Zell im Wiesental Radweg und Hochwasser thematisiert

Dass der endgültige Ausbau des Breitbandnetzes in Atzenbach erst in den Jahren 2023 bis 2025 erfolgen soll, wurde im Ortschaftsrat kritisiert. Foto: Markgräfler Tagblatt

Zell-Mambach/Zell-Atzenbach - Am kommenden Montag geht es am Zeller Ratstisch zur Sache. Der 15-Millionen-Haushalt, der bei einem Minus von knapp einer Million Euro schon zum zweiten Mal in Folge nicht ausgeglichen werden kann, steht zur Verabschiedung an.

In den Ortschaftsratssitzungen am Dienstag in Mambach und Atzenbach wurde das Zahlenwerk relativ klaglos zur Kenntnis genommen. Den Ortschaftsräten beider Teilorte war klar, dass die Corona-Krise großen Anteil an der Finanzmisere der Stadt hat.

In beiden Gremien wurde darauf hingewiesen, dass die Stadt seit etlichen Jahren in keinem Bereich an der Gebühren- oder Steuerschraube gedreht habe. Und dass sich daran auch im kommenden Jahr – sieht man einmal von den Kindergartengebühren ab – nichts ändern werde. Wasser wird nicht teurer, Abwasser auch nicht. Besonders Einar Decker plädierte in Mambach dafür, der Bevölkerung klarzumachen, dass die Steuern und Gebühren bleiben, wie sie sind.

Dabei müssen durchaus erhebliche Investitionen gestemmt werden. Doch Decker meldete sich noch mit dem Hinweis zu Wort, dass weder die Gemeinderäte noch die Stadt Geld einfach nur so verlocht hätten. „Alle haben sich klar für die Sanierung der Realschule und des Schulzentrums sowie für den Bau des Kindergartens ausgesprochen“, versicherte er.

Und auch am Verlust im Freibad von 312 000 Euro, der nur teilweise vom 204 000- Euro-Gewinn bei der Wasserkraft aufgefangen werden könne, habe der Gemeinderat nichts auszusetzen gehabt, erinnerte Ortsvorsteher Klaus Wetzel und schloss mit der Bemerkung: „Mit diesem Verlust haben wir uns abgefunden. Wir werden mit ihm leben müssen.“

Nicht leben dagegen wolle man mit der Ungewissheit, wie es mit der Hochwassersicherung Mambachs sowie dem Radweg vorangeht, der Bestandteil des durchgängigen Radwegs entlang der Bundesstraße und eigentlich Sache des Landkreises sei, der die Verantwortung für das „überregional ausgewiesene“ Teilstück auf Mambacher Gemarkung aber hartnäckig der Stadt Zell aufbürde

. Gerecht sei das nicht, betonte der Ortsvorsteher, und forderte zumindest eine Beteiligung an den Unterhaltskosten, beispielsweise fürs Mulchen, ein. Insgesamt allerdings vertrat Wetzel die Meinung, dass eine dauerhafte Lösung vor allem in Sachen Hochwassersicherung nur gemeinsam mit Stadt, Kreis und Bund gefunden werden könne. Deshalb empfahl er, Gespräche wieder aufzunehmen beziehungsweise fortzusetzen.

 Beklagt wurde, dass auch im neuen Jahr das komplette Vereinsleben auf Eis liegt. „Das schmerzt“, sagte Klaus Wetzel, der vor allem bedauerte, dass das Patroziniumsfest in seinem Dorf ebenso wenig  stattfinden kann wie das Tischtennisspektakel oder die Konzerte des Musikvereins. Einen Hoffnungsfunken gebe es derzeit für das Dorffest, das er in der zweiten Jahreshälfte „vorerst mal“ im Terminkalender notiert habe.

Dass die Kollegen im benachbarten Atzenbach ähnliche Sorgen haben, liegt auf der Hand. Die Haushaltszahlen, bei denen vor allem Atzenbach mit Investitionen in den Kindergarten, die Hallenbühne, die Grundschule, die Aussegnungshalle oder in die Wirtschaftswege gar nicht so schlecht weg kommt, passierten den Atzenbacher Ratstisch praktisch ähnlich schnell wie in Mambach. Bei der Abstimmung über den Wirtschaftsplan der Eigenbetriebe allerdings stellte sich Roman Röhrig auf die Hinterfüße: „Ich kann darüber nicht abstimmen. Ich finde es eine Frechheit, dass ich die Unterlagen dazu als Basis für eine Meinungsbildung erst am Nachmittag kurz vor der Sitzung erhalten habe“, sagte er und enthielt sich der Stimme.

Die dagegen erhob dann noch Marco Waßmer, der mit der Informationspolitik des Eigenbetriebs Breitbandversorgung haderte und nicht zuletzt auch darüber klagte, dass der endgültige Ausbau des Breitbandnetzes in seinem Dorf erst, wie Ortsvorsteher Bernhard Karle mitteilte, auf die Jahre 2023 bis 2025 terminiert sei.

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