Weil am Rhein Schon immer ein Herz für das Theater

Weiler Zeitung, 12.10.2017 21:45 Uhr

Von Siegfried Feuchter

Das Kleinkunsttheater TAM ist eine Institution. Einst von Erwin Sütterlin gegründet, gab es mit Beginn des Jahres einschneidende Veränderungen. Sütterlin zog sich altershalber zurück und verkaufte die Liegenschaft an die Stadt Weil. Am 1. März stieg Klaus-Peter Klein (62) ein, pachtete das Theater am Mühlenrain und leitet es seither.

Weil am Rhein. Klaus-Peter Klein, gelernter Speditionskaufmann, ist seit vielen Jahren auch ein passionierter Schauspieler und ausgezeichneter Mime, der selbst auf der TAM-Bühne steht. Ebenso ist er ein leidenschaftlicher Fasnächtler und unter anderem Narrenmeister des Verbands Oberrheinischer Narrenzünfte. Unsere Zeitung sprach mit dem Theaterleiter über die Entwicklung des TAM in den ersten Monaten.

Ich bin sehr zufrieden, es läuft in den ersten Monaten besser als ich erwartet hatte. Theatergruppen und Künstler kommen auf mich zu und sind an einem Auftritt im TAM interessiert. Alle sind von dem Theater und seinem Charme fasziniert, ebenso kommt der Backstagebereich sehr gut an.

Nicht eine Sekunde. Es war ideal, dass ich als Nachfolger von Erwin Sütterlin ohne Unterbruch weitermachen konnte.

Das kann man sagen. Ich hatte schon immer ein Herz für die Schauspielerei und das Theater.

Ich bin immer noch dabei, Erfahrungen zu sammeln. Komödien laufen immer, da ist das Theater vollbesetzt. Die Leute wollen Spaß haben, herzhaft lachen und ihre Alltagssorgen vergessen. Ich bin nach allen Seiten offen und freue mich auch immer über Vorschläge. Allerdings kann sich ein Kleinkunsttheater vom Fernsehen her bekannte Künstler und Kabarettisten nicht leisten, weil deren Gage für uns zu hoch ist. Gleichwohl haben wir für Silvester einen bekannten Kabarettisten verpflichten können.

Detlev Schönauer, bekannt als französischer Bistrowirt und durch seine Auftritte bei „Mainz wie es singt und lacht“. Mein Ziel ist es, ein vielfältiges Programm an Kleinkunst mit Theater, Kabarett, Musik und mehr zu bieten. Die Mischung macht’s. Und damit das Kleinkunsttheater finanziell über die Runden kommt, bedarf es natürlich auch Sponsoren. Deshalb freut es mich, dass ich zu den bisherigen Gönnern neue hinzugewinnen konnte.

Die wird es sicher geben. Ein erklärtes Ziel ist es, das Kinderprogramm, für das Emine Akman als professionelle Schauspielerin verantwortlich ist, auszubauen. Die Theaterschule für Kinder und die Mit-Spiel-Theater kommen bislang gut an. Auch ich gehöre neben anderen Schauspielern dem Märchenensemble an, es macht viel Spaß. Die Aufführungen der Komödien mit dem TAM-Team möchte ich künftig noch ausbauen. 30- bis 35 Aufführungen schweben mir vor. Die erste Serie soll von Anfang April bis Mitte Juni, die zweite im September und Oktober laufen. Ich überlege mir auch, die Sonntagsvorstellungen, die bislang immer um 19.15 Uhr beginnen, bereits auf 17 Uhr vorzuverlegen. Dann können die Leute noch bequem zum „Tatort“ zu Hause sein. Im nächsten Jahr will ich einen Versuch starten.

Bislang habe ich mich das noch nicht getraut. Doch für das kommende Jahr steht schon fest, dass am Mittwoch, 28. November, ein hervorragender Zauberer auftreten wird. Ob es noch mehr Veranstaltungen unter der Woche geben wird, da schauen wir mal.

Ja, ich bin gerade am Lesen. Es ist eine anspruchsvolle, aber sehr lustige Komödie, die wir natürlich in Alemannisch darbieten werden. Die Regie wird Emine Akman haben. Sie ist ein Profi und gibt uns immer wieder wertvolle Tipps.

Erfreulicherweise ja. Da wir immer wieder neue Spieler brauchen und ich auch über eine zweite Besetzung nachdenke, habe ich Kontakt zu Schauspielern früherer TAM-Produktionen aufgenommen.

Da gibt es überhaupt keine Probleme. Und die Zusammenarbeit mit dem Kulturamt ist hervorragend. Am 4. Mai kommenden Jahres werden wir uns auch an der Kulturnacht beteiligen. Das derzeit größte Problem, das ich habe, ist, alle Künstler und Aufführungen terminlich auf die Reihe zu bekommen.

Ich versuche es. Doch klar ist auch: Das TAM hat immer Vorrang. Aber das wissen meine Fasnachtskollegen im Vorstand.

Sind Sie mit der Entwicklung des Kleinkunsttheaters zufrieden?

Sie haben also Ihr Engagement im TAM noch nicht bereut?

Hat sich für Sie ein Traum erfüllt mit der Übernahme des TAM und dessen Leitung?

Was kann und soll das TAM leisten? Welchen Anspruch haben Sie?

Wen?

Haben Sie Neuerungen geplant?

Wird es künftig auch unter der Woche Vorstellungen geben?

Haben Sie schon eine neue Komödie für die TAM-Produktion ausgewählt?

Das TAM-Team besteht noch in bewährter Besetzung?

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Stadt als Besitzer der Liegenschaft?

Sie sind ja auch Narrenmeister des Verbands Oberrheinischer Narrenzünfte, und bald wird wieder die neue Fasnachtskampagne eingeläutet. Lässt sich dieses Ehrenamt mit dem Theaterleiters problemlos unter einen Hut bringen?

 
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