^ Wiesentäler Filmprojekt: Mystery-Märchen im Serienformat - Schopfheim - Verlagshaus Jaumann

Wiesentäler Filmprojekt Mystery-Märchen im Serienformat

Jürgen Scharf
Screenshot einer Szene aus dem Mystery-Thriller „(Un)Gerechtes Spiel“ Foto: Skaicru/zVg

Die Filmgruppe Skaicru stellt ihren Mystery-Thriller „(Un)gerechtes Spiel“ am Wochenende im „Scala“-Kino vor. Der Film mit märchenhafter Story und Krimi-Elementen ist Start eines Dreiteilers.

„Es war einmal vor langer Zeit, da kehrte die verlorene Schwester heim und sorgte für Unruhe im Königreich...“ So beginnt der Trailer der Pilotfolge des Dreiteilers „(Un)gerechtes Spiel“ der jungen Filmgruppe Skaicru. Der 30-minütige Film entführt in die fiktive Kleinstadt Walden im Schwarzwald. Was da alles passiert an rätselhaften Dingen, wer die Schuld an dem undurchsichtigen Geschehen hat – dieses Geheimnis wird bei der Filmpremiere am Samstag im Kino „Scala“ in Schopfheim gelüftet.

Der Mystery-Thriller handelt von zwei Schwestern, die vor der Vorstellung eines Theaterstücks plötzlich verschwunden sind. Statt auf der Bühne zu stehen, rennen die Hauptdarsteller in Ballkleidern durch den Wald, zitternd und in zerrissenen Kostümen... In dem kurzen Ausschnitt sieht man schon mal Mysteriöses, und die Ausgangssituation verrät, dass sich da ein richtiger Krimi entspinnt, in dem es auch um Falschgeld geht und um ein Auto mit Blutflecken.

Die Story ist also extrem spannend und das Ganze als dreiteilige Serie angelegt. Die erste Folge endet, wie könnte es anders sein bei den „Erben“ eines Hitchcock, mit einem Cliffhanger.

Mysteriöses Verschwinden

In Rückblenden wird gezeigt, was vor dem mysteriösen Verschwinden geschehen ist. Die Geschichte entpuppt sich als ein Schwesterndrama mit aller emotionalen Brisanz. Wahrscheinlich ist ein Mord passiert. Die Großstadtgöre kehrt zu ihrer Schwester in ein kleines Schwarzwaldkaff zurück. Doch das Verhältnis zwischen den beiden ist schwierig und von Eifersucht und Versöhnung geprägt.

Erzählt wird der Plot in Märchenform und es wird bewusst in Märchenkostümen gespielt. Prinzessin, Prinz und böse Hexe kommen ebenso vor wie weitere bekannten Märchencharaktere: Rotkäppchen, Schneewittchen und Aschenputtel – die klassischen Märchenfiguren also

Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin Anna Kiefer, die auch eine kleine Statistenrolle übernimmt, sieht Märchen in der Gesellschaft verankert, in den Rollen zwischen Gut und Böse. Mit dieser Polarität wird hier gespielt. Rotkäppchen bleibt weiter verschwunden. Kiefer, die über die Schauspielerei ins Filmemachen hineingerutscht ist, outet sich „als großer Serienfan“ – und eben das spiegelt sich auch in der Anlage des Filmprojekts wieder: Fortsetzung folgt. Im August dreht die Skaicru-Gruppe – der eingedeutschte Begriff von Sky und Crew, also die Himmelscrew – die zweite Folge des Filmdramas, die im Herbst 2025 herauskommen soll.

Über 40 Akteure

Bei der aktuellen Produktion waren über 40 Leute vor und hinter der Kamera beteiligt. 20 gehörten zur Crew, zehn waren Schauspieler, dazu kamen Helfer und Statisten. Ihre Wurzeln und den Hauptsitz hat die Gruppe von jungen filmbegeisterten Erwachsenen aus dem Kreis Lörrach, die schon seit 2015 gemeinsam No-Budget-Filmprojekte realisieren, in Steinen, wo auch viele Darsteller herkommen. Zugleich besteht die Crew aus einer bunten Mischung von Amateuren und Profis auch von weiter her bis Köln und Paderborn, alle über 18 Jahre, die mit Herzblut an die Sache herangehen, sich Filmwissen angeeignet und immer mehr Equipment zugelegt haben.

Skaicru - seit Oktober mit Vereinsstatus - finanziert sich durch Spenden der Mitglieder, wird aber auch von der Film Funding-Plattform „Pazz Booster“ gesponsert.

Gruppenbild der jungen Filmemacher von Skaicru“. Foto: Skaicru/zVg

Heimliche Hauptrolle

Gedreht wurde an zwölf Drehtagen an besonderen Schauplätzen im Wiesental, viel im Wald um Maulburg. Der Wald ist denn auch das Herzstück der Geschichte, der heimliche Hauptdarsteller. Glück hatten die Crew in dieser Hinsicht auch noch: An den Drehtagen war es neblig – genau richtig für zwielichtige Atmosphäre und Mystery-Stimmung. Denn die Botschaft der ganzen Serie ist ja hinterm Nebel verborgen.

Anna Kiefer fände es natürlich „mega“, wenn der Film sogar im Fernsehen ausgestrahlt würde. Für den Anfang aber ist das Schopfheimer „Scala“ der richtige Ort für die Premiere. Hier kann Skaicru seine neueste Produktion am Samstag zum ersten Mal im Kino zeigen. Die Filmgruppe will aber auch Kontakte knüpfen zu Filmfestivals, um den ambitionierten Streifen einzureichen. „Junger Serienpilot“ wäre genau die richtige Kategorie dafür.

Der erste Teil des Dreiteilers „(Un)gerechtes Spiel“ hat am Samstag, 23. März, um 13 Uhr im „Scala“ in Schopfheim Premiere. Es sind noch Plätze frei.

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