Weil am Rhein Schon viele Maßnahmen ergriffen

Ein Weibchen der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) sitzt auf einem frischen Ligusteraustrieb. Foto: zVg/B. Pluskota

Weil am Rhein - Mit menschlichen Kraftanstrengungen geht es gegen einen tierischen Plagegeist: In Weil am Rhein hat der Kampf gegen die Asiatische Tigermücke an Vehemenz zugenommen. Auf die Information der Weiler Bevölkerung und die Verteilung von Tabletten in Friedlingen folgen aktuell weitere Maßnahmen direkt vor Ort – mehr als 100 Fallen wurden schon errichtet. Noch ist keine Asiatische Tigermücke aufgetaucht.

Sehr gut informierte Bevölkerung

Projektleiter Dr. Manuel M. Striegel und die sechs Ehrenamtlichen sind in den Gärten bislang auf eine „sehr gut informierte Bevölkerung“ getroffen, wie der Experte in einem ersten Zwischenfazit gegenüber unserer Zeitung berichtet. „Viele Bürger haben schon Maßnahmen ergriffen“, zeigt die Info-Kampagne aus dem vergangenen Jahr Wirkung.

Brutstellenmanagement sei beispielsweise schon ergriffen worden. Heißt: Blumentöpfe ohne Ablauf, Blumentopfuntersetzer, Gullys und Ablaufrinnen, verstopfte oder verbogene Dachrinnen und weitere Gefäße wie etwa Kinderspielzeug gerieten in den Blick, ob dort Wasserflächen sind, in denen die Asiatische Tigermücke ihre nächste Generation ausbilden kann.

Außerdem waren die Bürger speziell in Friedlingen gefordert, bei der Entsorgung die Behältnisse vorher zu reinigen. Schließlich könnten sich darin intakte Eier vom Vorjahr befinden, die verschleppt würden. Alle kleineren Behältnisse sollten mit heißem Wasser ausgespült und mit Wasser und Bürste gründlich gereinigt werden.  Zur Behandlung von Brutstätten hatte die Stadt in Friedlingen auch Tabletten ausgeteilt – ein biologisches Mittel, das in mögliche Brutstätten in Gärten, auf Terrassen oder auch Balkonen gegeben wird.

60 000 Euro für Mückenbekämpfung

Die Stadtverwaltung lässt sich die Mückenbekämpfung laut ersten Auskünften von Hauptamtsleiterin Annette Huber dieses Jahr 60 000 Euro kosten.

Spezielle Fallen sind an fast 80 Stellen in Friedlingen sowie an 40 weiteren Stellen in Weil am Rhein als Monitoringfallen aufgestellt worden. Bislang ging noch keine Asiatische Tigermücke in das Spezialkonstrukt, stattdessen waren dort vor allem die japanische Buschmücke, aber auch die heimische Baumhöhlenstechmücke zu finden.

Als Mutmaßung dafür führt Projektleiter Striegel an, dass zuerst die Trockenheit und dann der längere Regen zur rechten Zeit kamen, um die Population der Asiatischen Tigermücke einzudämmen. Denn in Heidelberg oder auch in Freiburg gebe es nur Einzelfunde. Doch auch die schon eingeleiteten Bekämpfungsmaßnahmen und der Einsatz der Bevölkerung seien sicherlich Gründe.

Noch zu früh für Entwarnung

Für eine Entwarnung in diesem Jahr ist es jedoch viel zu früh. Die Experten gehen von einem Höhepunkt in drei bis acht Wochen aus. Daher hofft der Projektleiter auch auf bis zu zehn Ehrenamtliche statt der bisher sechs, die sich bei der Mückenbekämpfung engagieren wollen. Mit den aktuellen Kräften ist er sehr zufrieden. Teilweise sei er als Experte vor Ort bei den Bürgern aber gefragt, da die Ehrenamtlichen zwar geschult wurden, doch eine Erklärung von einem fachkundigen Biologen noch gewünscht wird, um Vorbehalte zu reduzieren.

Dieser wiederum setzt auf eine grenzüberschreitende Bekämpfung der asiatischen Blutsauger. „Nur so ist das Problem lösbar.“ Ganz ausmerzen könne man die Asiatische Tigermücke wohl nicht. Denn dieser Spezies spielt das Klima ebenso in die Karten wie der globale Reise- und Warenverkehr. Wichtig sei aber, diese flächendeckend zu bekämpfen, deren Reiseroute zu definieren und „Hot Spots“ zu reduzieren. Als Daueraufgabe für die Zukunft stehe dann an, die Population möglichst gering zu halten.

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