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Wieden Bergbau wird erlebbar gemacht

Christoph Schennen
Mit dem Durchschneiden des Bands wurde das Infozentrum eröffnet. Von rechts: Clemens Jäger, Annette Franz, Bärbel Schäfer, Marion Dammann, Martin Wietzel und ein weiterer Vertreter des Bergmannsvereins. Foto: Christoph Schennen/Christoph Schennen

Im Besucherbergwerk Finstergrund wurde das Informationszentrum feierlich eröffnet. Auch Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer sowie Landrätin Marion Dammann kamen zur Eröffnung und lobten die Arbeit des Bergmannsvereins.

Das neue Informationszentrum Bergbau und Geologie beim Besucherbergwerk Finstergrund ist am Sonntag eröffnet worden. Zahlreiche Bürger nutzten den Anlass, um einen Teil ihres Sonntags dort zu verbringen.

Martin Wietzel, Vorsitzender des Bergmannsvereins Finstergrund Wieden, referierte kurz die Entstehungsgeschichte des Projekts, das ohne finanzielle Hilfe Dritter nicht hätte realisiert werden können. Der Verein bekam für sein Projekt Mittel aus dem Regionalentwicklungsprogramm Leader, aus dem Strukturfördertopf des Landkreises Lörrach sowie von den Gemeinden Wieden und Utzenfeld. Das Besucher-Informationszentrum hat laut Wietzel ein Kostenvolumen von etwas über 400 000 Euro und liegt damit zehn Prozent über der ursprünglichen Kostenplanung. Er nannte das Infozentrum eine „wichtige Anlaufstelle“, die auch als „touristisches Ausflugziel“ einen hohen Stellenwert habe.

Originale Gegenstände

Clemens Jäger, wie Wietzel Vorsitzender des Bergmannsvereins, sagte, das Infozentrum lege den Fokus auf die regionale Bergbaugeschichte: „Hier sind überwiegend original erhaltene Gegenstände aus Wieden, Utzenfeld oder dem Oberen Wiesental ausgestellt.“ Zu ihnen zählen laut Jäger ein Schnabelkipper, der Schreibtisch des damaligen Repräsentanten der Gewerkschaft Finstergrund oder eine Förderwanne der Transportseilbahn Wieden-Utzenfeld, dessen Erhalt dem Engagement von Bürgern zu verdanken ist. Kurzum: alles Gegenstände, welche für die Regionalgeschichte einen kulturhistorisch unschätzbaren Wert besitzen, so Jäger.

Schäfer löst Versprechen ein

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer hat ihr Versprechen, zur Eröffnung des Besucherzentrums zu kommen, eingelöst. Den Bergwerksfreunden sei es gelungen, sagte sie in ihrem Grußwort, „Aspekte des regionalen Bergbaus auf zwei Etagen erleb- und sichtbar zu machen.“ Bergbau sei ein wichtiger Teil der Geschichte des Schwarzwalds, so die Regierungspräsidentin.

Zentrum des Flussspats

Im Finstergrund wurden Silber- und Bleierze abgebaut und verhüttet; ab 1922 sei das Flussspat interessant geworden. „Wieden wurde zu einem Zentrum der deutschen Flussspatproduktion“, so Schäfer, der vor der Eröffnung – wie den anderen Ehrengästen auch – das moderne Ausstellungskonzept vorgestellt wurde.

Lob der Landrätin

Landrätin Marion Dammann sagte, die Entstehung des Informationszentrums symbolisiere die Innovationskraft im Verein. Der Verein setze die schwere körperliche Arbeit der Bergmänner in Wert um.

Das Projekt sei ein gelungenes Beispiel für ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Gemeinschaft.

Bergbau für Ort prägend

Wiedens Bürgermeisterin Annette Franz blickte auf die Anfänge des Bergmannsvereins zurück: „Ich bin froh, dass am 1. März 1975 22 ehemalige Finstergrund-Bergleute in Utzenfeld die Idee hatten, diesen Verein zu gründen.“ Die Ausstellung biete spannende Informationen über den Bergbau, „der für unseren Ort prägend war.“ Nachdem Lothar Reinhard, stellvertretender Vorsitzender des Verbands der Bergmannsvereine und bergmännischen Musikvereine in Baden-Württemberg, ein Einfahrtsgebet gesprochen hatte, durchschnitten die Redner das Band zur Eröffnung.

Anschließend wurde die Eröffnung des Infozentrums von den zahlreichen Besuchern gefeiert, im Festzelt spielte passend dazu die Bergmannskapelle Wieden auf.

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