Weil am Rhein Ein Großprojekt macht Fortschritte

Der Ausbau der Rheintalbahn im Planfeststellungsabschnitt 9.2 (Haltingen-Weil am Rhein) schreitet voran. In rund einem Jahr soll das erste neue Gleis in Betrieb genommen werden. Bei einem Presserundgang wurden gestern die aktuellen Baumaßnahmen erläutert.

Von Saskia Scherer

Weil am Rhein-Haltingen. Wieder und wieder schraubt sich der gewundene Spezialbohrer südlich des Haltinger Fußgängerstegs in die Erde. Dort finden derzeit Gründungsarbeiten für eine Schallschutzwand zwischen der künftigen Güter- und Schnellfahrstrecke statt. „Mit dem Bohrer wird das Außenmaterial herausgezogen“, erklärt Paul Gostielean (Bauüberwacher Bahn) mit Blick auf das Zement-Sand-Gemisch, aus dem der Boden besteht.

Diverse Schallschutzwände

In diese Löcher kommen dann später Pfosten für die Lärmschutzwand. An dieser Stelle wird sie fünf Meter hoch werden. „Insgesamt werden auf einer Strecke von rund 10,4 Kilometern Schallschutzwände mit unterschiedlichen Höhen gebaut“, ergänzt Michael Breßmer, Sprecher für das Bahngroßprojekt Karlsruhe-Basel. „Wände zwischen den Gleisen schlucken zusätzlich Schall“, erklärt Lisa Eichling, Projektingenieurin im Abschnitt 9.2, zur Position. Trotz einer Verdopplung des Verkehrs werde es leiser werden. Das hätten Anwohner des Märktwegs, wo sich die westlichste Schallschutzwand befindet, auch bereits bestätigt. Normalerweise werden die Wände erst nach Fertigstellung der Bahntrassen gebaut. „Aber hier geht es auch um den Schutz vor dem Baulärm“, erläutert Breßmer.

Arbeiten für BSO-Trog

Im Bereich des Haltinger Bahnhofs laufen derzeit Aushubarbeiten für den „BSO-Trog“ (Beton-Schotter-Oberbau). In eine Betonwanne wird eine Matte aus Kautschuk verschweißt, erklärt Breßmer. Darauf kommen dann Schotter und die Gleise. Das Bauwerk dient dem Erschütterungsschutz. „Das ist eine sehr effektive Maßnahme, aber auch sehr kostenintensiv“, sagt der Bahnsprecher. Sie werde umgesetzt, wenn ein gesetzlicher Anspruch besteht, was in Haltingen der Fall sei.

Der Trog wird später von der Nordwestumfahrung bis zum Fußgängersteg reichen – eine Strecke von rund 1,2 Kilometern. Nördlich der Heldelinger Straße wurde die Betonwanne bereits eingelassen. Mitte Oktober soll laut Eichling die Matte verlegt werden, im November will man dort mit den Gleisbauarbeiten beginnen.

Im Bahnhofsbereich findet derzeit noch punktuell ein Bodenaustausch statt, weil dieser nicht überall tragfähig ist, ergänzt Gostielean.

Verlegung der Gleise

Damit die Schnellgleise gebaut werden können, muss der Verkehr für diese Zeit von den jetzigen Gleisen auf die künftige Gütertrasse umgeleitet werden. „Das erste Gütergleis wird am 15. August 2019 in Betrieb genommen, das zweite am 3. November“, weiß Eichling. Man habe sich bei den Terminen bewusst an Ferien und Feiertagen orientiert, weil Vollsperrungen nötig sein werden. „Ein Gleis bleibt zwar immer frei, aber der Verkehr wird deutlich ausgedünnt“, erklärt Jürgen Schmidt, der die Bauüberwachung koordiniert. Der Rangierbahnhof werde aus Richtung Norden für rund fünf Tage nicht erreichbar sein. „Für solche Sperrungen benötigen wir eine Vorlaufzeit von etwa zwei Jahren“, erklärt er. Deshalb stünden die Termine auch schon konkret fest.

„Das ist ohnehin eine der größten Herausforderungen – den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten, während wir bauen“, sagt Schmidt.

INFO: Im Planfeststellungsabschnitt 9.2 der Aus- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel sind auf der Ostseite zwei neue Fernverkehrsgleise vorgesehen, die im Norden an die Neubaustrecke anbunden werden und im Süden in die bestehende Rheintalbahn übergehen. Die westlichen Güterverkehrsgleise binden im Norden an die bestehende Rheintalbahn an und werden im Süden an die Gleise 1 und 2 des Badischer Bahnhofs Basel angeschlossen. Für den Haltepunkt Haltingen beziehungsweise für den Bahnhof Weil am Rhein sind außerdem zwei Nahverkehrsgleise vorgesehen (Quelle: www.karlsruhe-basel.de).

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