Zeller Fasnacht Ein Knigge für die Narren

Christoph Schennen
Theo Schindler erläutert den Zeller Narren, wie sie sich zu kleiden haben. Foto: /Christoph Schennen

Theo Schindler war am Freitag bei den Zeller Fasnachtern zu Gast. Der Narrenmeister des Verbands Oberrheinischer Narrenzünfte schilderte ihnen, wie man sich im Umzug präsentiert und welche Musik bei Brauchtumsveranstaltungen laufen sollte.

Theo Schindler ist kein sonderlich strenger Mann, aber wenn es um die Fasnacht geht, muss er die Zünfte gelegentlich ermahnen. Wichtig ist dem Narrenmeister des Verbands Oberrheinischer Narrenzünfte (VON) ein einheitliches Erscheinungsbild. Das machte er bei einem Vortrag vor Vertretern der Vogteien in der Wagenbauhalle der Vogtei Paradies deutlich.

Wer als Teil einer Fasnachtsgruppe bei einem Umzug mitmarschiere, müsse sich komplett vermummen, sagte Schindler. Alles müsse zueinander passen, was zum Beispiel Turnschuhe ausschließe.

Änderungen abstimmen

Wer sein Häs ändern wolle, könne nicht einfach irgendeinen Stoff für sein beispielsweise kaputtes Obergewand verwenden. Er sollte sich bei seiner Narrenzunft melden, die wiederum Kontakt mit dem VON aufnimmt, um herauszufinden, welcher Stoff für das neue Häs angemessen ist. Wer sein Häs ändern wolle, müsse diese Änderung mit dem Verband abstimmen, betonte der VON-Chef. „Wir sagen nicht grundsätzlich ,Nein’“, sagt Schindler. Das Narrenkostüm müsse man als Traditionsgut verstehen; wenn dazu rote Strümpfe gehörten, könne man nicht einfach karierte Beinkleider tragen. Der VON führt ein Häsbuch, in dem alle Häser ihrer Mitgliedszünfte beschrieben sind. Jede Gruppe kann auf Anfrage Informationen zu ihrem Häs bekommen.

Blechbecher – eine Unsitte

Blechbecher sind in Schindlers Augen eine Unsitte. Blinklichter in den Masken stören ihn ebenfalls. „Wir sind keine Aliens“, sagte der Narrenmeister. Ebenfalls gehöre es sich nicht, wenn ein Fasnachter bei einer Brauchtumsveranstaltung nur unterhalb der Hüfte Häs trägt. Auf diesen Veranstaltungen sollte Fasnachtsmusik laufen, aber kein Techno. „Techno und Alkohol erhöhen das Aggressionspotenzial“, sagt der Elztaler.

Sensibilisiert

Die Zeller Fasnachter fanden den Workshop gut, nicht nur, weil Schindler sie wegen ihrer alten Tradition lobte, sondern auch, weil er sie noch einmal sensibilisiert hat. FGZ-Präsident Peter Mauthe bedankte sich mit einem Geschenk bei Schindler.

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