Weil am Rhein-OB-Wahl Fragen an die Kandidaten

Beatrice Ehrlich und Kathryn Babeck
Wer zieht als Nachfolger von OB Wolfgang Dietz ins Weiler Rathaus ein? Am Sonntag entscheiden die Bürger. Foto: Beatrice Ehrlich

Am Sonntag wird in Weil am Rhein eine neue Oberbürgermeisterin oder ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Die schriftliche Aufforderung an alle sechs OB-Kandidaten hieß, unsere Fragen in maximal drei Sätzen zu beantworten. Hier sind ihre Antworten.

Die Kandidaten hatten einen Tag Zeit, um auf Fragen zu antworten, die bei uns kurz vor der Wahl und nach zahlreichen Wahlkampfveranstaltungen noch nicht geklärt waren. Die Antworten sind jeweils in der Reihenfolge der Kandidaten auf dem Stimmzettel aufgeführt.

1. Mit welchen Gefühlen sehen Sie dem Wahltag entgegen?

Diana Stöcker: Ich sehe dem Wahltag mit gespannten Gefühlen entgegen. Ich habe im Wahlkampf sehr gute Gespräche geführt und positive Rückmeldung bekommen. Aber man lebt letztendlich in einer „Wahlkampfblase“ und ist daher sehr neugierig wie das Ergebnis ausfällt.

Diana Stöcker Foto: Beatrice Ehrlich

Jasmin Ateia: Die schönen Begegnungen und spannenden Gespräche mit den Weilerinnen und Weilern haben mich in den vier Monaten meines Wahlkampfs beflügelt und inspiriert. Ich freue mich auf einen spannenden Wahltag und bin neugierig, wem die Bürgerinnen und Bürger ihre Kommune anvertrauen werden.

Klaus Springer: Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erwacht nicht nur die Natur, sondern auch die Lebenslust. Klaus P. Springer hat sich von dieser Freude und den Wonnen der Jahreszeit in Weil am Rhein anstecken lassen und seine Gefühle schweben auf den Flügeln der Realitäten durch blühende Landschaften. So kommt jede/r in den Genuss dieses friedlichen Glücks. Ja, ja, ja, wählen Sie mich zu Ihrem Oberbürgermeister.

Robin Adam: Dem Wahltag sehe ich mit Aufregung und Spannung entgegen. Denn wie oft erlebt man einen Tag, der das bisherige Leben in eine komplett neue Bahn lenken kann?

Arzo Looden: Mit viel Aufregung und gemischten Gefühlen schaue ich dem Wahltag entgegen. Leider weiß ich, dass durch meinen Migrationshintergrund viele Vorurteile vorhanden sind. Trotz allem bin ich optimistisch und freue mich darauf.

Diana Corinne Hartwig: Ich bin aufgeregt und gespannt auf den Wahltag, da ich die Möglichkeit habe, meine Visionen und Ideen in Weil am Rhein umzusetzen. Ich bin zuversichtlich und freue mich nach meiner Wahl als Oberbürgermeisterin auf einen aktiven Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern.

2. Wenn Sie in Weil am Rhein richtig sparen müssten: Wo setzen Sie den Rotstift an?

Diana Stöcker: Einer der großen Ausgabeposten ist die Kreisumlage. Die Erhöhung belastet den Haushalt sehr: Im Jahr 2024 macht sie allein 2,4 Millionen Euro aus. Wenn ich wieder in den Kreistag gewählt werde, werde ich mich sehr für eine Senkung einsetzen.

Jasmin Ateia: In Weil steht die Weiterentwicklung der Innenstadt an, hierfür müssen Fördermittel von Land und Bund genutzt werden. Anstehende Projekte müssen sorgsam geplant und zeitlich gut aufeinander abgestimmt sein, damit der Haushalt nicht stark belastet wird, das heißt, ich werde priorisieren. Eine starke Wirtschaft in Weil kommt allen Bürgerinnen und Bürgern zugute, deshalb will ich die Wirtschaftsförderung vorantreiben und stärken.

Jasmin Ateia Foto: Beatrice Ehrlich

Klaus Springer: Nicht das Sparen allein macht das Glück. Alternativen schaffen, das Laguna verkaufen. Das Laguna kostet die Stadt Weil am Rhein jeden Monat über 100 000 Euro. Den Rotstift ansetzen würde ich bei der Stilllegung des stadteigenen Hochhauses zücken und alle Wohnungen wieder freigeben. Schulgebäude sanieren ja, aber nicht wie bei der Gemeinschaftschule in Weil am Rhein von drei Millionen auf 20 Millionen Euro.

Robin Adam: Ich würde dem Gemeinderat die Empfehlung aussprechen, dass wir ein großes Projekt hintanstellen. Denn an vielen kleinen Stellen sparen, halte ich für belastender, als den Aufschub einer größeren Investition.

Arzo Looden: Momentan habe ich keine aktuellen Informationen über die Haushaltslage, um spezifische Maßnahmen treffen zu können. Eine Überprüfung von Verträgen und Ausgaben ist von Vorrang. Es ist jedoch wichtig, sicherzustellen, dass grundlegende Dienstleistungen und das Wohl der Bürger nicht beeinträchtigt werden.

Diana Corinne Hartwig: Um in Weil am Rhein zu sparen, würde ich bei der Tram 8+ ansetzen und Alternativen prüfen. Hier steckt meines Erachtens zur Zeit das größte Einsparungspotenzial.

3. Für Ihr neues Büro dürfen Sie sich ein Gemälde auswählen. Für was entscheiden Sie sich?

Diana Stöcker: Es gibt private Kunstwerke, die mich beruflich in meinem Büro begleiten, die ich auch ins Weiler Rathaus mitnehmen würde: Vom Lörracher Künstler Rudolf Scheurer, vom Basler Künstler Michael Hurni und vom Freiburger Graffiti-Künstler Orange.

Jasmin Ateia: Noch kenne ich nicht alle Künstlerinnen und Künstler aus Weil. Müsste ich jetzt entscheiden, wäre es ein Bild von Ania Dziezewska. Mich sprechen die Bilder persönlich sehr an, und ich habe gern etwas Farbe im Büro.

Klaus Springer: Für Johann Wolfgang von Goethe.

Klaus Springer Foto: Beatrice Ehrlich

Robin Adam: Ich mache mir nichts aus teuren Gemälden. Ein digitaler Bilderrahmen mit wechselnden Motiven würde mir gefallen.

Arzo Looden: Das Gemälde „Bal du moulin de la Galette“ von Pierre-Auguste Renoir. Das Gesellschaftliche und Fröhliche wird mich immer inspirieren, und ich will die Priorität auf das Wohlergehen unserer Bürger setzen.

Diana Corinne Hartwig: Für mein neues Büro würde ich mich für ein Gemälde von Tom Vinicius entscheiden, da seine Kunstwerke eine inspirierende und beruhigende Atmosphäre schaffen. Tom Vinicius ist ein junger, motivierter Künstler aus der Region. Dabei habe ich nicht ein spezielles Gemälde von ihm im Kopf, da ich alle überragend finde.

4. Was sagen Sie einer Fachkraft mit Jobangebot in der Region Weil, die im Rathaus nach Ganztagsangeboten für ihre Kinder fragt?

Diana Stöcker: „Mit unseren städtischen Mitarbeiterinnen werden wir Sie dabei begleiten, eine passende Ganztagesbetreuung für die Kinder zu finden. Weil am Rhein hat in den letzten Jahren seine Kitas gut ausgebaut und bietet unterschiedliche Betreuungskonzepte. Es ist sehr positiv, dass – im Gegensatz zu anderen Kommunen – das Ganztagsangebot auf acht Stunden gehalten werden kann. Auch im Schulbereich gibt es unterschiedliche Angebote.“

Jasmin Ateia: Die zuständige Abteilung für Soziales, Schulen und Sport wird die Fachkraft sicherlich kompetent beraten. Um auch in Zukunft attraktiv für internationale Fachkräfte zu bleiben, setze ich mich dafür ein, dass die Betreuungsmöglichkeiten in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Dazu gehören unter anderem attraktive Arbeitsangebote, um pädagogische Fachkräfte für Weil am Rhein zu gewinnen und Fachkräfte vor Ort zu halten.

Klaus Springer: Zwei Dinge sollten Kinder bekommen. Wurzeln und Glück. Wenn Du Deine Kinder abgibst werden sie zu .......

Robin Adam: Wir haben in Weil am Rhein über 20 Kindertageseinrichtungen, bei welchen mittels des Internet-Portal „Little Bird“ Platzanfragen gestellt werden können. Alternativ gibt es die Unterstützung durch das Familienzentrum Wunderfitz, welche Tagesmütter und -väter, in Kooperation mit dem Landratsamt, vermittelt.

Robin Adam Foto: Kathryn Babeck

Arzo Looden: Dass wir stolz darauf sind, eine Reihe von Ganztagsangeboten für Kinder anzubieten. Ich würde Schulen wie etwa die Rheinschule, Betreuungseinrichtungen wie die Kita Hand in Hand sowie weiterführende Schulen hervorheben und betonen, dass die Stadt interessiert ist, familienfreundliche Angebote zu fördern. Auch Jugendzentren wie das La Loona oder die mobile Stadtjugendpflege gehören dazu sowie viele Vereine von Turnen bis Fußball.

Arzo Looden Foto: Beatrice Ehrlich

Diana Corinne Hartwig: Ich würde auf die Kernzeit- und Nachmittagsbetreuungsangebote verweisen sowie für die beiden älteren Kinder das Jugendcafé in Alt-Weil, das La Loona in Friedlingen und das JuKE in Haltingen empfehlen. Zudem besteht die Möglichkeit die Betreuung durch eine Tagesmutter oder einen Tagesvater zu beanspruchen.

5. Als OB sollten Sie über viele Dinge im Bilde sein. Woher beziehen Sie Ihre Information?

Diana Stöcker: Eine Oberbürgermeisterin muss auf allen Informations- und Kommunikationskanälen vernetzt sein, „Auge und Ohr haben“, im Gespräch sein und natürlich auch viel lesen: Informationsquellen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Tageszeitungen, Infos von anderen Behörden auf Kreis-, Landes- und Bundesebene. Und besonders wichtig ist mir die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Gewerbebetrieben.

Jasmin Ateia: Als Oberbürgermeisterin muss ich wissen, was in der Stadt so los ist, und welche Stimmung herrscht, dafür sind mir Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern und den gewählten Gemeinderätinnen und Gemeinderäten wichtig. Zahlen und Daten dienen mir als Grundlage, damit die Planung fundiert und zielgenau erfolgt. Je nach Vorhaben erhebt die Verwaltung diese Informationen selbst oder bei den übergeordneten Stellen.

Klaus Springer: Ich beziehe meine Informationen aus unserer klassischen Geschichte wie von Johann Wolfgang von Goethe, aus Dichtung und Wahrheit.

Robin Adam: Durch Gespräche mit Freunden und Bekannten, durch Medien aller Art und für mich am wichtigsten, durch Hinsehen und Hinterfragen. Denn meine Erfahrung lehrte mich, dass die wichtigsten Informationen erst durch Nachfragen zum Vorschein kommen.

Arzo Looden: Für aktuelle und lokale Informationen ist es ratsam, offizielle Quellen, Nachrichten und lokale Behörden zu konsultieren. Der Gemeinderat sowie die Mitarbeiter haben Priorität. Hinzu kommt die Kontaktpflege und regelmäßiger Informationsaustausch mit den Nachbarländern, um immer auf dem aktuellen Stand zu sein. Ich will eine Plattform für Bürger einrichten, um wichtige Informationen auszutauschen und den Bürgern zuzuhören.

Diana Corinne Hartwig Foto: Beatrice Ehrlich

Diana Corinne Hartwig: Als Oberbürgermeisterin beziehe ich meine Informationen aus regionalen und überregionalen Zeitungen, dem Austausch mit Bürgerinnen sowie Bürgern. Außerdem setze ich auf einen starken Austausch mit den Mitarbeitenden der Verwaltung sowie Kolleginnen und Kollegen, um stets über aktuelle Entwicklungen informiert zu sein.

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