Weil am Rhein Rückkehr in den Schulalltag verläuft gut

 Foto: sba/Marijan Murat

Weil am Rhein - Einbahnstraßen, eine umfunktionierte Mensa und getrennte Klassen kennzeichnen den Alltag an weiterführenden Schulen in Weil. Seit ein paar Wochen erhalten die Oberstufenklassen wieder Unterricht in ihren Leistungsfächern. Schüler und Schulleiter berichten nun von den ersten Erfahrungen.

Die Schülersprecher des Kant-Gymnasiums, Hannah Stroppek und Jakob Mann, sind zufrieden mit der Umsetzung: „Wir können uns nicht beschweren, denn wir sind gut aufgeklärt worden durch die ganzen Informationen, die wir immer erhalten haben. Wir fühlen uns wohl“, sagt Stroppek.

Dass aber auch nicht alles rund läuft, habe ein Server-Problem gezeigt. Dabei konnten die Schüler nicht auf ihre Unterrichtsmaterialien zurückgreifen. „Große Probleme breiten auch immer die Plattformen, wenn sie wegen Datenschutz nicht mehr benutzt werden können“, erklärt Stroppek. Der Wechsel zwischen den Plattformen und die Benachrichtigungen bringe einen Berg an Informationen mit sich. „Das ist auch für unsere Lehrer schwer zu managen. Aber alle geben ihr Bestes“, hebt die Elftklässlerin hervor.

Die Lehrer seien immer ansprechbar und es gebe für die Schüler auch extra Online-Foren für Fragen. Außerdem wird bei Lücken zusätzliches Lernmaterial zur Verfügung gestellt.

Klassenaufteilungen nicht immer nachvollziehbar:

Die Klassenaufteilungen sind für die Elftklässler nicht immer nachvollziehbar: „In manchen Klassen sind wir aufgeteilt, damit wir uns nicht gegenseitig anstecken, aber wiederum in anderen Fächern sind wir wieder alle zusammen“, sagt Mann. Das hänge jedoch mit der neuen Prüfungsordnung der elften Klasse zusammen. Bei den Hygienemaßnahmen sei das Kant-Gymnasium gut aufgestellt: Die Tische werden jeden Tag desinfiziert und sind mit Abstand aufgestellt. Überall stehe auch Desinfektionsmittel bereit.

Die Schüler verbringen zwischen 18 und 20 Wochenstunden in der Schule, dabei laufen sich die beiden Oberstufen eher weniger über den Weg „Die Schule ist super organisiert und gut getaktet, so dass zum Beispiel die Kursstufe 2 immer 20 Minuten später mit dem Unterricht anfängt“, erklärt Stroppek.

Kritik gibt es vom Schulsprecher für das Kultusministerium: „Sie hätten die Klausuren etwas ausdünnen können.“ Denn die Schüler müssen nach den Pfingstferien alle Klausuren der Nebenfächer schreiben.

Vorteil: Lehrer sind nachsichtig

Ein Vorteil sei, dass die Lehrer nachsichtig seien: GFS (Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen) sind nur noch optional und Themen, die in der Corona-Krise besprochen wurden, werden in den Klausuren nicht abgefragt. Daher sind die Schulsprecher beide zuversichtlich, dass sie die Prüfungen bestehen werden. „Mit viel Motivation und mit dem Blick auf die Sommerferien wird das schon klappen“, sagt Mann.

In der Realschule Dreiländereck kommen die Prüflinge an drei Tagen die Woche zur Schule. Montags, mittwochs und freitags findet je 120 Minuten Blockunterricht in den Kernfächern Deutsch, Mathe und Englisch statt. Die Klassenzimmer sind mit maximal 15 Schüler aufgeteilt. „Die vergangenen Wochen liefen gut und jeder hat sich an die Richtlinien gehalten“, berichtet Schulleiterin Tanja Ullrich.

An ihren Unterrichtstagen kommt die zehn Klasse gestaffelt im Zehn-Minuten- Takt zur Schule. „Es verläuft alles wie geplant und es wird von allen gut umgesetzt. Auch die Lehrer haben mir berichtet, dass die Planungen und Organisationen gut geregelt sind“, schildert Ullrich.

Schüler kommen zeitversetzt

Die Schüler der neunten Klasse kamen zeitversetzt – immer dienstags und donnerstags – zur Schule. Der Blockunterricht wurde pro Tag 90 Minuten in den Kernfächern abgehalten. Für das Wahlfach mussten sie gesondert an den anderen Wochentagen kommen. „Es haben sich aber nie zwei Gruppen gleichzeitig getroffen. Und wenn es einen Wechsel des Fachs gab, kamen die Lehrer zum entsprechenden Raum.“ Am Ende jedes Schultags würden die Klassenzimmer vom Reinigungspersonal gesäubert. „Wir haben aber auch täglich die Schüler in den Richtlinien erneut unterwiesen, damit sie in den Köpfen bleiben.“

Für die Kursstufen 1 und 2 sowie den bilingualen Zug ging es im Oberrhein-Gymnasium direkt in den Unterricht an fünf Tagen. Die Klassengrößen sind dabei erhalten geblieben. „Wir sind im Gebäude sehr flexibel, daher konnten wir die Räume vergrößern“, erklärt Schulleiterin Silke Wießner. Im Zuge dessen wurde auch die Mensa zu einem Unterrichtsraum umfunktioniert. „Unsere Schule hat drei große Eingänge, diese haben wir farblich markiert sowie die naheliegenden Klassenräume. So konnte verhindert werden, dass es zu Ballungen kommt“, berichtet Wießner.

Einbahnstraßen-System in den Schulgängen

In den Gängen hat das Oberrhein-Gymnasium ein Einbahnstraßen-System aufgestellt. „Das hat sehr gut funktioniert. Allgemein halten sich die Schüler sehr gut an die Vorschriften und tragen auch eine Mund-Nasen-Maske – das ist uns sehr wichtig“, erklärt die Schulleiterin und fügt hinzu: „Doch zwischen den Unterrichtsstunden gibt es für die Schüler und Lehrer auch Zeit zum ,Lüften’.“

Mund-Nasen-Masken mussten die Schüler der Gemeinschaftsschule während des Unterrichts nicht tragen, aber in den Pausen oder auf den Gängen. „Der Austausch zwischen Schülern und Lehrern ist deutlich reduziert“, sagt der Schulleiter Burkhard Keller. Der Unterricht jedoch sei intensiver, weil die Klassen in zwei Gruppen aufgeteilt sind. „Zur Prüfung galt die gleiche Aufteilung der Klassen. Es hatte nur deutlich mehr Aufsichtspersonal“, schildert Keller.

Die neunte Klasse kommt drei bis vier Tage die Woche und die zehnte Klasse jeden Tag zum Unterricht. „Die Schüler haben sich schnell auf die neue Situation eingestellt“, berichtet Keller. Er empfinde die ersten Wochen des Unterrichts als einen „guten Testlauf“: „Wir sehen der Zeit nach Pfingsten sehr optimistisch entgegen.“

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