Weil am Rhein-OB-Wahl Junge Leute gehen wählen

Beatrice Ehrlich
Eine Haltinger Erstwählerin hat ihre Stimme abgegeben. Foto: Beatrice Ehrlich

Die OB-Wahl ist den Weilern wichtig: In den beiden Wahllokalen in der Hans-Thoma-Schule herrscht schon morgens reger Betrieb.

In Haltingen-West, rund um die Hans-Thoma-Schule ist einiges los am Sonntagmorgen gegen zehn Uhr. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad, den Wahlschein in der Hand, gehen die Menschen durch die Straßen: Paare, Singles, Familien mit großen, aber auch mit kleinen Kindern.

Das sieht man nur an einem Wahlsonntag: Reges Ein und Aus an der Haltinger Hans-Thoma-Schule. Foto: Beatrice Ehrlich

„Es ist auffällig, wie viele junge Leute schon zum Wählen gekommen sind“, bestätigt Axel Schiffmann, Wahlvorsteher in einem der beiden Wahllokale in der Haltinger Hans-Thoma-Schule den Eindruck, dass diese Wahl auf großes Interesse bei den Bürgern stößt.

Im Internet informiert

Wie zum Beweis betritt Katharina Rieger mit ihren Eltern Manuela und Felix Rieger den Raum. Sie ist 17 Jahre alt und wählt heute zum ersten Mal. Sie erhält ihren Stimmzettel, tritt in die Wahlkabine und wirft im Anschluss den ausgefüllten Stimmzettel in die Urne. Ein wichtiger Tag. Besonders, was für die Jugend gemacht würde, habe sie interessiert, berichtet ihre Mutter. Man habe sich viel über das Internet informiert, die Kandidaten gegoogelt. „Mich interessiert besonders, was für Haltingen gemacht wird“, ergänzt ihr Vater.

Haltinger und Jugendthemen im Fokus: Familie Rieger war gemeinsam bei der Wahl. Foto: Beatrice Ehrlich

Besonders die Festhalle hat er im Auge: „Das hat für mich Priorität.“ Es müsse etwas getan werden dafür, dass dort nicht nur, wie derzeit, 90 Personen hinein dürfen.

Wähler danken für Einsatz der Wahlhelfer

Die Leute seien heute auffallend nett, merkt Wahlleiter Schiffmann noch an. „Sie bedanken sich bei uns für unseren ehrenamtlichen Einsatz.“ Insgesamt sechs Helfer umfasst sein Team. Die wichtigste Rolle habe die Schriftführerin sagt er mit Blick auf die verantwortungsvolle Aufgabe, die Stimmen zusammenzuzählen und in die entsprechenden Bögen zu übertragen. Sharon Buch-Ewald, im Hauptberuf Schulsekretärin an der Hans-Thoma-Schule, hat als stellvertretende Schriftführerin heute die Morgenschicht übernommen und setzt sorgfältig ein Häkchen für jeden der wählt.

Zum Team der Wahlhelfer gehört auch Manfred Pfaff, seit 28 Jahren Hausmeister an der Hans-Thoma-Schule. Wahlen habe er schon viele erlebt, berichtet er.

Er hat für Blumenschmuck und Kaffee gesorgt: Hausmeister Manfred Pfaff. Foto: Beatrice Ehrlich

Pfaff hat schon am Vortag geholfen, die Wahllokale einzurichten. Seit sieben Uhr morgens ist er am Sonntag im Einsatz. Er hat die Schultüren aufgeschlossen, Banner davor aufgestellt und Kaffee und Getränke für die Wahlhelfer gerichtet.

Am Morgen kommen eher die Älteren

Um 10 Uhr wird dann zum ersten Mal ins Rathaus nach Weil gemeldet, wie hoch die Wahlbeteiligung ist. In Zimmer zwei der Hans-Thoma-Schule, einem von vier Wahllokalen in Haltingen haben zu diesem Zeitpunkt bereits 48 Personen – 3,7 Prozent der dort Wahlberechtigten, ihre Stimme abgegeben. 59 Stimmen meldet kurz darauf Thomas Bayer aus dem Zimmer zwei gleich daneben. Hier seien bisher eher Ältere zum Wählen gekommen. Das liege wohl daran, dass es noch so früh ist, vermutet er.

Eine politisch interessierte Familie

Sara Nödinger (19), in Ausbildung zur Erzieherin, ist eine weitere Erstwählerin, die heute bei der Wahl in der Hans-Thoma-Schule anzutreffen ist. Sie habe sich das ganze schwieriger vorgestellt, sagt sie, nachdem sie ihre Stimme abgegeben hat. Ihre Wahlentscheidung fiel nach Gesprächen mit einer Freundin – und mit ihrem Papa, gibt sie an. Ralf Nödinger, der zusammen mit seiner Tochter zum Wählen gekommen ist, berichtet, dass bei ihnen zuhause Zeitung gelesen und über Politik diskutiert werde – „von lokal bis international“.

Tragen Verantwortung am Wahltag: Schriftführerin Sharon Buch-Ewald (rechts) und Axel Schiffmann, hinten Mitte. Foto: Beatrice Ehrlich

Er hoffe, dass heute bereits eine Entscheidung falle, sagt Wahlleiter Schiffmann abschließend. „Sonst sitzen wir in zwei Wochen wieder hier“, und da spiele schließlich Freiburg gegen Leverkusen, ergänzt er mit einem Augenzwinkern. Dennoch: für ihn, wie auch für die anderen Wahlhelfer geht die staatsbürgerliche Pflicht im Wahlbüro vor.

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