Zell im Wiesental „Giusi vo de Hürusmusik“ regiert

Gudrun Gehr
Das Zeller Narrenvolk huldigte dem neuen Hürus. Foto: Gudrun Gehr

Giuseppe Gazzana ist der neue Zeller Hürus. Das Fasnachtsmotto der Narren aus der Schwanenstadt für die kommende Kampagne lautet: „Wenn’s mol rollt hebsch’s nümmi“.

Mit rund 800 Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt war die Zeller Stadthalle am Abend des ölfte Ölfte. Fasnachtspräsident Peter Mauthe freute sich über den regen Besuch der Veranstaltung.

Spannung lag in der Luft, wer wohl als 54. Hürus die Fasnachtsregentschaft übernimmt und damit Nachfolger von Marco Waßmer, dem Oberschratt von Atzenbach wird. Gelüftet wurde dieses Geheimnis dann um Mitternacht.

Zuvor gab es ein abwechslungsreiches und buntes Programm, das keine närrischen Wünsche offen ließ. Unter Regie von Jens Schleith hatten die Narren monatelang daran gefeilt. Es wurde von den Gästen mit einer Lachsalve nach der anderen belohnt. Jubelnder Beifall und häufiger Szenenapplaus war der Lohn für die Künstler auf der Bühne. Das vierstündige Programm begann mit einem Defilee des Fanfarenzugs mit den Maskengruppen. Das Zeller Fasnachtsmotto der künftigen Kampagne lautet: „Wenn’s mol rollt hebsch’s nümmi“.

Ehrungen

Die erste Ehrung nahm Peter Mauthe vor. Er ehrte Daniel „Hüb“ Becker für die Narrenzunft mit dem Ta-Hü-Verdienstorden. Becker war 1994 als Schrätteli in die Zeller Fasnacht eingestiegen und der Traditionsmaske elf Jahre lang treu geblieben. Seit 2017 ist er Mitglied des Präsidiums, trägt den „roten Hut“ und ist zuständig für Fasnachtszeitung, Plakate und alles, was mit einem PC machbar ist.

Oliver Brüderle vom Verband Oberrheinischer Narrenzünfte nahm zwei weitere, höchste Ehrungen mit dem Verbandsorden in Gold für die verdienten und langjährigen Mitglieder der Zeller Fasnacht Rudi Debes und Christoph Greiner vor. Moderator Thomas Kaiser verstand es, kurzweilig durchs Programm zu führen. Schlag auf Schlag folgte ein Auftritt nach dem anderen. Die Akteure überboten sich schier an Kreativität und Witzigkeit ihres Vortrags, auch die Kostümierung mit Bühnenbild war großartig. Ebenfalls bekam Bürgermeister Peter Palme kräftig seinen Senf ab. Beim „Uusflug zum Wiehnachtsmärkt“ führte sein Doppelgänger eine Gruppe Zeller zum Freiburger Weihnachtsmarkt, und dort wurde das Zeller Lokalkolorit kräftig durchgemischt. Die Familie Hochstatter strapazierte die Lachmuskeln der Gäste mit ihrer Darbietung „Endlich allai“.

Ein Mädeltanz mit einer Formation junger Fasnächtlerinnen beeindruckte mit einer gelungenen Choreografie. Auch Thomas (in dem Fall: Roland) Kaiser präsentierte seine Paraderolle inmitten kreischender junger Anbeterinnen mit seinem Lied „Santa Maria“. Die „Ritter der Schwanenrunde“ - alias Schwafelrunde - setzten dem Programm das I-Tüpfelchen auf, suchten sie doch verzweifelt das Zepter für den Ober-Hürus.

Und dann kommt „Giusi“

Ziemlich genau um Mitternacht lüftete sich das streng gehütete Geheimnis. Die Treppe zur Halle purzelten die Schrätteli hinab und gaben den Blick frei auf den neuen Hürus, der mit seinem Gefolge huldvoll winkend herab schritt. Es ist ein aktiver Musiker der Hürus-Musik, Giuseppe „Giusi“ Gazzana, der das Regentenzepter als Hürus „Giusi vo de Hürusmusik“ ergriffen hatte. Bis in die tiefe Nacht durfte „Giusi“ Glückwünsche und herzliche Umarmungen entgegennehmen.

Die Bildergalerie zum "Öflde Ölfde" in Zell finden Sie hier.

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