Von Alexander Anlicker

Wir haben ein bunt gemischtes Klientel an Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Milieus und verschiedener Nationalitäten. Es ist bemerkenswert, dass man so eine bunt gemischte Vielfalt hat und es keine Probleme gibt“, hebt der Weiler Stadtjugendpfleger Reza Begas die besondere Atmosphäre in der Haltinger Kinder- und Jugendeinrichtung – kurz „Juke“ – hervor. Vergangene Woche feierte das Jugendhaus im Ortsteil haltingen seinen dritten Geburtstag, am 1. Februar 2014 hatte der Jugendtreff zum ersten Mal seine Türen für die Kinder und Jugendlichen aus dem Stadtteil geöffnet.

Als die „Juke“ gebaut wurde, habe es viele Bedenken gegeben, beispielsweise dass die Jugendlichen abends mit lärmenden Mofas herumfahren, erinnert sich Begas. „Es gab in den vergangenen drei Jahren keinerlei Beschwerden und keine Probleme mit Nachbarn“, zieht der Stadtjugendpfleger ein positives Fazit. Mofas und Roller seien auch out, zudem kommen die meisten Besucher aus dem Stadtteil zu Fuß.

Sonst „elternfreie Zone“ öffnete die „Juke“ anlässlich des dritten Geburtstags seine Türen ausnahmesweise auch für Eltern, Nachbarn, und Interessierte. Diese konnten einen Blick hinter die Kulissen des Jugendtreffs werfen.

Zum Tag der offenen Tür waren alle Räume zur Besichtigung offen, und es herrschte gewohnt reger Betrieb. Im Büro der Jugendagentur konnten Jugendliche einen Berufstest am Computer machen, und in den übrigen Räumen standen allerlei Spielgeräte bereit. Das Riesenmemory wurde ebenso rege in Beschlag genommen wie Tischkicker, Airhockey, Billard-Tisch und Tischtennisplatten. In den ruhigen Sofaecken chillten die älteren Jugendlichen. „Mir gefällt es hier. Ich chill hier einfach mit Freunden und Kollegen“, sagte der 14-jährige Niko. Auch der gleichaltrige Deniz ist sehr oft hier und erklärte: „Ich komme zum Chillen und Playstation spielen“. Chillen scheint die Lieblingsbeschäftigung der Jugendlichen zu sein. „Bei den älteren Jugendlichen geht der Bedarf an Aktionen und Veranstaltungen zurück“, stellt Begas fest. Was die Jugendlichen brauchen sei ein „Rückzugsort“.

„Juke“-Leiterin Verena Eyhorn von der Dieter-Kaltenbach-Stiftung freut sich über rund 200 Besucher die wöchentlich kommen. Etwa 70 Prozent der Besucher sind zwischen acht und 14 Jahre alt.

„Die Kinder und Jugendlichen können ihre Ideen und Wünsche einbringen, mitgestalten und Verantwortung übernehmen“, sagt Eyhorn.