der Hangkante soll die wegfallenden Stellplätze ersetzen. Für einen lebendigeren Bahnhof wünschten sich die Jugendlichen einen Kiosk, zumindest aber Wärmekabinen.

Im Dreiländergarten plädierten die „Stadtplaner“ für eine Sanierung des Trimm-Dich-Pfads sowie für eine Belebung durch Festivals – auch für jüngere Leute. Angeregt wurden zudem überdachte Bereiche auf dem LGS-Gelände und im Läublinpark.

Überdachte Bereiche in den Parks ein Wunsch

Unter dem Stichwort „Greenday at School“ verbergen sich Maßnahmen gegen die Vermüllung, für die klassenweise auch Preise vergeben werden könnten. Ein Strand am Rhein war eine weitere Idee, genauso wie ein Probe- und Talentraum oder eine Jugenddisko. Wichtig sei es den jungen Teilnehmern auch gewesen, niemanden mit ihren Aktivitäten zu stören, erklärt Michaela Rimkus.

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