Weil am Rhein Verjüngungskur für den „Rebstock“

Haltingens ältestes Gasthaus, das 1497 erstmals urkundlich Erwähnung fand. Foto: Weiler Zeitung

Weil am Rhein-Haltingen - Sobald die Gastronomie-Betriebe öffnen dürfen, wird der Haltinger „Rebstock“ ein neues Betriebsleiter-Duo erhalten. Inhaber Peter Biechele will sich aber noch nicht ganz aus dem Geschäft zurückziehen, wie vor gut zwei Jahren temporär schon einmal der Fall, sondern der mittlerweile 77-Jährige sieht seine Rolle künftig als „Controller und Händeschüttler“.

Das eigentliche Geschäft übernehmen dann der frühere Kant-Abiturient Luka Lang (25) und seine Freundin Lena Schwarz (27). „Ziel ist, zusätzlich ein junges Publikum anzusprechen“, schilderte Biechele gestern im Gespräch mit unserer Zeitung die Zukunftsausrichtung für Haltingens ältestes Gasthaus, das 1497 erstmals urkundlich Erwähnung fand.

Modernere Speisekarte

Bei den Veränderungen soll es sich um sukzessive Neujustierungen, also eine schrittweise Modernisierung der Speisekarte handeln. Zugleich will Biechele auch nicht das bisherige Stammpublikum, das teilweise älteren Semesters ist, vergraulen. Mit dieser Marschrichtung werden Lang und Schwarz an den Start geschickt. Wann dies konkret der Fall sein wird, könne aufgrund der Corona-Auflagen aktuell nicht prognostiziert werden. Biechele betet, dass dies schon zum 1. Februar der Fall sein wird, wahrscheinlicher sei aber der 15. März. „Dank der Corona-Hilfen halten wir uns aktuell über Wasser.“

Alle 22 Mitarbeiter befinden sich jedoch in Kurzarbeit. Über Mittag arbeiten drei davon, abends ist es eine ähnliche Anzahl. „Das Take-away-Geschäft läuft gut, wenn auch nicht so gut wie im Frühjahr.“

Keine Gäste im Hotel

Völlig anders sieht es im Hotel aus. Zwar wird damit geworben, dass sich alle 16 Zimmer, mit insgesamt 30 Betten, in sehr ruhiger Lage befinden, die beschriebene geschmackvolle Einrichtung und „allen Komfort für einen angenehmen, erholsamen Aufenthalt“ nutzt derzeit aber kein einziger Gast – und das schon seit drei Wochen. Und auch im November und Dezember habe es nur vereinzelt Übernachtungsgäste gegeben.

Daher ruht die Hoffnung von Biechele auf der wärmeren Jahreszeit und darauf, dass das Reisen wieder erlaubt wird. Denn im vergangenen Sommer sind laut dem Inhaber viele deutsche Touristen in der Haltinger Unterkunft gewesen. „Wir gucken, ob sich das wiederholt. Das wäre schön.“

Die neuen Betriebsleiter

Erst einmal richtet sich der Blick von Biechele aber auf den Neustart nach dem Lockdown und das Wirken des neuen Duos, das den Weg vom „Rebstock“ in Egringen zum „Rebstock“ in Haltingen gefunden hat. Der dortige Senior-Chef Dieter Krause war bei Biechele im Frühjahr zum Essen und hatte das Paar ins Gespräch gebracht – womit der 77-jährige Haltinger auch etwas kürzer treten könne.

Luka Lang hatte am Weiler Kant-Gymnasium Abitur gemacht. Während seines dualen Studiums des Hotel- und Gastronomiemanagements in Ravensburg und der Tätigkeit im renommierten Hotel-Restaurant Erbprinz in Ettlingen nahe Karlsruhe lernte er Lena Schwarz kennen, die nun gemeinsam im Haltinger „Rebstock“ für frischen Wind sorgen wollen. Biechele: „Beide lieben das Gastgewerbe, sind freundlich und zuvorkommend. Sie scheuen auch die Arbeit nicht.“ Gemeinsam sollen sie damit zugleich den Inhaber deutlich entlasten, da im Frühjahr die 50-Prozent-Teilhaberin Erika Graf in Rente gegangen ist.

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