Weil am Rhein Seit der Kindheit bei Turnern aktiv

Weiler Zeitung, 14.03.2018 22:00 Uhr

Beachtliche 47 Jahre war Fritz Müller im Turnverein (TV) Haltingen als Kassierer tätig. Viele Stunden pro Woche wandte er dafür auf, die Finanzen des Vereins zu führen – anfangs noch in einem handschriftlichen Journal, später am Computer.

Weil am Rhein (sc). Am Anfang gab es noch Soll und Haben Listen, damals war die Mitgliederzahl noch überschaubar. Mit der Zeit steigerte sich jedoch der Aufwand, in den besten Jahren hatte der TV Haltingen weit mehr als 1000 Mitglieder. Es gab Abteilungen, die einen größeren Aufwand an buchhalterischem Können erforderten, andere wiederum fielen weg oder es wurden neue Abteilungen aufgebaut.

Von Beruf Bankkaufmann, war dies für ihn zwar ein leichtes, dennoch war der Zeitaufwand in den fast 50 Jahren erheblich. Mit gerade einmal 21 Jahren, damals gab es Umwälzungen im Vorstand, der sich stark verjüngte, trat Fritz Müller das Amt des Kassierers an. Das war im Jahr 1971, als der damals 25-jährige Helmut Raith, der heute die Wandergruppe leitet, Vorsitzender des TV Haltingen wurde. Egon Rümmele, Doris Busch und zuletzt Peter Reinacher begleitete Müller als Kassierer.

Er sei da hineingewachsen, sagt er Müller heute. Und eigentlich würde er das wieder so handhaben. Auch wenn er nun aus dem Amt des Kassierers ausscheidet, er stehe dem Verein nach wie vor zur Verfügung. Nur heute sei das leichter, denn er müsse keine Verantwortung mehr tragen. Bei der Generalversammlung gab Fritz Müller sein Amt an Jan Bautz ab. Verabschiedet wurde der Kassierer, der sich Jahrzehnte lang als treues, zuverlässiges Vorstandsmitglied erwiesen hat, mit viel Applaus und stehenden Ovationen.

„Ich wollte schon als Kind in den Turnverein“, erinnert sich Müller, der als jüngstes von drei Kinder in Haltingen geboren ist. Sein Vater habe das aber erst erlaubt, als er zehn Jahre alt geworden sei. Diesen Tag hätte er kaum erwarten können. Bei Heinrich Friedmann war er bis zu seinem 18. Lebensjahr als Turner aktiv, dann wechselte er zu den Leichtathleten. Gerne erinnert er sich an die Teilnahme an seinem ersten Gauturnfest im Jahr 1959. Auch besitzt Müller Bilder, auf denen noch viele Wegbegleiter aus der Jugendzeit zu sehen sind. Mit 35 Jahren dann entdeckte er seine wahre Passion, den Langstreckenlauf. Seine beste Zeit an einem Marathonlauf betrug seinerzeit unter drei Stunden.

Nun, was tun mit der neu gewonnen Freizeit? Fritz Müller geht gerne an Veranstaltungen wie Vernissagen, er besucht Vorträge und vor allem ist er nach wie vor am Sport interessiert. Mehrfach in der Woche ist er als Läufer unterwegs, und unter acht Kilometern pro Strecke macht er das nicht. Er fährt Fahrrad oder geht Schwimmen und täglich wird daheim Gymnastik gemacht. Wenn dann noch Zeit übrig ist, trifft er sich gerne mit Freunden und Bekannten auf einen Kaffee oder einen Spaziergang.