Weil am Rhein Zuweilen sind die Fronten verhärtet

Kathryn Babeck
Haben den Perspektivwechsel gewagt: Schüler aus Weil am Rhein und Saint-Louis. Foto: Kathryn Babeck

Deutsche und französische Schüler haben sich mit der deutsch-französischen Politik beschäftigt und dabei die Positionen des jeweiligen Nachbarlandes kennengelernt.

Kathryn Babeck

Es ist ein bedeutsames Gremium: Der Deutsch-Französische Ministerrat. Die große Herausforderung dieses Gremiums ist es, zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen. Minister der Mitgliedsstaaten werden dorthin entsandt und bringen die Perspektive ihres eigenen Landes mit ein. Es gibt mehrere Ratsformationen, angefangen von den Auswärtigen Angelegenheiten bis zur Bildung, Jugend und Kultur.

Deutsch-Französisches Planspiel

28 Schüler vom Gymnasium in Saint-Louis (Frankreich) und vom Oberrheingymnasium in Weil am Rhein haben bei einem Planspiel der Landeszentrale für politische Bildung, Außenstelle Freiburg, mitgemacht und sich in die Rolle der Ratsminister sowie ihrer Berater versetzt und sich mit Fragen der jeweiligen Ausschüsse beschäftigt.

Cédric Le Pohon, Geschichts- und Geografielehrer aus Saint Louis, Lisa-Marie Geier (Französisch, Geografie) vom Oberrheingymnasium, Estelle Fromant, sie unterrichtet im bilingualen Zug Deutsch und Literatur, sowie Gerhard Gehring, der Gemeinschaftskunde im bilingualen Zug lehrt, haben die Schüler vorbereitet. Vokabeln wurden gepaukt und das komplizierte Konstrukt Ministerrat vorab besprochen.

Zwei Bereiche haben die Schüler in Weil am Rhein genauer unter die Lupe genommen: Das Thema Umwelt-, Kohle- und Atomkraft sowie die Verteidigungspolitik.

Auf der anderen Seite stehen

Lea Löffland, Charlene Bird, Rafael Steiner, Gana Brand-Salb und Svenja Szulerski erzählen danach von ihren Erfahrungen. Bird: „Wir sind nach dem Zufallsprinzip den beiden Ausschüssen zugeordnet worden“. Sie war bei der deutschen Umweltdelegation dabei. Dabei wurde die Frage des Kohleausstiegs erörtert.

Lea Löffland,Charlene Bird, Rafael Steiner, Gana Brand-Salb, Lea Löffland, Svenja Szulerski Foto: Kathryn Babeck

Rafael Steiner war Teil der französischen Delegation. „Wir erhielten einen Infotext zum Thema Atomkraft.“ Bei erneuerbaren Energien sind eher Kompromisse möglich, aber bei der Frage der Atomkraft sind die Fronten verhärtet, sagt er. „Deutschland schließt die Kraftwerke und Frankreich baut neue.“ Brand-Salb war Entsandte im Verteidigungsrat. Da ging es um eine gemeinsame europäische Verteidigungsstrategie, gerade auch im Hinblick auf den Ukraine-Krieg. „Frankreich will eine gemeinsame europäische Armee, Deutschland ist da kritisch wegen ihrer Verbindung zur USA“, berichtet die Schülerin. Szulerski sagt, es sei hilfreich gewesen, die andere Meinung zu hören. In der gemeinsamen Abschlusserklärung hätten sich die Schüler auf ein Tempolimit von 185 Kilometer pro Stunde auf der Autobahn geeinigt, erzählt einer der Lehrer lachend

Das Planspiel

Ablauf:
Miriam Kraft von der Landeszentrale für politische Bildung, Außenstelle Freiburg, sagt: „Zunächst gibt es eine inhaltliche Einarbeitungsphase, dann erhalten die Schüler ihre Rollenprofile als Minister oder Berater. “ Die Argumente der einzelnen Personen würden herausgearbeitet. Die Simulation selbst dauert circa zwei Stunden, je nach dem wie viele Argumente die Schüler ins Feld führen. Im Anschluss daran erarbeiten die beiden Gruppen jeweils eine Abschluss- und eine Presseerklärung. Zum Schluss werde erörtert, wie realistisch diese Simulation gewesen ist. 

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