Weil am Rhein Vereine fühlten sich nicht vertreten

Weil am Rhein - Es war eine kleine,­ friedliche Demo, die gestern Nachmittag auf dem Rathausplatz vonstatten ging. Die Veranstalter wollten auf die schwierige Situation der Vereine während der Corona-Pandemie hinweisen, wie sie betonten. Besonders wichtig war ihnen dabei die Jugendarbeit, die dadurch auf der Strecke bleibe.

Ganz bewusst hatten sie den Termin des ausgefallenen Buurefasnachtsumzugs in Weil am Rhein für ihre Kundgebung gewählt. Denn sie dachten bei der Aktion auch an die Fasnachtsvereine. Die Verantwortlichen der Weiler Fasnacht indes hatten sich bereits im Vorfeld von der Demonstration distanziert.

Und so blieb es bei etwa 20 zumeist verkleideten De­mons­tranten im abgesperrten Bereich um das Rathaus herum. Hinter der Absperrung hatten sich noch einmal so viele Sympathisanten beziehungsweise Interessierte versammelt.

Die ebenfalls anwesende Polizei konnte sich weitgehend aufs Zuschauen beschränken. Einmal kam es zu einer freundlichen Ermahnung, weil ein Demonstrant keine Maske trug. Dieser konnte jedoch eine Sondererlaubnis vorweisen.

Lieder gegen Impfpflicht und die Kanzlerin

Die Demo bestand im Wechsel aus thematisch passenden Liedern, die mal die Impfpflicht beklagten, mal Angela Merkel kritisierten, sowie aus Kundgebungen einzelner Beteiligter. Mal wurden die Kinder als die Leidtragenden der Pandemie hervorgehoben, dann wieder wurde nach den Profiteuren der Krise gefragt.

„Wir sind ein Netzwerk aus Freunden“, erklärte einer der Veranstalter im Pressegespräch am Rande der Veranstaltung. „Wir haben uns im Laufe des vergangenen Jahres zusammengefunden und weisen seither regelmäßig auf Missstände hin.“ Die Veranstalter blieben anonym und begründeten dies damit, dass sie sich bedroht fühlten. 

Für heute hat der Freundeskreis in Lörrach eine Disco angemeldet, um auf die schwierige Situation von Jugendlichen aufmerksam zu machen. Immer samstags versammelt sich die Gruppierung zudem auf dem Marktplatz in Lörrach, um ihren Standpunkt zu erklären.

Covid 19 eine „seltene Erkrankung“

Die Demonstranten ziehen den Sinn und Zweck von PCR-Tests in Frage, sie bezweifeln deren Aussagefähigkeit. Zudem halten sie Covid 19 für eine „seltene Erkrankung“. Die Gruppierung spricht von sich als „Selbstdenker“. Querdenker wollen sie ausdrücklich nicht sein. Auch fühlen sie sich eigenen Angaben zufolge keiner Partei zugehörig.

Die durch Musik aus einer Lautsprecheranlage und Tanzeinlagen aufgelockerte Protestveranstaltung zeigte sicherlich auch Schwierigkeiten auf, mit denen viele Menschen derzeit zu kämpfen haben, ließ aber konstruktive Lösungsansätze komplett vermissen.

Die letzten Protestler tanzten noch nach zwei Stunden weitgehend unbeobachtet über den Rathausplatz

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