Kreis Lörrach Für eine gesicherte Versorgung

Regine Ounas-Kräusel
Im Tafelladen Rheinfelden nimmt die Mitarbeiterin Renate Wajtasik frisches Gemüse in Empfang. Foto: Regine Ounas-Kräusel

Kreis Lörrach - Die Tafelläden im Kreis Lörrach spielen bei der Versorgung von Flüchtlingen aus der Ukraine eine wichtige Rolle: Die Betroffenen erhalten kostenlos Lebensmittel, wenn sie mittellos ankommen. Das Angebot gilt, bis sie bei den Rathäusern registriert sind und Sozialleistungen bekommen. Die seit Kriegsbeginn explodierenden Energiepreise verkraften die Tafelläden unterschiedlich gut.

Von Regine Ounas-Kräusel

Die Tafel in Rheinfelden versorgte Anfang dieser Woche rund 60 ukrainische Frauen, die alleine oder mit ihren Kindern geflohen sind, außerdem drei Männer.

Da die Frauen auch Hygieneartikel, Waschmittel, Schampoo und andere Dinge benötigten, die die Tafel normalerweise nicht anbietet, startete Leiter Harald Höhn einen Spendenaufruf: Am Samstag hätten dann so viele Menschen das Benötigte vorbeigebracht, dass man derzeit alles vorrätig habe, freute er sich im Gespräch mit unserer Zeitung.

Spendenaktion

Auch in normalen Zeiten kann sich der Tafelladen in Rheinfeldens Zentrum auf ein Netz an Kirchengemeinden, Kindergärten und Privatpersonen verlassen, die vor allem haltbare Lebensmittel wie Zucker und Mehl spenden. Höhn lädt zur nächsten Spendenaktion am 9. April beim Hiebermarkt in Grenzach ein.

Leicht verderbliche, frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Brot und Milchprodukte holen die Tafelfahrer täglich bei einer 60-Kilometer-Tour in Supermärkten und Geschäften ab. Noch könne man die explodierenden Treibstoffpreise verkraften, sagt Höhn.

Bislang hatten 300 bedürftige Einzelpersonen und Familien aus Rheinfelden, Grenzach-Wyhlen und Schwörstadt einen Berechtigungsausweis, mit dem sie in der Tafel einkaufen können. Nun hilft das Tafelteam, in dem vor allem Ehrenamtliche tätig sind, auch den Flüchtlingen.

Höhn ist froh um alle Kooperationspartner: Das Tierheim Rheinfelden habe 20 Gutscheine für Futter geschickt und Hilfe angeboten, falls Flüchtlinge ein Haustier mitbringen, das zum Tierarzt muss. Bislang habe man mit einer Frau Futter für ihre Katze gekauft. Ins benachbarte Sozialrathaus könne man die Flüchtlinge direkt zur Registrierung und Beratung schicken.

Dynamische Situation

Die Tafel Dreiländereck Lörrach-Weil versorgte Mitte vergangener Woche zehn Flüchtlinge aus der Ukraine: „Doch wir wissen nicht, wie viele Kunden aus der Ukraine noch kommen“, sagte Reinhard Ihl, Vorsitzender des Vereins „Tafel Dreiländereck“.

800 Haushalte mit Berechtigungsausweis kaufen im Tafelladen in Lörrach-Brombach ein, das von einem 80-köpfigen Team betrieben wird. Finanziell sei man bislang gut aufgestellt, berichtet Ihl. Das Gebäude mit dem Laden, das dem Verein gehört, sei abbezahlt, es gebe Mieteinnahmen.

Den Heizöltank habe man zum Glück noch preisgünstig füllen können. Nur die Treibstoffpreise, die seit Beginn des Ukrainekriegs explodiert sind, machen dem Tafelverein zu schaffen: Immerhin holen die Fahrer zweimal täglich Lebensmittel bei Supermmärkten und Geschäften in Weil und Lörrach, zwischen Steinen und Badenweiler ab.

Die Tafel Dreländereck bekomme keine öffentliche Unterstützung, hält Ihl fest und dankt allen Spendern, ganz gleich ob Privatpersonen, Firmen oder andere Institutionen.

Beim Tafelladen Schopfheim, dessen Träger die Diakonie ist, kann man noch nichts zur Belastung durch steigende Energiepreise sagen. Auch die Schopfheimer Tafel versorgt Flüchtlinge aus der Ukraine: „Hier ist die Situation hochdynamisch“, sagt Tafelleiter Bernt Hasler.

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