Zell im Wiesental „Diesmal lief es richtig rund“

Nicole Brutschin, Dorothé Damico und Birgit Ritter (von links) sind glücklich, die zweite Impfung im Seniorenzentrum Zell gut über die Bühne gebracht zu haben.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             Foto: Gerald Nill Foto: Markgräfler Tagblatt

118 Bewohner und Mitarbeiter des Seniorentrums Zell sind am Dienstag zum zweiten Mal gegen Corona geimpft worden. Die Erleichterung war der Leiterin der Einrichtung, Nicole Brutschin, am Nachmittag anzumerken.

Von Gerald Nill

Zell. „Es hat total Spaß gemacht, auch wenn es anstrengend war“, berichtet Brutschin. „Das war unser Beitrag für die Bewohner und für die Gesellschaft, aus der Depression zu kommen.“ Natürlich verbinden sich mit dem hoffentlich wirksamen Impfschutz die Erwartungen, endlich zur lang ersehnten Normalität zurück zu kehren.

Der erste Impftermin fand im Bürgerzentrum Zell am Fasnachtsdienstag Mitte Februar statt.

„Diesmal lief es richtig rund“, so Brutschin. Es war ein ordentlicher Auflauf, der für die Aktion anrollte, darunter das elfköpfige mobile Impfteam, das den extrem gekühlten Impfstoff von Biontech Pfizer anlieferte. Aufwand musste auch Birgit Ritter, Ärztin aus Hausen, leisten, die die Spritzen mit einer Mitarbeiterin des Impfzentrums verabreichte, denn alle Impfwilligen mussten vorab durch ein Aufklärungsgespräch informiert werden. Nicht alle wollten sich impfen lassen. Brutschin zählt auf: Vom Seniorenheim erhielten 26 von 36 Bewohnern den Schutz, im betreuten Wohnen 36 von 42 und in der Wohnanlage Haus Wiesental im ehemaligen Krankenhaus alle.

Von den ebenfalls impfberechtigten Mitarbeitern ließ sich diesmal knapp die Hälfte impfen, was wenig erscheint. Aber die Leiterin der Einrichtung ist überzeugt, dass sich die Quote noch auf 75 Prozent steigern lässt.

„Wir atmen auf, dass wir allen Interessenten die zweifache Impfung anbieten konnten“, lehnt Brutschin sich teilweise zurück. Aber nur teilweise: „Ein Stück Restspannung bleibt“, bleibt sie wachsam, „was die Impfung bringt und welche Immunität einsetzt.“ Gleichwohl ist sie überzeugt: „Das ist ein wichtiger Schritt für die Gesellschaft aus der Pandemie.“

Kurzfristig gibt es im Zeller Bürgerzentrum ohnehin keine Entwarnung. Noch drei Wochen bleiben alle strikten Vorsichtsmaßnahmen bestehen. Dazu gehören auch die obligatorischen Tests der Besucher. „Dann schauen wir mal, was die Bundesregierung uns vorgibt.“

Die Bewohner und Mitarbeiter lassen sich dreimal wöchentlich testen, wozu ein Bundeswehrsoldat abgestellt war.

Dass das Haus ohne einen einzigen Corona-Fall durch die Krise kam, führt Brutschin bei aller Vorsicht auch auf pures Glück zurück. „Wir haben alle ein Privatleben, Partner, Kinder.“ Wenn nun langsam das Schreckgespenst vorüberzieht, umso besser.

Eine einzige Spritze blieb übrigens bei der Impfaktion in Zell übrig. Sie erhielt nicht irgendjemand, sondern ging ordentlich zurück ins Impfzentrum Lörrach.

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