Zell im Wiesental Substanz und Alleinstellungsmerkmal

Mit dem Stadtmarketing, auch als „Offensive Innenstadt“ bezeichnet, soll die Entwicklung der Stadt Zell vorangetrieben werden.Foto: Peter Schwendele Foto: Markgräfler Tagblatt

Zum Thema Stadtmarketing traf der Gemeinderat Zell in seiner Sitzung am Montag diverse Grundsatzbeschlüsse. So wird beispielsweise künftig bei Marketingmaßnahmen auf die Themen Schwan und Constanze Mozart gesetzt. Das Bürgerforum brachte den Vorschlag ein, eine „Zeller Zukunftswerkstatt“ in den Prozess zu integrieren.

Von Peter Schwendele

Zell. Vor knapp zwei Wochen hatte der Gemeinderat eine nichtöffentliche Klausurtagung zum Thema Stadtmarketing abgehalten. „Jetzt geht es ans Eingemachte, wir wollen die Strategie auf den Weg bringen“, sagte Matthias Prüller von der Firma Immakomm Akademie, die den Stadtmarketingprozess aus fachlicher Sicht leitet und lenkt. Nach zustimmenden Worten der Ratsfraktionen zur sogenannten „Offensive Innenstadt“ beschloss das Gremium am Montagabend einstimmig im Rahmen des Projekts definierte, folgende Schwerpunkte: Steigerung der Aufenthaltsqualität, Aufbau zusätzlicher Besuchsgründe, Stärkung der Innen- und Außenvermarktung, Vereinfachung der Rahmenbedingungen. Zum Erreichen dieser Ziele sollen unter anderem Netzwerkstrukturen geschaffen werden.

Der Schwan als Symbol

Im Hinblick auf die Positionierung der Stadt Zell rekapitulierte Prüller, dass man sowohl nach innen wie nach außen brauchbare Ansätze gefunden habe. Für die Sichtbarkeit im öffentlichen Raum der Stadt wähle man den Schwan als Symbol und Identifikationsmerkmal. Mit Blick auf die Außenpositionierung werde man das Schlagwort von der „Constanze-Mozart-Stadt“ nutzen. Auch hierfür gab der Gemeinderat einstimmig grünes Licht. „Damit haben wir echte Substanz nach innen und ein Alleinstellungsmerkmal nach außen“, freute sich der Marketingexperte. Thomas Kaiser (SPD) erinnerte daran, dass die Zeller Autorin Heidi Knoblich in der Vergangenheit viel für die Steigerung des Bekanntheitsgrads von Constanze Mozart und deren Verbundenheit mit der Stadt Zell geleistet habe. Knoblich müsse unbedingt in die künftige Arbeit eingebunden werden.

Des Weiteren ging es am Montagabend um die konkrete Organisation der künftigen Aktivitäten. Beschlossen wurde die Installierung eines Projekt-Organisations-Teams.

Michael Gehri ist dabei

Matthias Prüller gab bekannt, dass dessen ehrenamtliche Leitung vom Vorsitzenden des Zeller Bürgervereins, Michael Gehri, übernommen wird, was allgemein auf große Zustimmung stieß. Tenor: Es sei ein Gewinn, Gehri und den Bürgerverein, der seit Jahren vielfältig unterstützend in der Schwanenstadt tätig ist, in den Prozess eingebunden zu wissen. Unter der Lenkung dieses Teams, das städtischerseits von Dominika Anti vertreten wird, sollen sich verschiedene Arbeitskreise themenbezogen (etwa Wegeführung, Corporate Design oder Tourismus und Events) um konkrete Inhalte bemühen.

Als weiterer Baustein wird ein Leerstandsmanagement geschaffen, unter dessen Dach sich ebenfalls verschiedene Arbeitskreise mit der bekannten und dringlichen Thematik der ausblutenden Innenstadt beschäftigen sollen.

Die dritte Oberkategorie stellen die sogenannten „Zeller Wirtschaftsgespräche“ dar, bei denen zum einen regelmäßig übergeordnete Wirtschaftsthemen diskutiert und zum anderen anlassbezogen bei konkreten Projekten agiert werden soll.

Profilieren konnte sich das Bürgerforum mit einigen Anregungen zur künftigen Organisationsstruktur des Stadtmarketings. Von den diversen eingebrachten Ideen wurde letztlich diejenige einer „Zeller Zukunftswerkstatt“ – mit Blick auf die Stadtentwicklung – in das Konzept aufgenommen. Hierbei gehe es darum, „Visionen“ und eine „Agenda für ein lebenswertes Zell in fünf, zehn, zwanzig, dreißig Jahren“ zu entwickeln, erläuterte Fraktionssprecher Bernhard Klauser.

Platzfrage bleibt offen

Nachdem der Gemeinderat auch die künftige Organisationsstruktur einstimmig abgesegnet hatte, ging es abschließend noch um die kurzfristigen Maßnahmen, mit denen der Stadtmarketingprozess gestartet werden soll. Gedacht wird etwa an die Vereinfachung von Wegeverbindungen, die Stärkung der Kundenbindung und die Aufenthaltsqualität auf einer zentralen Platzanlage. Auffällig dabei: Nicht ausdiskutiert wurde die Frage, welchem Platz – dem Sparkassenplatz oder dem Rathausplatz – beim Vorantreiben der Maßnahmen der Vorrang gegeben werden soll. Dieser Punkt war bisher stets umstritten gewesen; die Firma Immakomm hatte indes eindeutig dem Sparkassenplatz den Vorzug gegeben. Am Montag sagte Matthias Prüller: „Wir legen uns jetzt nicht auf einen Platz fest, sondern schauen, was besser funktioniert.“

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