Weil am Rhein Viele setzen auf die Spritze beim Arzt

Nicht nur in den Impfzentren, sondern auch beim Hausarzt ist die Verabreichung der Vakzine möglich. Foto: sba

Weil am Rhein - Die Möglichkeiten, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, werden vielfältiger. Nicht nur in den Impfzentren, sondern auch beim Hausarzt ist die Verabreichung der verschiedenen Vakzine inzwischen möglich. In einer Umfrage unserer Zeitung sprechen Weiler Bürger darüber, welche Erfahrungen sie mit den Corona-Impfungen gemacht haben und wo bei der Organisation nachgebessert werden muss.

„Von Beruf bin ich Altenpflegerin, daher habe ich beide Impfdosen zum Schutz der Bewohner bereits in meiner Arbeitsstelle erhalten“, berichtet Helga Klingele. Allerdings wäre sie auch ohne diesen Beruf selbst ein Risikopatient, erklärt sie, dass die Impfung auch für sie persönlich sehr wichtig sei. „Auch meine Tochter möchte sich impfen lassen. Bisher bekam sie jedoch noch keinen Termin“, schildert Klingele. Mal seien keine Impfstoffe da, mal gebe es einen anderen Grund. „Ich denke, hier wurde einiges verschlafen“, sagt sie.

Hannelore Lorenz erzählt, dass sie bereits einmal geimpft ist. „In der nächsten Woche werde ich bei meinem Hausarzt die zweite Impfung erhalten.“ Die Anfrage und die Vergabe des Impftermins seien beim Hausarzt schnell und reibungslos gegangen. „Für meinen Mann, der sich wegen seiner Vorerkrankungen impfen lassen wollte, hat mein Schwiegersohn versucht, einen Termin im Impfzentrum zu erhalten. Bis nachts um 24 Uhr war er am Telefon zugange. Schließlich hat er es geschafft“, berichtet sie. „Mein Mann wurde mit Astrazeneka geimpft, was mich nicht begeisterte, ich habe Biontech erhalten.“

Vor der Impfung seien beide jedoch beim Hausarzt gewesen, um sich beraten zu lassen. „Für uns ist die Impfung wichtig, andere mögen anderer Meinung sein. Jeder Mensch muss wissen, was er macht und am Ende auch die Folgen tragen.“

Auch Anett und Anton Dachtler kritisieren die Bürokratie bei der Vergabe eines Impftermins. „Bis in die Nacht haben wir uns um einen Termin bemüht“, schildern sie. Schließlich wurden sie in Waldshut und in Freiburg fündig. „Ursprünglich wollten wir uns noch nicht impfen lassen, doch die Einschränkungen haben uns dazu veranlasst, uns impfen zu lassen.“ Mit dem Impfnachweis werde das Reisen europaweit wieder möglich sein, glauben sie.

„Nein, ich habe noch nicht probiert, einen Termin zu erhalten“, sagt Ulrike Rosshart. Sie möchte zunächst anderen den Vortritt lassen. „Im Moment kann ich damit umgehen, nicht geimpft zu sein.“ So arbeite sie von Zuhause aus. „Auf keinen Fall will ich ins Impfzentrum. Ich werde mit meiner Mutter zu unserem Hausarzt gehen. Dies schon alleine, um meine Mutter vor einer Ansteckung zu schützen“, betont Rosshart.

„Es wird kein Leben ohne die Folgen der Pandemie geben. Man wird damit umgehen müssen, beispielsweise weiterhin eine Maske tragen“, so ihr Blick voraus. „Wir sollten alle mehr schätzen, wie gut es uns noch immer geht.“ Die Menschen sollten demütiger sein und in vielen Lebensbereichen mehr auf Qualität statt auf Quantität setzen, findet sie.

Isa Schaulin berichtet, dass sie die erste Impfung gut vertragen habe. „Ich bin gleich zu unserem Hausarzt gegangen. Beim Impfzentrum habe ich es nie probiert“, schildert sie die Organisation. „Wir haben eine Tochter, die im Ausland lebt. Schon aus diesem Grund war eine Impfung sinnvoll. Betrachtet man das Geschehen rundherum, wird man feststellen, dass es sich nicht umgehen lässt, sich impfen zu lassen.“

Die Haltung der Impfverweigerer, die andere missionieren wollen, könne sie nicht verstehen. Schließlich müsse jeder seine eigene Entscheidung treffen und die Verantwortung dafür tragen.

„Gestern habe ich die erste Impfung erhalten“, berichtet Erika Meier. „Ich habe den Termin online gemacht. In Lörrach ging das nicht, da gab es immer wieder Verzögerungen. Innerhalb von drei Tagen wurde der Termin in Müllheim realisiert. Dort war alles top organisiert, ein schneller Ablauf, keine Schlangen von Wartenden. Mein Partner wurde in Freiburg geimpft, auch dort gab es keinerlei Probleme.“

Auch sie verstehe die Menschen nicht, die gegen eine Impfung angehen. „Meine Mutter ist 93 Jahre alt und lebt in einem Pflegeheim. Ich will so viel Zeit mit ihr verbringen, wie möglich und ich will, dass sie gesund bleibt.“ Die Pandemie erfordere Maßnahmen zur Eindämmung, betont Meier. „Schließlich wollen wir alle wieder ein normales Leben führen.“

Jeremias Schönwald sagt: „Ich sehe die Möglichkeit, sich impfen zu lassen positiv. Zwar bin ich noch nicht geimpft, weil ich zu jung bin, dennoch würde ich mich impfen lassen, um das Risiko einer Erkrankung zu minimieren.“ Sich selbst und andere schützen, das sei seine Motivation. „Das Impfrisiko sehe ich geringer als das Ansteckungsrisiko und damit eine Erkrankung selbst.“

Er werde nicht ins Impfzentrum gehen, sagt Schönwald. „Da bekommt man ja eh keinen Termin.“ Stattdessen will auch er sich lieber bei seinem Hausarzt impfen lassen.

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