Weil am Rhein Neue Leitungen für neue Möglichkeiten

Weiler Zeitung, 14.06.2018 19:45 Uhr

In der Gemeinschaftsschule tut sich aktuell einiges. Nicht nur die Handwerker legen Hand an, sondern auch die Digitalisierung des Unterrichts gewinnt Konturen. Planungsunsicherheit gibt es aber auch: Trotz Raumnot und landesweitem Lehrermangel läuft es darauf hinaus, dass eine fünfte Klasse mehr als gedacht unterrichtet werden muss.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Statt der offiziell 66 angemeldeten Fünftklässler sind es mittlerweile 82, die nach den Sommerferien auf die Gemeinschaftsschule wechseln wollen. Zuzüge und weitere Interessierte sind der Grund. Statt dreizügig und keinen riesigen Klassen muss Schulleiter Burkhard Keller nun auf jeden Fall mit drei proppenvollen fünften Klassen oder sogar mit vier fünften Klassen planen. „Ich rechne damit, dass wir vierzügig sind.“ Nur drei Anmeldungen fehlen noch, die durch Zuzug oder andere Gründe möglich sind, damit der nächste Klassenteiler greift. Auf der einen Seite freut sich Keller, dass seine Gemeinschaftsschule so gut in Weil ankommt. Aber 40 Stunden als zusätzliche Deputate für Lehrer und ein weiterer Raum müssen erst einmal dann wieder möglich gemacht werden. „Wir jammern auf hohem Niveau.“ Doch die Situation sei etwas schwierig, da die Planungen eigentlich schon weit fortgeschritten seien. Es gebe daher eine Anspannung.

Ohne Strom, mit Lärm

An Bauarbeiten interessierte Schüler und Lehrer kamen und kommen an der Gemeinschaftsschule jedenfalls voll auf ihre Kosten. Bohrmaschinen, die auf harten Beton treffen und dröhnen, oder auch für eineinhalb Stunden lang abgestellter Strom sind Begleiterscheidungen der laufenden Sanierung des Schulgebäudes. „Im Moment ist es aber aushaltbar“, meint Keller. Vor allem im Inneren stehen die Elektroarbeiten an und Kabel für die spätere Internetnutzung im Gebäude werden verlegt.

Kurz vor Schuljahresende folgen der Auszug aus der Nordseite des Gebäudes und dann der Einzug in die seit längerem bereitstehenden Container. Bisher wurden diese nur sporadisch genutzt. Nach und nach dienen sie mit der Sanierung des Hauptgebäudes aber als Ausweich-Unterrichtsräume.

„Die Schüler nehmen die Situation relativ gelassen“, weiß Keller. Und wenn größerer Lärm ansteht oder der Strom für eine gewisse Zeit abgestellt wird, werde dies von den Handwerkern auch rechtzeitig mitgeteilt. Während der jüngst geschriebenen Prüfungen mit rund 110 Schülern sei außerdem nicht laut gearbeitet worden. Insgesamt ist aber klar: „Einschränkungen sind vorhandnen, es ist eine Baustelle.“

Digitalisierung geht voran

Mit den Arbeiten werden bereits die Weichen für die Gemeinschaftsschule 4.0 gestellt. Keller: „Wir werden weg kommen von den zwei Computerräumen.“ Aktuell gibt es nur noch einen. Stattdessen hat die Gemeinschaftsschule schon elf Smartboards, weitere drei gibt es zum nächsten Schuljahr. „Die Digitalisierung ist sehr gewinnbringend“, verweist Keller auf die neuen Möglichkeiten. Über das Internet lassen sich für den Unterricht geeignete Lehrfilme abspielen, von den Lehrern vorbereitete Unterlagen werden anders sichtbar und auch der allgemeine Unterrichtsstoff erfährt eine neue Visualisierung. „Die Smartboards sind Teil der Digitalisierung, da nicht jeder Schüler ein Tablet haben muss.“

Ob Klassensätze mit Tablets oder Notebooks angeschafft werden, steht noch nicht fest. Klar ist hingegen, dass für jedes Stockwerk ein Klassensatz geordert wird. „Das testen wir und schauen, wo wir den Inhalten des Bildungsplans gerecht werden“, sagt der Schulleiter. Zwei PCs in jedem Klassenzimmer sollen für die Nutzung durch die Schüler aber bereitstehen.

Mit der Medienaufrüstung könne außerdem dem Lernen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, ein zentraler Punkt in der Gemeinschaftsschule, besser Rechnung getragen werden. Keller muss aktuell aber den Handwerkern genau sagen, wo auf Jahre hinaus der Anschluss im Klassenzimmer erfolgen soll. Falls es in einigen Jahren nicht ausreicht, müsse gegebenenfalls mit W-Lan gearbeitet werden.

Einige Schüler fasten

Auf Tradition setzen derweil einige Sechst- und Siebtklässler. Sie fasten während des laufenden Ramadan. In einem Elternbrief hat Keller die Eltern aber aufgefordert, auf die Gesundheit der Kinder zu achten. „Das klappt bisher gut.“