Lörrach – Auftritt im Jazztone Musiker widmen ihr Konzert Werner Büche

Regine Ounas-Kräusel
Das Frankfurt Jazz Trio widmete sein Konzert am Freitag dem verstorbenen Gründer des Lörracher Jazztones: eine inspirierendes Mischung aus Jazzstandards, Eigenkompositionen und neu interpretierter Musik anderer Stilrichtungen. Foto: Regine Ounas-Kräusel

Olaf Polziehns facettenreiches Spiel am Piano, begleitet von Thomas Cremer am Schlagzeug und von Martin Gjakonovski am Kontrabass – mehr brauchte das Frankfurt Jazz Trio nicht, um im Jazztone ein inspirierendes Konzert zu spielen.

Mit einer melodisch-schönen Hommage an den italienischen Opernkomponisten Pucchini eröffnete das Trio am Freitagabend sein Konzert. Leichthändig eilten Polziehns Finger über die Tasten, dazu rauschte der Besen des Schlagzeugs, der Bass setzte dunkle volle Akzente.

Die Musiker widmeten ihr Konzert Werner Büche, dem kürzlich verstorbenen Gründer und Motor des Lörracher Jazzclubs. „Es ist uns eine große Freude, mal wieder im Jazztone zu spielen“, sagte Polziehn, als er das Publikum im recht gut besuchten Club begrüßte. Die Musiker erinnerten an ihren ersten Auftritt in Lörrach vor 20 Jahren, an Live-Einspielungen zweier CDs und an die die stets freundschaftliche und verlässliche Zusammenarbeit mit Büche. Wenn man mit ihm etwas abgesprochen habe, sei es nicht mehr nötig gewesen, noch einen Vertrag abzuschließen, schilderte Polziehn.

Das Frankfurt Jazz Trio, das schon seit 1998 zusammenspielt, interpretierte Jazzstandards, Eigenkompositionen, aber auch Musik anderer Stilrichtung wie Country auf seine eigene Weise. Den Song „The Moon is a harsh Mistress“ des amerikanischen Liedermachers Jimmy Webb spielte Polziehn zum Beispiel mit jazzig-schrägen Akkorden am Piano, rhythmisch unterlegt von Bass und Schlagzeug. Die überwiegend älteren Zuhörer lauschten aufmerksam, wippten mit und beklatschen jeden Solobeitrag enthusiastisch.

Am Anfang spielte das Frankfurt Jazz Trio mit lässig entspanntem Groove. Doch mit der Zeit gingen Musiker und Zuhörer immer mehr aus sich heraus, begeisterten sich gegenseitig. Beim Gershwin-Song „Nice work if you can get it“ ließen Gjakonovski und Cremer den Rhythmus schnell pulsieren. Polziehns Finger flogen über die Tasten, improvisierten in schnellen Läufen, flirrenden Akkorden. Die Zuhörer applaudierten mit Pfiffen und Rufen. „Man spürt, dass ihr mit der Musik etwas anfangen könnt“, bedankte sich Polziehn: „Schon allein eure Anwesenheit ist wichtig.“

Nach der Pause drehte das Trio nachmals auf, ließ die Musik fließen, grooven. Zu hören war der Jazz-Hit „all the things you are“ genauso wie Polziehns Eigenkomposition „Hope“, die nach seiner Meinung so gut in unsere unruhige Zeit passte. Der Pianist begann mit übermütig schrägen Tonsprüngen, jagte mit den Fingern über die Tasten. Zusammen mit Schlagzeug und Bass entfaltete er elektrisierend pulsierende Klänge. Mitten in den begeisterten Applaus setzten die Musiker dann einen satten geraden Rhythmus und die Zuhörer klatschen entspannt mit. Erst nach zwei Zugaben ließen sie das Frankfurt Jazz Trio von der Bühne

Es geht weiter

Vor dem
Konzert und in der Pause versorgten ehrenamtliche Clubmitglieder die Besucher wie gewohnt mit Getränken und kleinen Snacks. Selbstverständlich wolle man das Jazztone in Werner Büches Sinn weiter führen, sagte Felix Herrmann vom Vorstand unserer Zeitung. Dank Büches Engagement stünden Konzerttermine schon bis ins Jahr 2025 fest.

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