Weil am Rhein Mit realistischer Zuversicht

Weil am Rhein - Der stilvolle Neujahrsempfang der Stadt Weil am Rhein, dem am gestrigen Freitagabend im proppevollen Rathaus 650 Gäste beiwohnten, war erneut das gesellschaftliche Ereignis in der Stadt. Die Rede von Oberbürgermeister Wolfgang Dietz umrahmten die Orchestergesellschaft, der Weiler Jugendchor, Musiker der Bond’s-Big-Band und die Harfenistin Luisa Greiß .

Oberbürgermeister Dietz, der Respekt und Toleranz unerlässlich für eine funktionierende Gesellschaft hält (siehe separater Bericht), unternahm eine kurzweilige Tour d’Horizon durch die Stadtpolitik und beleuchtete die wichtigsten Maßnahmen und Vorhaben.

Gewerbeansiedlung

Als erfreulich wertete der OB, dass die Stadt durch den Kauf des Lofo-Areals und durch die Entwicklung eines Gewerbeparks dem produzierenden Gewerbe wieder in absehbarer Zeit Flächen anbieten kann. „Es gehört zu den strategischen Daueraufgaben unserer Stadt, eine breit gefächerte Grundlage für zukunftsorientierte Arbeitsplätze, gesunde Unternehmen und damit für eine gute Entwicklung des Wohlstands zu schaffen“, betonte Dietz mit dem Hinweis auf die geringe Arbeitslosigkeit im Dreiländereck mit drei Prozent. Dabei hob er auch auf die wirtschaftlichen Verflechtungen im Dreiland und die vielen Pendler ab, die in Basel und der Nordwestschweiz ihren Arbeitsplatz haben. Dies begünstige eine positive Entwicklung. Der OB bezeichnete es auch als große Errungenschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, dass Weil am Rhein die Nachteile der Grenzlage überwinden konnte – wirtschaftlich und politisch. Dietz sprach mit Blick auf die guten Kontakte zur Partnerstadt Hüningen von einem „Europa des Alltags“.

Wohnungsbau

Auch auf die Herausforderung, Wohnraum sowie eine adäquate Infrastruktur mit beispielsweise ausreichend Kindertagesstätten und Schulen zu schaffen, ging er ein. Obwohl die Bevölkerung des Landes seit 1994 nur um 1,53 Prozent gestiegen sei, hat die Wohnfläche im selben Zeitraum um 29 Prozent zugenommen, was auf den wachsenden Wohlstand zurückzuführen sei. Dietz wies unter anderem auf das große Baugebiet „Hohe Straße“ hin, in dem Wohnraum für rund 1000 Menschen geschaffen wird. Allein in den zurückliegenden zwei Jahren sind in Weil am Rhein 425 Wohneinheiten neu entstanden oder genehmigt worden.

Anregung: Vorschule

Im Zusammenhangmit dem Bedarf an Kindertagesstätten und mit Blick auf die Sprachenvielfalt der Kindergartenkinder regte Dietz an, auf Landesebene über eine Vorschule für Fünfjährige nachzudenken. Dies habe sich in anderen Ländern bewährt und würde vielen Kindern den Weg in und durch das Schulsystem erleichtern.

Wichtige Projekte

Weitere bedeutende Projekte, die Dietz in seiner halbstündigen Rede streifte, waren die unvorhergesehene Kostenexplosion bei der Sanierung der Gemeinschaftsschule sowie die Verkehrsinfrastruktur und Mobilität, wobei er unter anderem auf die in diesem Jahr fertiggestellte Haltinger Nordwestumfahrung hinwies. 20 Millionen Euro sind in dieses Straßenbauprojekt geflossen, um Haltingen vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Weitere aktuelle Themen und Vorhaben, mit denen sich die Verwaltung und die Kommunalpolitiker beschäftigen: Erweiterung des Rathauses, Umgestaltung und Vergrößerung des Rheinparks, die Anschlussunterbringung von inzwischen 400 Flüchtlingen und der Bau der Dreiländergalerie. Auch das Vorhaben der Sparkasse Markgräflerland, am Messeplatz ein Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum mit 100 neuen Arbeitsplätzen zu schaffen, und das Vorhaben des St. Josefshauses Herten, im Gebiet Hohe Straße Wohnungen und ein medizinisches Versorgungszentrum zu errichten, listete der OB auf.

Am Ende rief Dietz dazu auf, die Herausforderungen mit „realistischer Zuversicht“ anzugehen, die sich aus „Optimismus in unsere Grundhaltung, Demut vor der Aufgabe und Leistungsbereitschaft im Handeln“ ableite.

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