Weil am Rhein Zuhören und genießen

Weil am Rhein - Mit Top-Gruppen und spannenden Neuentdeckungen: Das Internationale Bläserfestival soll bei freiem Eintritt vom 27. bis 29. Juni rund 30 000 Besucher in die Innenstadt locken. Das Kulturamt-Team als Organisator, die Stadtspitze mit OB Wolfgang Dietz und die Sparkasse als Hauptsponsor in Person von Vorstandschef Ulrich Feuerstein gaben sich gestern zuversichtlich, dass dies mit dem abwechslungsreichen Programm wieder gelingen kann.

Die bisherige Erfolgsgeschichte des Internationalen Bläserfestivals will Kulturamtsleiter Tonio Paßlick fortschreiben, wobei er weniger auf die wegen des freien Eintritts ohnehin schwer messbare Besucherzahl blickt. „Hauptsache, es ist voll“, hofft er. Angelockt würden Weiler Bürger, Menschen aus den Nachbargemeinden als auch Gäste, die mehrere hundert Kilometern entfernt wohnen. „Viele Leute kommen auch wegen der Stimmung und weil man zwischen Alternativen wechseln kann“ – also der Weindorf-Bühne, der Sparkassen-Bühne oder sie können auf der Hauptstraße bei den Marchingbands verweilen. Unterm Stich stünde das „größte Free-Festival in Südbaden“, also ohne Eintritt.

Elektrisierende Musik

Bei der gestrigen Vorstellung des Programms hob Paßlick daher nicht nur die musikalischen Fähigkeiten der verschiedenen Bands hervor, sondern auch deren Unterhaltungsqualitäten. Wer also vor der Sparkassen-Bühne tanzen will, dem wird dafür ausreichend Fläche geboten, wer hingegen mehr die Musik genießen will, kann dies alternativ zeitgleich bei der Weindorf-Bühne auf dem Rathausplatz. Das Festival-Konzept beinhaltet dabei Weltmusik, Blues und Swing oder auch etwas dynamischer Ska, Reggae und Funk, also „Musik, die die Leute elektrisiert“, schilderte Paßlick. „Volksmusik kommt bei uns nicht an“, hat er zugleich die Lehren aus der Vergangenheit gezogen.

Zuspruch steigt weiter

Dass der Kulturamtsleiter in der Funktion als künstlerisch Verantwortlicher für das Bläserfestival den richtigen Schwerpunkt wählt, attestierte ihm auch gestern Oberbürgermeister Wolfgang Dietz. „Der Zuspruch steigt von Jahr zu Jahr dank des Programms.“ Richtig sei beispielsweise nicht die Überlegungen umgesetzt zu haben, an einem Abend ein Mini-Tattoo anzubieten. Vielmehr steht das Saxofon als Instrument des Jahres dieses Mal im Mittelpunkt.

Das Saxofon

Zugleich wird damit dem Belgier Adolphe Sax ein Kränzchen gebunden, der das Instrument im Jahr 1840 erfunden und am 21. März 1846 hat patentieren lassen. Als Top-Künstler des gesamten Bläserfestivals gilt Manu Dibango, der das Saxofon perfekt beherrscht. Er ist am Samstag, 29. Juni, ab 21 Uhr auf dem Rathausplatz zu erleben. Dort begeht er zugleich ein Bühnenjubiläum, seit 60 Jahren tritt der Herzblutmusiker auf. „Die Legende der Saxofon-Musiker schlechthin“, freut sich Paßlick, den Über-80-jährigen Dibango und die Soul Makossa-Gang angeheuert zu haben.

Energiegeladene Musiker

Einen weiteren musikalischen Höhepunkt verspricht der Kulturamtsleiter für Freitagabend auf der Weindorf-Bühne. Ab 21 Uhr tritt hier Vinorosso auf, die alpine Weltmusik bieten. „Die sind total wild“, verweist er auf die Selbstdarstellung der Gruppe: „Energiegeladen, laut, massiv, rastlos, anders, südtirolisch-europäisch, weltoffen, mehrsprachig, modern, traditionell, mitreißend, augenzwinkernd, kritisch oder auch humorvoll und ernst.“ Doch auch auf der Sparkassen-Bühne wird an den drei Festival-Tagen einiges geboten. Unter anderem treten hier Äl Jawala mit Balkan Bläsern (Donnerstagabend), die Constellation Big Band Freiburg (Freitagabend) und auch „Ivan Ivanovich + The Kreml Krauts“ (Samstagabend) auf. Letztere sind mit Polka-Rhythmen für ein anderes Orchester eingesprungen, das aufgrund eines Autounfalls absagen musste.

Ein „ganz interessantes Programm“, lobte auch Hauptsponsor Feuerstein, der Chef der Sparkasse Markgräflerland, die Arbeit des Kulturamtsteams mit Paßlick sowie Mirjam Armbruster, Gabriele Trefzer, Ute Keilbach und Nicole Fecher-Gutjahr. Die Sparkasse sponsort das Festival mit 55 000 Euro. Hinzu kommt noch die gleiche Summe, womit sich dann das Gesamtbudget des Festivals ergibt. „Wir schaffen mit dem Festival eine Attraktivität für Weil am Rhein“, sieht Feuerstein das Geld gut investiert. Dass Bands schon direkt auf das Kulturamt zukommen und bei dem Festival auftreten wollen, weiß auch Dietz um den guten Ruf. „Es spricht sich rum.“

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