Weil am Rhein Reformation und Aufklärung

Weiler Zeitung
Die von Volker Scheurer geschaffene Skulptur „Im Dialog“ kann sinnbildlich für den Austausch stehen. Es laden ein (von links): Rainer Isak, Gert Schramm, Martin Haas, Martin Jösel, Lea Zipfel und Andreas Demuth. Foto: Marco Fraune Foto: Weiler Zeitung

Kant-Gymnasium: Veranstaltungswoche mit Titel „Aufbruch in die Moderne“ / Vorträge und Ausstellung

Von Marco Fraune

Unter dem Titel „Aufbruch in die Moderne“ widmet sich das Kant-Gymnasium eine Woche lang der Reformation und damit auch der Aufklärung. Lob gibt es dafür von Winfried Kretschmann.

Weil am Rhein. Der Ministerpräsident freut es, dass sich die Weiler mit den Themenfeldern „generationsübergreifend und ,kant-ig’“ befassen und die Schule an den „Reformations-geDENK-Veranstaltungen“ teilnimmt – „und gemeinsam dazu beitragen, dass Europa seine Wurzeln erneuert“, wie er in seinem Grußwort erklärt.

Ein Bestandteil der Veranstaltungswoche ist ein philosophisches Gespräch mit Professor Anselm Ernst und dem Philo-Club Weil am Rhein über Kant und die Religion am Montag, 16. Oktober, ab 19 Uhr im Kant-Gymnasium. Ist ein Religionsunterricht heute überhaupt noch zeitgemäß? Der „kritische Geist“ werde gemeinsam mit interessierten Besuchern und Schülern beleuchtet, kündigt Martin Jösel an, der gemeinsam mit weiteren Ethik-Lehrern und Religionslehrern (evangelisch und katholisch) federführend das Programm auf die Beine gestellt hat.

Eine spannende Darstellung der europäischen Reformationsgeschichte des frühen 16. Jahrhunderts will Sabine Appel am Dienstag, 17. Oktober, ab 20 Uhr im Gymnasium präsentieren. Sie liest aus ihrem neuen Roman „König Heinz und Junker Jörg – Heinrich VIII. gegen Luther gegen Rom“. Beide Veranstaltungen finden in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Kastl statt. Die Autorin kommt außerdem noch am Mittwoch zum Austausch mit Schülern an die Kantstraße.

Voraussichtlich am meisten los sein wird in der Schule aber am Freitag, 20. Oktober. Nach einem schulinternen Reformationsgottesdienst am frühen Morgen folgt ein schulinterner Vormittag. Die Klassenstufen 5 bis 8 werden dabei durch zwei bis drei Stationen zum Thema „Auf gut teutsch“ geführt, also Luthers Wortschöpfungen und mehr. Die älteren Schüler gestalten zudem einen „klassischen“ Unterricht in den Klassen fünf bis 10 über Luther, die Reformation und ihre langfristigen Auswirkungen.

Von 14 bis 16 Uhr findet dann die Kant-Akademie statt, bei der Schüler, Lehrer und Eltern ein vielfältiges Programm zum Thema „1517 bis 2017 Aufbruch in die Moderne“ präsentieren. Die Bandbreite reicht dabei vom Thema „Frauenfußball“, das aus geistes- und naturwisschenschaftlicher Sicht von der Schülerin Johanna Seng präsentiert wird, bis zum Schulleiter Martin Haas, der mit der Kreiszahl Pi durch die Jahrhunderte geht. Ein 30 Meter langes Seil dient dabei als Veranschaulichung. Themen wie künstliche Intelligenz, die Pest, die Mondlandung, Verbrennungsmotoren, Darwin, Freimaurer oder auch eine Ausstellung über Sprichwörter sind nur einige der 65 Programmpunkte, bei denen Schüler ihre Jahresarbeit präsentieren oder auch Lehrer sich Personen wie Faust oder Luther widmen.

Angesichts dieser Vielzahl von Auswahlmöglichkeiten ist für jede Präsentation natürlich fraglich, wie viele Interessierte kommen. „Dem Risiko muss man sich stellen, dass nur fünf Besucher kommen“, weiß Rainer Isak, Lehrer katholische Religion. Doch Ziel ist, dass religionsorientierte Fragestellungen, die jeden Bürger auch privat betreffen, in diesem schulischen Raum beleuchtet werden. Wie bei der jüngsten Kant-Akademie im Jahr 2013 rechnen die Verantwortlichen mit einem vollen Haus. „Eine Schule, die sich nach außen öffnet“, soll das Kant sein, unterstreicht Jösel.

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