Weil am Rhein Tanz vor dem Rathaus

Ingmar Lorenz

Weil am Rhein - Nach dem turbulenten Auftakt am Donnerstag ging das Internationale Bläserfestival gestern in die zweite Runde. Diesmal glücklicherweise ohne Blitz und Donner, aber nicht weniger energiegeladen. 

Dass das Kulturamt die Gruppe „Malaka Hostel“ noch kurzfristig für einen Auftritt gewinnen konnte, nachdem „Spy Kowlik“ hatten absagen müssen, erwies sich als wahrer Glücksfall. Was die sechs Männer auf der Bühne auf dem Rathausplatz boten, ging nicht nur ins Ohr, sondern in den ganzen Körper. Akzentuierte, energiegeladene Bläser-Arrangements stießen auf deutschen Hip-Hop, Rock-Riffs auf Klänge vom Balkan. Kein Wunder, dass sich der Rathausplatz in eine Tanzfläche verwandelte. Für „Malaka Hostel“ war der Aufritt beim Internationalen Bläserfest fast ein Heimspiel, ist die Gruppe doch in Freiburg verwurzelt.

Sprung über den großen Teich

Über den großen Teich ging es anschließend mit dem Auftritt von „Hazmat Modine“. Die Blues- und Rootsmusik-Band führte in ihrem Auftritt vor Augen, dass die US-amerikanische Musik ein riesiger Schmelztiegel verschiedener Einflüsse und Kulturen ist. So vereint die Band allerlei Sound und bot ein Potpourri aus Blues, Funk, R&B und Soul, bisweilen verfeinert mit einer Prise Cajun. Mit ihrem dichten und intensiven Klang boten „Hazmat Modine“ den Zuschauern ein schönes Kontrast-Programm zu „Malaka Hostel“.

Aufgrund der Erfahrung mit dem Unwetter am ersten Festivaltag entschloss sich die Stadt übrigens gestern Vormittag dazu, die Umzäunung und die Zähleinrichtung am Rathausplatz für die weiteren Konzerte nicht wieder aufzubauen.

Aufgrund des Unwetters am Donnerstagabend konnte das Konzert der Gruppe „Erwin & Edwin“ nicht wie geplant stattfinden. Denn zum einen war die Bühnen-Technik in Mitleidenschaft gezogen worden, zum anderen lud der anhaltende Regen nicht unbedingt zum Verweilen im Freien ein. Ein Konzert gab die Gruppe aber trotzdem. Denn kurzerhand wurden die Instrumente in der Rathaus-Lobby ausgepackt. Nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Musiker hatten sichtlich Spaß.

Wohnzimmer-Stimmung

So entstand ein kleines Konzert mit Wohnzimmer-Atmosphäre, bei dem das Publikum die Musiker so direkt und unverfälscht erleben konnte, wie es auf keiner Festival-Bühne möglich gewesen wäre. Und was „Erwin & Edwin“ boten war musikalisch von allererster Güte. Blasmusik traf dabei mit voller Wucht auf Gitarren-Klänge, die an eine staubige Straße in einem Wild-West-Film denken ließen.

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