Zell im Wiesental „Es müssen mehr junge Leute ran“

Gudrun Gehr
Für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden Roger Mistry und Raimund Götz – Vorsitzender Frank Hutschenreuter gratulierte (von links). Foto: Gudrun Gehr

Der Vorstand des Fanfarenzuges Zell im Wiesental konnte beim Jahresrückblick trotz Pandemie von einigen Aktivitäten berichten. Vorsitzender Frank Hutschenreuter begrüßte die gut besuchte Versammlung im Turbinenhaus und sagte: „Es ist Zeit, dass wieder ein bisschen mehr Kultur und Kontakte für die Menschen stattfinden.“ Der Spaßfaktor kam auch dieses Jahr nie zu kurz.

Von Gudrun Gehr

Zell. Obwohl Zell im vergangenen Jahr öfters zum Hotspot in Sachen Inzidenzzahlen wurde, konnte entweder im Freien, in der Atzenbacher Gemeindehalle oder im Foyer der Stadthalle geprobt werden.

Rückblick

Der einzige offizielle Auftritt erfolgte am Chilbi-Sonntag. Als Ersatz für das zum zweiten Mal ausgefallene Städtlifest wurde auf dem Festplatz ein Grillwochenende veranstaltet. Noch während des Aufbaus zum Grillfest kamen die Nachrichten von der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal und in Nordrhein-Westfalen. Kurzentschlossen wollte der Fanfarenzug einen betroffenen Verein unterstützen.

Mit Hilfe des Verbandes spendete man für die Trompeter Fanfaren aus Erfstadt, deren Vereinsheim samt Inventar überschwemmt und geschädigt wurde. Es konnte die runde Summe von 1000 Euro überwiesen werden. Die Nordrhein-Westfalener Musiker bedankten sich und schickten eine Einladung zum Einweihungsfest, wenn die Sanierung ihres Vereinsheims fertiggestellt ist.

Auch im vergangenen Dezember erfolgte erneut eine Grillaktion mit Verkauf von Linzerkuchen beim Edeka-Markt, der Erlös wurde der Deutschen Krebshilfe überwiesen. Auch mit den italienischen Freunden aus Baio Dora wurde Kontakt bei privaten Besuchen und digitalen Meetings am PC gepflegt. Die Vereinsküche wurde erneuert, das Probelokal wurde neu gestrichen. Anlässlich der Hochzeit des Aktiven Marcus Fritz und seiner Frau Laura erfolgte ein Hochzeitsständchen auf der Burg Rötteln.

Die letzte Arbeitsstunde des Aktiven Bernd Leimgrubers vor seiner Pensionierung bei der VR-Bank in Zell wurde durch einen geheim gehaltenen Auftritt versüßt.

Sorgen bereitet Hutschenreuter der ansteigende Altersdurchschnitt der Aktiven. Zehn Aktive seien bereits über 50 Jahre, drei Aktive über 60 Jahre alt. Der Verein zählt insgesamt 41 aktive und 58 passive Mitglieder, von den neun Ehrenmitgliedern sind vier Personen aktiv.

Ausblick

Hutschenreuter blickte voraus: „Unser großes Ziel heißt sechste Tattoo Parade Basel.“ Die erforderlichen Proben vom Freitagabend müssen hierzu jeweils montags ergänzt werden. „Das bedeutet für uns alle Höchstleistung.“ Die Marschproben für die Veranstaltung am 16. Juli müssen intensiviert werden, aber hier könne ein positives Image des Vereins gepflegt werden.

Auch Auftritte beim Landesverbandstreffen in Villingen-Schwenningen und eine Veranstaltung in Markgröningen stehen vor der Türe.

Finanzen

Kassierer Michael Löffler konnte trotz Ausfalls einiger Veranstaltungen von einem zufriedenstellenden Ergebnis berichten.

Dieses ist bedingt durch die Corona-Soforthilfe des Landes, Spendeneingängen, einer Altpapiersammlung und der „Steak to go“-Grillveranstaltung. Die Kasse wurde von Michele Maturana und Susanne Bährle mit einwandfreiem Ergebnis geprüft.

Chef-Tambour Raimund „Nossi“ Götz zeigte sich zufrieden mit seinen Musikern und hoffte auf regen Probenbesuch. Der Vorstand wurde unter Leitung von Stadtrat Thomas Kaiser einstimmig entlastet.

Verschiedenes

Hutschenreuter erläuterte, dass der Fanfarenzug am Städtlifest-Sonntag an der Tattoo-Parade stattfindet. Grundsätzlich stelle sich die Frage der Weiterführung des Städtlifestes, da der Fanfarenzug bislang mehr als die Hälfte der anfallenden Aufgaben stemmte. Da der Altersdurchschnitt stetig steigt, meinte er: „Da müssen mehr junge Leute ran, wir wollen einen Gang zurückschalten.“ Es wird nunmehr ein Katalog erarbeitet, welche Arbeiten die Stadt und die Vereine erbringen können. Es wird auch noch ein Vereinsparlament-Vorsitzender gesucht.

Ein Grußwort kam von Peter Mauthe, Präsident der Fasnachtsgesellschaft Zell, der sich für das jahrelange gute Miteinander auch in schwierigen Zeiten der Pandemie bedankte. Stadtrat Thomas Kaiser dankte den Aktiven und sagte: „Das Zeller Vereinsleben erwacht so langsam wieder.“ Das Vereinsleben sei ohne Fanfarenzug als musikalisches Aushängeschild nicht denkbar.

Ehrungen und Präsente für fünf Jahre aktives Mitwirken im Fanfarenzug gingen an Alina Kiefer, 40 Jahre aktiv im Fanfarenzug sind Roger Mistry und Chef-Tambour Raimund Götz. Ehrungen gingen an die Passiv-Mitglieder Tanja Ludwig und Florian Eichin (beide 15 Jahre) und an Jörg Zentgraf (25 Jahre).

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