EM in Lörrach Public Viewing nur auf Bildschirmen und nicht als Rudelgucken-Event

Marco Fraune
Eine EM-Übertragung am Impulsiv wird es nicht geben. Foto: Frederik Mayer

Einige Gastronomen wollen Fernseher für EM-Übertragung aufstellen. Und diese bereiten sich schon seit längerem auf ein mögliches Fußball-Fest vor – wobei auch Kritik laut wird.

Nicht nur die deutschen Fußballfans drücken der DFB-Elf bei der bevorstehenden Europameisterschaft im eigenen Land die Daumen. Auch die Gastronomen hoffen, dass die Mannschaft möglichst weit im Turnier kommt. Denn eine Wiederholung des WM-Sommermärchens würde die Kasse kräftiger klingeln lassen. Erst ab dem Viertelfinale rechnet sich laut Hans-Peter Gerber vom „Wilden Mann“ der betriebene Aufwand. Bei den zurückliegenden beiden Turnieren habe sich der Aufwand daher nicht gelohnt.

Impulsiv winkt ab

Bei der Stadt sind bisher keine Anträge für größere Aktionen mit Public Viewing für die EM eingegangen, wie Sprecher Alexander Fessler auf Anfrage mitteilt. Dass der große Hype beim Public Viewing vorbei ist, hatte Sabine Große, stellvertretende Geschäftsführerin des Impulsiv Freizeitzentrums, schon zur Fußball-WM im Jahr 2018 erklärt – und seinerzeit daher im Gegensatz zu zwei Jahren zuvor bei der EM nicht mehr das Rudelgucken vor einer Großbildleinwand angeboten. Eine Wiederbelebung ist nun nicht geplant, wie Große Anfrage mitteilt. „Im Veranstaltungsbereich sind wir inzwischen ganzjährig mit der Durchführung von Hochzeiten und großen Firmenevents sehr gut ausgelastet.“ Daher werde kein Public Viewing zur EM 2024 ausgerichtet. Auch auf dem Meeraner Markt wurde seit Jahren kein großes Public Viewing mehr angeboten.

Bildschirme bei Lokalen

Das heißt nicht, dass Fußballfans nur vor dem eigenen TV alleine oder in Gruppen die Fußball-EM verfolgen müssen. „Einige Gastronomen möchten im Rahmen ihrer Freisitze Fernseher und eventuell Außentheken aufstellen“, weiß Stadtsprecher Fessler um vorliegende Anträge. Darunter befinden sich auch Unterlagen der IG Wirte Alter Markt. Gemeinsam ist laut Gerber eine Beantragung schon vor zwei Monaten erfolgt, wenn auch jeder Wirt seine Aktivitäten plane – also neben dem Wilden Mann auch Alt Stazione, Dreikönig Delikatessen und Café Pape.

Gerber will in der Vorrunde einen Bildschirm draußen an der Hauswand am Wilden Mann aufstellen und die 14 im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehenden Spiele übertragen. Sollte die DFB-Elf ins Viertelfinale einziehen, werden ein weiterer Fernseher und eine Außentheke aufgestellt. Die Resonanz hänge dann auch von einer entfachten Fußball-Euphorie sowie vom Wetter ab, weiß Gerber.

„Verwunderlich und mühsam“

Wenig glücklich ist er über die lange Dauer des Genehmigungsverfahrens, denn einfach so darf er die Theke nicht aufstellen und das Sonnensegel aufhängen sowie bis spät in die Nacht bei einer Verlängerung des Spiels nicht offen halten. Als „verwunderlich und sehr mühsam“ bezeichnet der Wilde-Mann-Chef das Verfahren.

Rechtlich wurde der Weg auch erst in diesem Monat frei gemacht: Der Bundesrat stimmte in der vergangenen Woche in Berlin einer Verordnung der Bundesregierung zu, die Public-Viewing-Veranstaltungen im Freien auch bis in die Nachtstunden möglich macht. Davon Gebrauch machen will zumindest die Lörracher Nachbarstadt: In Weil am Rhein wird aktuell nach Mitarbeitern für Public-Viewing-Veranstaltungen vor der Dreiländergalerie gesucht.

Die Spiele der deutschen Mannschaft sind in Lörrach auf einer Großbildleinwand aber zumindest im Saal des Nellie Nashorn zu sehen. „Egal ob es regnet oder die Sonne scheint, die Platz- und Sichtverhältnisse sind immer optimal“, heißt es in der Ankündigung.

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