Weil am Rhein Schreiben ohne Stift, das geht

Ines Bode
Manchmal sind es mehr, manchmal weniger Kinder, aber im „WiKi“ ist in den Ferien immer was los – hier mit den Betreuerinnen Anna Weidner (hinten) und Sandrine Özçatal (rechts). Foto: Ines Bode

Beim Ferienprogramm des „WiKi“ können die Kinder ganz verschiedene Dinge ausprobieren. Ein kreativer Programmpunkt ist „Kalligraphie mit der Wäscheklammer“, wobei die Teilnehmer nicht mal mehr schreiben können müssen.

„Mit einer Wäscheklammer schreiben? Ja, das geht“, lautete die erste Überlegung von Linus, als er vom Programmpunkt „Kalligraphie mit der Wäscheklammer“ erfuhr. Ein buntes Ferienprogramm bietet der Stadtteilverein Weil am Rhein-Friedlingen im Quartierszentrum „WiKi“ in der Hardstraße.

Anders als man vermutet galt die Überlegung, ob das mit der Klammer wohl gehe, dem Aspekt, dass Linus Linkshänder ist. Manches geht eben nicht so einfach, sagt der Bub. Erst sein zweiter Gedanke richtete sich an das seltsame Schreibwerkzeug, das am Mittwochstreff zum Einsatz kommen sollte.

Schiffe und Herzen

„Interessant“ fand auch Timuçin diesen ulkigen Stift, ebenso wie seine Schwester Ayşenur und Milena. Es ist noch früh an diesem Nachmittag, fast ist man unter sich im „WiKi“-Quartierszentrum, aber in den nächsten zwei Stunden trudeln womöglich noch weitere Kinder ein. Bis zu 15 Mädchen und Jungen seien es im Schnitt, berichten Sandrine Özçatal und Anna Weidner vom festen Team der Betreuerinnen.

Voll war es vor ein paar Tagen zur Eröffnung, als es Smoothies gab, und auch der nachfolgende Termin, die Spiele-Olympiade, hatte viele Kinder angelockt. Die Sache mit der Kalligraphie fiel aus dem Rahmen, aber genau deshalb hatte sie Özçatal ausgesucht. Gegoogelt im Internet, wie sie erklärt. Die Plattform, die von der „Kunst des schönen Schreibens“ spricht. Die Beschäftigung sei originell, zudem kämen Kinder klar, die noch nicht schreiben können, so die Betreuerin und Mutter. Zunächst einmal ging es jedoch um schönes Malen.

Linus, der malen „super, super“ findet, füllt sorgfältig das ganze Blatt. Hingegen Timuçin Ruckzuck eine Seite nach der anderen verziert. Eine zeigt deutlich ein Schiff, und später entscheidet er, die Idee mit den Figuren von Linus nachzuahmen. Ayşenur, mit sieben Jahren die Jüngste, malt ganz klar Herzen. Ihr Lieblingsmotiv, wie sie lächelt. Milena, die Große der Runde, die in die fünfte Klasse kommt, zeichnet zuerst farbige wolkenartige Gebilde, um dann Buchstaben drüber zu legen. Es sieht nach Kunst aus. Die Frage, ob sie die Technik vorher kannte, verneint sie.

Beim Ferienprogramm kann man eben auch spielerisch lernen. Eingangs der Malstunden hatten die Betreuerinnen jede Holzklammer in zwei Teile zerlegt. Anschließend wurden mit der Spitze der halben Klammer Namen aufs Papier gezogen. Sandrine und Anna stand da zu lesen. Dann kommt Linus, dem Maltalent mit den verdächtig bunten Fingern, der Gedanke, in die nasse Farbe zu pusten. Ein schöner Verlauf entsteht, was die andern animiert, es ihm nachzumachen. Wie bei der „Malen mit Puste-Röhrchen-Methode“, bemerken die Kinder.

Spannende Aktivitäten

Noch bis zum 23. August gibt es montags und mittwochs spannende Aktivitäten. Nächsten Montag sind Wasserspiele im Freien dran, und am Mittwoch folgt die „Fahrradwerkstatt“. Weiter geht’s mit Schnitzeljagd, Ausflug in den Rheinpark, Pflanzen und Bäume entdecken sowie Kochen. Danach findet sich der Spielbus ein, der an vier Tage bleibt: Von Montag bis Donnerstag von 15 bis 17 Uhr ist dann was los im „WiKi“-Quartierszentrum, dessen Räume von der Wohnbau gestellt werden.

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