Weil am Rhein Der Museumskreis löst sich zum Jahresende auf

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Der Museumskreis (von links): Sigrid Schulte, Verena und Werner Sänger, Siglinde und Bernhard Wißgott, Rena Hadji-Cheykh, Kerstin Klein und Karl Abing. Es fehlen Noriko Shikama und Michael Feldges Foto: zVg

Weil am Rhein (mcf/wz). Der Museumskreis Weil am Rhein hat in einer außerordentlichen Sitzung seine Auflösung zum Ende des Geschäftsjahrs beschlossen. Dies geschah einstimmig, ohne Gegenstimme, heißt es in einer Pressemitteilung. Damit endet die Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Weil am Rhein. „Die Ehrenamtlichen gehen, nun sind die Profis am Zug“, schreibt Vorsitzender Karl Abing für den Museumskreis. Zu den genaueren Gründen der Auflösung wollte er am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung keine Stellungnahme abgeben.

Nach 23 Jahren ehrenamtlicher, unentgeltlicher Arbeit fiel diese Entscheidung nicht leicht, heißt es. „Schließlich haben alle Mitglieder für ,ihr’ Museum gebrannt und Museum am Lindenplatz und Museumskreis wurden für viele Weiler zu einem Synonym. Die betreuenden Mitarbeiter und Kuratoren des Kulturamtes kamen und gingen. Die einzige Konstante war der Museumskreis.“

Kulturelles Leben bereichert

Mit mehr als 30 Ausstellungen hat der Kreis das kulturelle Leben der Stadt bereichert. Arbeitseinsätze von mehr als 1000 Stunden pro Ausstellung waren keine Seltenheit.

Entstanden aus einer Gruppe von Stadtführern erfand der Museumskreis das Heimatmuseum neu. Stets hatten die Themen einen Bezug zu Weil oder es fand sich ein Weiler Aspekt. Im Laufe der Jahre fanden so geschichtliche, kulturelle Themen der Stadt den Weg ins Museum. Berühmte Weiler oder bekannte Institutionen, wie die Feuerwehr, der Rheinhafen, die Eisenbahn oder auch die internationalen Vernetzungen der Weiler Industrie wurden anschaulich dargestellt. Die Besucher konnten in gotischen Kreuzgängen wandeln, in blaue Unterwasserwelten eintauchen oder auch in nachempfundenen Trümmerszenarien Haltingens Bombennächte nachfühlen. Der Museumskreis ergänzte seine Ausstellungen durch Rahmenprogramme mit passenden Themenabenden. Dazu kamen kostenlose Sonntagsführungen.

„MuseumsKids“ und Orden

Auch an die Museumspädagogik wurde gedacht. Der Museumskreis installierte in 2009 die „MuseumsKids“. Seit dieser Zeit werden Kinder zu Workshops eingeladen. Unter der Anleitung der Pädagogin Heidi Hajosch werden sie spielerisch an das Museum und die aktuellen Themen herangeführt. Über viele Jahre wurde diese wertvolle Arbeit durch Fundraising von Spenden allein durch den Museumskreis finanziert.

Große Wertschätzung aus der Bevölkerung erhielt der Museumskreis durch die Narrenzunft Wiler Zipfel 2016. „Als Dank und Anerkennung für ihren unermüdlichen und selbstlosen Einsatz“ wurde er mit dem Fuchs-Orden ausgezeichnet.

Kulturamtsleiter überrascht

„Das ist sehr bedauerlich“, kommentiert Kulturamtsleiter Peter Spörrer die Auflösung. So habe der Museumskreis 23 Jahre lang ganz tolle Arbeit geleistet. Per Brief wurde Spörrer am Mittwoch über das Ende des ehrenamtlichen Engagements informiert. „Das kam für mich völlig überraschend.“ Die Gründe werde man dies im direkten Kontakt mit den Personen klären.

Für die künftige Ausgestaltung der Museumsarbeit müsse man sich nun Gedanken machen, wie sie strukturiert wird. „Wir werden uns ein Konzept überlegen, wie man es kompensiert.“ Dies soll dann zu gegebener Zeit im Kultur-, Sport- und Verwaltungsausschuss als zuständiges politisches Gremium vorgestellt werden.

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