Weil am Rhein Vom Gewächshaus in die Innenstadt

Weil am Rhein - Die Anordnung der verschiedenen Pflanzen in einem Beet folgt klaren Kriterien. Doch nicht nur die Auswahl und Positionierung ist dem Leiter der Stadtgärtnerei, Stephan Schmieder, wichtig, sondern auch die Wirkung. „Es ist ein wichtiger Beitrag für die Lebensqualität in der Stadt“, wie er gestern bei einem Besuch unserer Zeitung im Gewächshaus schilderte.

Wichtiger Beitrag zur Lebensqualität in der Stadt

Die „Kinderstube“ ist voll mit einer Aussaat, die vor zwei Wochen erfolgte. Eisenkraut, Salbei, Buntnessel oder auch spanische Gänseblümchen und verschiedene Ziergräser gucken ein kleines Stück bereits aus dem dunklen Töpfen heraus. Später sollen sie die Beete an der Hauptstraße in der 20er-Zone oder auch im Läublinpark eingepflanzt werden. Einige der Keime haben es innerhalb von drei Tagen in den aktuellen Zustand geschafft, andere benötigten drei Wochen.

Aus der Saatkiste kommen die Pflänzchen danach heraus und werden einzeln in größere Anzuchttöpfchen gepflanzt, später dann in einen großen Topf. Eisenkraut benötigt bis zum Auspflanzen drei Monate, die Studentenblume nur sechs Wochen. Je nach Art schaffen es von der Aussaat bis zum Topf 70 bis 90 Prozent. Ein Gramm Samen kann aus 1000 Körnern bestehen, bei der Sonnenblume sind es nur zehn Körner, um die Ein-Grammzahl zu erreichen.

An Trockenheit angepasst

20 000 Blumen sind es pro Jahr, die von Schmieder und seinen 15 Mitarbeitern in der Stadtgärtnerei herangezogen werden. Für den Frühling und Herbst gibt es fünf Kulturen, im Sommer hingegen 30. „Der Sommerflor ist viel umfassender, es gibt mehr Sorten und Arten.“ Während also im Frühling die Stiefmütterchen dominieren, sind es im Sommer Euphorbia, also die Gattung Wolfsmilch. 700 Stück davon werden in die Beete gesetzt. Der Vorteil: Die Pflanze kommt bestens mit Trockenheit zurecht.

Im Gegensatz zum Fleißigen Lieschen, weshalb die Stadtgärtnerei im Vergleich zu früheren Jahren diese nicht mehr heranzieht, weiß Schmieder um den Wandel während seiner mittlerweile über drei Jahrzehnte langen Tätigkeit in der Stadtgärtnerei. Neu findet sich seit zwei Jahren Laurentia, also die Sternenblume, in den Beeten, die als unkomplizierte Pflanze gilt. Nicht fehlen dürften weiterhin Geranien und Begonien, die rein quantitativ beim Sommerflor auf Platz zwei und drei liegen.

30 Beete und viele Kübel

Insgesamt 17 Beete gilt es, in der Innenstadt zu bestücken, aber auch im Läublinpark finden viele den passenden Platz. Stadtweit sind es 30 Beete, hinzu kommen noch die zahlreichen Blumenkübel. „Gerade in der aktuellen Zeit macht es den Leuten Freude, die Blumen zu sehen“, schildert der Stadtgärtnerei-Leiter.

Hinzu komme, dass ein Stück Natur sich neben dem Asphalt befindet. Überwiegend handelt es sich laut Schmieder um Pollen-produzierende Pflanzen, die von Insekten angeflogen werden. „Darauf achten wir auch.“ Ebenfalls wichtig sei die richtige Standortwahl. Ganz besonders deutlich wird dies an den großen Palmen. In den Kübeln befindlich, werden sie zur kalten Jahreszeit hin vom Rathausplatz zur Stadtgärtnerei gebracht, die nahe des Laguna beheimatet ist.

Naturwuchs mit Konzept und Struktur

Dem Frost ausgesetzt sind die großen Exemplare. Während auf dem exponiert gelegenen Schlaufenkreisel nur eines von drei einen richtig kalten Winter überlebt hat, sieht es an der Ecke Turmstraße/Hauptstraße besser aus. Dort befindet sich auch ein echtes Vorzeigebeet.

Bei allen gibt es aber ein klares Konzept. Im Beet muss zwischen den Blumen ein Ruhepol sein. Gräser, Grünpflanzen und Blattpflanzen übernehmen laut Schmieder diese Funktion – „um die Balance zu halten“. Zudem gelte es, mit unterschiedlichen Höhen eine Struktur zu schaffen.

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