Wittlingen Anzeige sagt auch „Danke“

Mit Schwung kommen die Autofahrer vom Wittlinger Berg hinab. Trotzdem sollen sie nicht zu schnell in den Ort hineinfahren. Mit diesem Ziel schafft die Gemeinde jetzt eine solarbetriebene Geschwindigkeitsmessanzeige an. Foto: Alexandra Günzschel

Wittlingen - Mit der Spende einer Wittlinger Bürgerin an die Gemeinde in Höhe von 2000 Euro soll ein Geschwindigkeitsmessgerät angeschafft werden. Dafür sprach sich der Gemeinderat am Freitagabend bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung aus.

Dank der Senkung der Mehrwertsteuer wird der Preis für das Gerät jetzt sogar knapp unter 2000 Euro liegen. Zunächst war man noch von einem kleinen Mehraufwand ausgegangen.

Angeschafft werden soll ein solarbetriebenes Messgerät mit Textanzeige, das die Geschwindigkeiten in beide Richtungen festhält und auch eine Datenabfrage ermöglicht. Darüber informierte in der öffentlichen Sitzung Bürgermeister Michael Herr.

Damit die Autofahrer nicht zu schnell nach Wittlingen hineinfahren

Die Anlage, die Autofahrer auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen soll, wird im Bereich der Ortseinfahrt vom Wittlinger Berg her kommend angebracht. Die steile abschüssige Einfahrtsstraße ins Dorf erfordert hier gezieltes Bremsen, um rechtzeitig vor dem Ortsschild auf Tempo 50 zu kommen.

Ein Tempo-70-Schild, das die Fahrer schon vor der Einfahrt in den Ort abbremsen sollte, wurde seitens der Behörden entfernt. Das Landratsamt Lörrach hielt das Schild für überflüssig, da man das Ortseingangsschild bereits früh in Sichtweite habe.

Eine Entscheidung, die der Bürgermeister für falsch hält. Im Landkreis gebe es genügend Beispiele dafür, dass ein Tempo-70-Schild ein Stück vor der Einfahrt in einen Ort aufgestellt sei, obwohl die Fahrer das Ortseingangsschild schon sehen könnten, etwa bei Bad Bellingen-Hertingen oder Schliengen, hatte er sich dazu in einer vorherigen Sitzung geäußert.

Die Gegenstimme kam von Gerhard Welzel, der bei einem solchen Geschwindigkeitsmessgerät einen Gewöhnungseffekt befürchtet. Angesichts der Corona-Krise wollte er das Geld zudem lieber erst einmal zurückzuhalten. Beate Klein enthielt sich der Stimme.

Dietrich Hermann wertete das Angebot eines Anwohners, das Gerät doch auf seinem Grundstück aufzustellen, als Zustimmung von Seiten der Bürgerschaft.

Die Anzeigetafeln der Firma ElanCity, der deutschen Tochter eines weltweit agierenden Unternehmens, wie Herr ausführte, bedanken sich explizit bei jenen Fahrern, die das Tempolimit einhalten. Die anderen werden darüber informiert, dass sie „zu schnell“ sind. Dazu leuchtet jeweils die gefahrene Geschwindigkeit auf.

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