Weil am Rhein Vielfalt heimischer Architektur

Weiler Zeitung
Bildpoesie der besonderen Art: Detailaufnahme eines alten Schuppens in Efringen-Kirchen in der Ausstellung. Foto: Walter Bronner Foto: Weiler Zeitung

Eilige Passanten würden den alten Schopf an der Hutgasse in Efringen-Kirchen wohl keines Blickes würdigen. Denn was ist schon dran an dem unansehnlich gewordenen Fassadenteil aus verwitterten Bruchsteinen in einemschmalen Fachwerkaufsatz unterhalb des Dachtraufs mit den daran hängenden Holzleitern, deren Holme Sonne, Wind und Wetter verbogen?

Von Walter Bronner

Weil am Rhein. Doch es ist genau dieser Ausschnitt des tristen Gemäuers, den Joachim Stockert als dankbares Kameramotiv dingfest machte und als den wohl poetischsten Beitrag zur neuen Ausstellung der Fotografischen Gesellschaft Dreiland (FGD) in der Villa Schätzle ablieferte.

Auffällig ist das Schopfmotiv auch wegen des eigenartigen Formats von zwei Metern Länge und 40 Zentimetern Höhe. Dass es sich bei diesem Blickfang um eine Montage aus mehreren Aufnahmen handelt, werden selbst Betrachter mit Röntgenblick kaum gewahr, was den Entdecker dieses Sujets auch als einen fototechnischen Könner par excellence ausweist.

Diese Anerkennung verdienen freilich auch alle weiteren 23 Beteiligten dieser FGD-Jahresausstellung, die unter dem Motto „Per Perspektive“ die Vielfalt und Eigenheiten regionaler Architektur aufspürten und mit ebenso unterschiedlichen wie hervorragenden Resultaten ins Bild setzten. Ein Anziehungspunkt war natürlich der Weiler Vitra-Komplex, dessen Bauten und deren architektonischen Details gleich dutzendfach zu unterschiedlichen Tageszeiten und/oder in Spiegelungen und attraktiven Kontrastwirkungen von Licht und Schatten zu sehen sind.

Blickfänge auf Schritt und Tritt entführen nach Basel zum Badischen Bahnhof oder auf den Messeplatz, in dessen aus Aluminiumflechtwerk konstruierten Kuppel über der Tramstation sich das „Himmelsauge“ öffnet. Börrirs von Oeynhausen und Michael Pantze steuern individuelle Ansichten dazu bei, während Siglinde Wißgott die Dreiländerbrücke bei Nacht, Brigitte Wittkämper den Basler Theaterplatz mit Blick zur Elisabethen-Kirche, Magdalena Lederer die geschwungene Fassadenoberkante zum Turm der Stettener Johanneskirche in den wohlgeschulten individuellen Blick nahmen.

Lörrachs Duale Hochschule, das Triangle in Hüningen, das Warteck in Rheinfelden und eine Detailansicht des Roche-Towers in Basel nahmen jeweils Evi Günther-Thietke, Georg Gütter, Reinhold Bernhard Smeets und Peter Hartmann aus ganz persönlichen Blickwinkeln ins Visier.

Solche eigenen Sichtweisen von anderen Bauwerken aus Geschichte und Gegenwart der Regio kennzeichnen auch die durchweg imposanten und aussagekräftigen Fotografien aller übrigen Beteiligten. Außer den genannten sind dies Annemarie und Walter Taeschner, Bernhard Wißgott, Brigitte Oldenburg-Hartmann, Dietrich Brucker, Elke Becker, Eric Noël Mika, Fred Freudemann, Gerhard Heyer, Günter Anders, Günther Fischer, Petra Hartmann, Petra Markmeyer-Pieles, Sigrid Hupfer, Silvia Elz-Wilper, Thomas Merkel und Uwe Pieles.

 Die Nachbetrachtung dieses außerordentlich vielschichtigen Blicks auf  Wohn-, Arbeits-, Kunst- und Kulträume in einem geografisch begrenzten Radius in der ehemaligen Fabrikanten-Villa (Unterer Schlipfweg 24) ist bis 17. Dezember möglich. Öffnungszeiten: samstags und sonntags, außerdem am 6. und 7. Januar, jeweils von 13 bis 17 Uhr.

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