Weil am Rhein Planung war nicht umsonst

Stadtführungen dürfen nach aktuellem Stand ab September wieder stattfinden. Ein passendes „Hilfsmittel“ haben Sabine Theil (links) und Monika Merstetter mit dem Meterstab mit Details aus 2000 Jahren Geschichte schon parat. Foto: Saskia Scherer

Weil am Rhein - Das Programm stand schon lange fest – doch coronabedingt können die Weiler Stadtführungen derzeit nicht stattfinden. Die Organisatorinnen Sabine Theil und Monika Merstetter sprechen über die Vorbereitungen und wie es weitergehen soll.

Das erste Treffen der Stadtführer für die Planung des Programms für das Folgejahr findet immer im Februar statt. Dann werden erste Ideen gesammelt und geprüft, ob Jubiläen anstehen, die miteinfließen sollen. Im Juli steht das Programm dann fest, bis September werden die Details geklärt.

"Ab dem 1. September dürfen wir wieder"

Doch Corona hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bereits die erste geplante Stadtführung in diesem Jahr, am 15. März, konnte nicht durchgeführt werden. Und bis zum 31. August dürfen keine Veranstaltungen stattfinden. „Aber ab dem 1. September dürfen wir wieder“, sagt Sabine Theil.  Nun müsse man sehen, wann sich die Stadtführer wieder treffen und welche ausgefallenen Stadtführungen verschoben werden können. „Denn das Programm für 2021 haben wir ja eigentlich schon besprochen“, erklärt Theil.  Deshalb müsse man überlegen, ob auch Führungen auf 2022 verschoben werden, wenn es sich anbietet. Bis zum Sommer würden sie vielleicht mehr wissen.

Lobend heben beide Stadtführerinnen die Zusammenarbeit mit VHS-Leiter Tom Leischner hervor. „Wir erhalten alle Infos zur aktuellen Situation aus erster Hand.“

Monika Merstetters Führung „Bagger, Schaufel – alles für die neue Mitte“ sollte eigentlich am 30. August stattfinden. Bereits 2018 hat sie eine Baustellenführung angeboten. „Dort sieht jetzt alles schon ganz anders aus“, meint sie. Sie hat Fotos und Zeitungsausschnitte in einer dicken Mappe gesammelt – beispielsweise vom Abriss der alten Hausmeisterwohnung im Zuge der Rathauserweiterung. „So etwas habe ich dann bei der Führung dabei.“

Bei den Stadtführungen werden oft Erinnerungen geweckt

Den Anstoß erhielt sie, als ihr nach der Auflösung des Altweiler Zolls ein Stadtplan von 1960 in die Hände fiel. „Damals war die Leopoldshöhe noch leer, Rathaus und Hochhäuser entstanden erst in den 60er-Jahren“, weiß sie. Zu dieser Zeit wurde die „neue Mitte“ geplant, und so erarbeitete sie eine Führung. Mit den Hochhäusern sei auch der erste Aldi-Markt in die Region gekommen. „Wir sind damals einmal im Monat mit dem VW Käfer dort zum Einkaufen hingefahren“, erinnert sie sich schmunzelnd.

Bei den Stadtführungen werden also oft auch Erinnerungen geweckt. „Wir leben hier mit den Dingen, aber oft stupst man die Leute erst darauf“, weiß Theil. Auf dem Rathausplatz gebe es etwa einen Punkt für Geo-Daten. „Da sagen viele, das sei ihnen ja noch nie aufgefallen“, berichtet Merstetter.

Sabine Theil hat für den 11. Oktober eine Führung über „Das einstige Fischerdorf Kleinhüningen“ geplant. „Dort verbergen sich Kostbarkeiten“, meint sie. Die Recherche sei sehr spannend gewesen. „Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Was kennt man schon von dort?“

Vor allem einheimischen Teilnehmer

Ein passendes „Hilfsmittel“ hat Merstetter schon parat, wenn die Führungen wieder stattfinden dürfen: Einen Meterstab, den sie zur Jahrtausendwende von Theil geschenkt bekommen hat und auf dem auf zwei Metern ein Zeitstrahl mit 2000 Jahren Geschichte aufgedruckt ist. „Bei eineinhalb Metern befanden wir uns kurz vor der Reformation“, sagt sie mit Blick auf den einzuhaltenden Abstand.

Eine Besonderheit bei den Weiler Stadtführungen sei übrigens, dass größtenteils Teilnehmer aus der einheimischen Bevölkerung dabei sind. „Aber da müssen wir auch sehr genau sein, denn die kennen sich aus“, lacht Merstetter. Es gebe Interessierte, die immer wieder kommen. Und auch bei den Gruppenführungen, die speziell gebucht werden können, sei der Kundenkreis stets nett.

In den nächsten ein, zwei Jahren sei auch einmal wieder eine Stadtführer-Ausbildung angedacht. Die jüngste sei immerhin schon sechs Jahre her. „Aber da haben wir tolle Neuzugänge bekommen“, freut sich Theil. Jedes Jahr sind außerdem Gastführer dabei. „Es gibt einfach Spezialisten für bestimmte Themen.“

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