Kreis Lörrach Coronavirus: „Jeder kann für Schutz sorgen“

Die Kliniken des Landkreises Lörrach halten sich laut Sprecherin Marion Steger an die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI). Foto: Michael Werndorff

Kreis Lörrach - Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus: Es gibt bereits drei bestätigte Fälle in Baden-Württemberg. Marion Steger, Leiterin Marketing & PR der Kliniken des Landkreises Lörrach, erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, dass Aufklärung und Schutzmaßnahmen nun wichtig seien.

Dafür empfiehlt Steger, die Webseite www.infektionsschutz.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Internet aufzurufen. „Jeder kann selbst für seinen Schutz und den seiner Umgebung sorgen. Dies gilt in der aktuellen Situation genauso wie bei der alljährlichen Grippewelle. Wir bitten alle, die unsere Kliniken mit grippeähnlichen Symptomen aufsuchen, sich gleich beim Empfang zu melden, wo man einen Mund-Nasen-Schutz erhält. Das Waschen und die Desinfektion der Hände sind unabdingbar.“

Zudem hielten sich die Kliniken des Landkreises an die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) und seien bezüglich der neuen Entwicklungen auf dem Laufenden. Mit dem hiesigen Gesundheitsamt, welches die Steuerungsfunktion in solchen Fällen übernimmt, stünde man in Kontakt und koordiniere die Abläufe, betont Steger.

Kliniken folgen einem festgelegten Protokoll

Die Kliniken des Landkreises Lörrach folgten bei einem Verdachts- oder bestätigten Fall einem standardisierten Protokoll. Darin seien alle verdächtigen Symptome, Risikopatienten, Schutz-, diagnostische und Unterbringungsmaßnahmen sowie Meldepflicht, Informationen zum Patienten, Kontaktpersonen, Maßnahmen bei Verlegung, Aufhebung von Hygienemaßnahmen, Aufbereitung und Entsorgung von Kontaktmaterialien sowie Desinfektion definiert.

Bei einem begründeten Verdacht auf eine Ansteckung mit dem Erreger würden die Betroffenen in der Notaufnahme isoliert, die Labordiagnostik eingeleitet und der Fall an das Gesundheitsamt gemeldet werden. Bis zum endgültigen Ergebnis verbliebe der Patient dann in einem Isolierzimmer.

Verlegung nach Freiburg wird nach Fall entschieden

Menschen mit nur einem vagen Verdacht sollten sich dagegen laut der Krankenhaussprecherin an ihren Hausarzt, den hausärztlichen Notdienst oder an das Gesundheitsamt, aber nicht an die Notaufnahme ihres Krankenhauses wenden.

Ob ein bestätigter Fall in die Infektiologie nach Freiburg verlegt würde, müssten die Ärzte mit Blick auf den Krankheitsverlauf, den Zustand des Patienten und die Gesamtsituation in Abstimmung mit der Uniklinik Freiburg entscheiden.

Die Empfehlungen des RKI zum neuartigen Coronavirus werden laut Pressesprecher des Landratsamts Torben Pahl auch von der Kreisverwaltung umgesetzt. Diese stünde in engem Kontakt mit dem Kreiskrankenhaus Lörrach, das sich auf mögliche Behandlungen von Patienten vorbereitet habe. Auch die haus- und kinderärztlich tätigen Praxen im Landkreis würden informiert, sagt Pahl. Man stünde zudem mit dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg in Kontakt, mit dem die Vorgehensweise bei Corona-Erkrankungsfällen eng abgestimmt werden würde.

Notfallpläne existieren für den Landkreis

Es existierten Notfallpläne für den Landkreis, wobei die konkret erforderlichen Maßnahmen sich nach der jeweiligen Situation richteten. „Bei einzelnen Erkrankungsfällen werden derzeit nur für die engen Kontaktpersonen der Erkrankten Maßnahmen empfohlen. Alle darüber hinausgehenden Schritte erscheinen deshalb zum jetzigen Zeitpunkt äußerst unwahrscheinlich“, führt Pahl weiter an.

Die Wahrscheinlichkeit für Erkrankungsfälle im heimischen Kreis sei nach den Ereignissen in Italien zwar gestiegen, aber derzeit werde die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung laut Einschätzung des RKI von gestern weiterhin als gering eingestuft.

Robert-Koch-Institut hat Risikogebiete festgelegt

Personen, die in Italien Kontakt mit einer erkrankten Person gehabt hätten, sollten die Öffentlichkeit meiden und telefonischen Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufnehmen. Wie zuvor für China hat das RKI nun auch für Italien sogenannte „Risikogebiete“ festgelegt.

Diese seien zunächst ausschließlich die Provinz Lodi und die Stadt Vó. Bürger, die Krankheitszeichen wie Fieber, Husten und Atemnot verspürten und sich bis 14 Tage zuvor in dem Risikogebiet aufgehalten hätten, sollten zu Hause bleiben und sich telefonisch an ihren Hausarzt oder an das Gesundheitsamt wenden.

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