Zell im Wiesental Zell muss Besuchsgründe schaffen

Der Gemeinderat Zell und die Gemeindeverwaltung haben sich in einer Sondersitzung am Mittwochabend entschieden, den Auftrag für die Entwicklung der Innenstadt an die Firma Imakomm Akademie zu vergeben. Zuvor durften deren Vertreter Peter Market und ein weiterer Interessent, die Gruppe Drei, vertreten durch Nico Fieß, ihre Vorstellungen von der Optimierung der etwas in die Jahre gekommene Innenstadt vortragen. Das Votum fiel „mit großer Mehrheit“ für Imakomm aus, so Bürgermeister Peter Palme. Auf Anfrage dieser Zeitung wollte man das genaue Ergebnis aber nicht mitteilen.

Von Christoph Schennen

Zell. Peter Market von der Imakomm Akademie machte auf die hohe Leerstandsquote von 20 Prozent in der Innenstadt aufmerksam. „Wir haben in der Regel einen Wert von zehn bis zwölf Prozent“, so der geschäftsführende Gesellschafter von Imakomm. Zell sei eine Stadt mit geringer Kaufkraft, umso wichtiger sei es, noch nicht gehobenes Kaufkraftpotenzial (zum Beispiel das der 1100 Schüler) zu bergen. Der Geograph stellte fest, dass die Stadt „Besuchsgründe“ schaffen müsse, um mehr Menschen in die Stadt zu bekommen.“ Ein „Besuchsgrund“ sei etwa der Weg auf den Spuren von Constanze Mozart. „Sie haben Themen, aber sie sind nicht spürbar“, lautet die Diagnose des Marketingexperten, der zahlreiche gelungene Beispiele einer erfolgreichen Belebung von Innenstädten vorstellte. Dazu zählen zum Beispiel Maßnahmen wie die Sperrung der City für den Verkehr, die Hilfe bei der Vermittlung von neuen Ladenmietern oder eine Sanierung der Innenstadt. Market plädierte auch dafür, ein bis zwei leer stehende Geschäfte an Gründer zu vermieten, die mit neuen Ideen Leute begeistern können.

Nico Fieß von der Gruppe Drei regte an, die Schaufenster der Kultur und den Vereinen zur Verfügung zu stellen, wo diese dann mit Roll-Ups ihre Freizeitaktivitäten präsentieren könnten. „Das ist interessant für Neubürger“, so der Geograph. Auch die temporäre Installation eines großen Sandkastens in den Sommermonaten könne Publikum in die City holen. Begrünung, die Schaffung von Sitzmöglichkeiten, eine gelungene Beleuchtung der Straßen, Abendmärkte oder Genussevents könnten ebenfalls die Zeller Einkaufsmeile beleben.

Nachdem sich die Agenturen zunächst einzeln präsentieren durften, bestand für die Gemeinderäte und die Bürger die Gelegenheit, die gleiche Frage an beide Agenturen zu stellen. Beide machten auf den ungenügenden Pflegezustand einiger Immobilien aufmerksam. Peter Market wies auf das fehlende Angebot in der Innenstadt hin. Nico Fieß sagte, um Veränderungen durchzuführen, müsse man bereit sein für Impulse von außen. Peter Market setzt auch auf den Nachahmungseffekt. Wenn ein Immobilienbesitzer sein Haus saniere und bekomme durch diese Maßnahme einen neuen Ladenmieter, dann würden andere Immobilieneigentümer ebenfalls investieren, hofft er. In den Innenstadtentwicklungs-Prozess eingebunden werden eine Projektgruppe, in der Vertreter von Handel, Gastronomie, Gewerbeverein, Verwaltung und der Vereine sitzen. Für die Bürger gibt es separate Beteiligungsformate.

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