Wittlingen Mitreißende Lieder und zauberhafte Magie zum Jubiläum

Seit 1844 frönt man offiziell der Gesangskunst in Wittlingen – Grund für ein glanzvolles Jubiläumsfest der Chorgeneration 2019; rechts im Bild Moderator und Magier Willi Auerbach. Foto: Ines Bode

Wittlingen - Roter Teppich samt goldfarbenem Geländer im Außenbereich, raffinierte Beleuchtung und weiß betuchte Stuhlreihen im Saal: Glanz und Glamour umgaben die Gemeindehalle am Wochenende. Die Mitglieder des Gesangvereins „Eintracht 1844“ blickten auf das 175-jährige Bestehen zurück und feierten das Jubiläum mit Mitstreitern, Musik und Magie.

Ein Jahr geprobt

Zwei Jahre bewegte der Anlass die Sänger, allen voran den rührigen Vorstand um die Vorsitzende und Dirigentin Rosina Mundt-Schneider. Zum Jubiläum indes wurde Gastdirigentin Konstanze Franke angeheuert. Ein Jahr probte sie mit den 24 Interpreten für Galaabend, Sängerfest und Matinee mit der Stadtmusik Lörrach. Erfolgreich suchte man Gastsänger, „ich wollte schon immer im Chor singen“, so eine Wittlingerin, sichtlich inte­griert ins gestärkte Ensemble. Dieses knüpfte hörbar an alte Zeiten an, verstand es, bis kurz vor Mitternacht die Freude am Gesang zu vermitteln. Das Publikum belohnte das Engagement mit begeistertem Applaus, Jubelrufen und Pfiffen, um letztlich Zugaben herbei zu klatschen. Gekrönt wurde der konzertante Part mit stehender Beifallsbekundung.

Stehender Beifall

Anschließend kam es zum Knalleffekt, der Goldregen herab flimmern ließ. Soviel lärmender Begeisterung voraus gegangen war jedoch eine prätentiös sanftmütige Interpretation, teils bis in die letzte Note durchdekliniert. Das Repertoire widmete sich Lebensfreude, Liebe, Fernweh und mehr.

Aus schwerer See gelotst

Textlich wurde es viersprachig, darunter gar lateinisch, so im Auftaktlied „Audite silete“. Englisches Vokabular enthielt „My Bonnie“, ein Evergreen, der überdies als Zweitversion erklang. Sänger Josef verfasste die „Rosina-Rosina-Hymne“, völlig zu Recht, da die Vorsitzende laut Chronik das Vereinsschiff aus der schweren See lotste. Ebenfalls doppelt erklang das lebhafte Chanson „Vive l’amour“. Hier wie an anderer Stelle machten sich die strahlenden Tenöre bemerkbar, die auch bei „The Rose“ oder „Butterfly“ mit tonalem Tiefgang glänzten. Blitzsaubere Sopranstimmen sich etwa bei „Tum Balalaika“ hervor taten.

Gekonnt die Register zog weiter die Schweizer Pianistin Elke Adams, eigens bestellt, um die Qualität der Umrahmung zu garantieren. Mit brillantem Anschlag veredelte sie Spirituals wie „Give Glory“ und „Happy Day“.

Die älteste Stimme gehört Gertrud Moritz, über 80 Lenze zählend, die sich mit ihrem Gatten und Ehrenpräsident Ernst Moritz einfand.

Der Mann, der eloquent für Stimmung sorgte und sich als zauberhafter Magier erwies, war Willi Auerbach. Er brachte „Katastrophen“ wie Ketchup-Flaschen auf die Bühne, zeigte „gefährliche“ Tricks mit Ehering und belustigte süffisant: Dass sein Löffeltrick nicht funktioniere, liege wohl an der Kandidatin aus Schallbach. Ein Lacher.

Kollektive Verblüffung kam mit Kandidat Christof, in dessen Jackett plötzlich Assistentin Elena steckte. Während der Magier die Dame mit Seilen verknotete, gab er Tipps: „Hier lernen Sie was für daheim“. Seine Show bescherte Auerbach eine Saal-Ladung neue Fans, umso mehr, da er galant auf die Veranstalter wies: „Ihr habt heute die Arbeit gemacht“. Die Arbeit wurde von örtlichen und externen Teams gestützt und fügte sich zum stilvollen-harmonischen Gesamtbild.

Noch nie habe er die Stätte so prachtvoll erlebt, gab sich Bürgermeister Michael Herr beeindruckt, dem sich die zweite Vorsitzende Hildegard Eckerlin anschloss. Die Nacht endete wie sie begann: als rauschendes Fest gemäß dem ehrwürdigen Beweggrund.

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