Lörrach Geringe Impfstoffmenge bleibt der Knackpunkt

Die Schlange vor dem Kreisimpfzentrum ist zuletzt kürzer geworden – mit einer Ausnahme. Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Jetzt darf theoretisch jeder: Am Montag hat die Landesregierung die Impfpriorisierung in den Impfzentren aufgehoben. Viele zusätzliche neue Termine zur Erstimpfung im Lörracher Kreisimpfzentrum (KIZ) am Haagensteg wird es aber vorerst dennoch nicht geben – dafür fehlt der Impfstoff.

Nachfrage höher als Angebot

„Die Nachfrage ist immer noch wesentlich höher als das Angebot und durch die Aufhebung der Priorisierung dürfte der Ansturm jetzt noch größer werden“, erklärte Thorben Pahl, Pressesprecher des Landkreises, am Montag auf Anfrage. „Die Impfzentren erhalten derzeit einfach nur sehr wenig Impfstoff, aber davon hängt alles ab.“

Doch immerhin werden im Lörracher KIZ noch Erstimpfungen durchgeführt. In Ulm beispielsweise wurden laut eines Berichts des SWR von Montag die Terminvergaben für Erstimpfungen wegen des Impfstoffmangels hingegen weitgehend eingestellt. Nach Angaben des Sozialministeriums in Stuttgart sind die Impfzentren derzeit zudem nur zu rund 60 Prozent ausgelastet.

Kapazitäten im KIZ nicht ausgeschöpft

Ähnliches gilt auch für Lörrach: „Für diese Woche haben wir rund 4500 Impfdosen, die sich auf 1800 Erstimpfungen und 2700 Zweitimpfungen aufteilen. Damit ist das Potenzial unseres Impfzentrums keinesfalls ausgeschöpft“, betonte Pahl.

Die maximale Kapazität für das Kreisimpfzentrum beträgt etwa 10 000 Termine pro Woche, verteilt auf sieben Tage. Trotz der Aufhebung der Priorisierung ist die erhaltene Impfstoffmenge im Vergleich zu Ende Mai jedoch sogar gesunken – vom 24. bis 30. Mai wurden 3430 Erst- und 2868 Zweitimpfungen durchgeführt. Die Gesamtzahl der Erstimpfungen durch das KIZ und die Mobilen Impfteams Lörrach betrug laut Corona-Dashboard der Landkreis-Homepage bis zum 6. Juni insgesamt 47 066.

Übertragungsfehler im Buchungssystem führt zu langen Wartezeiten

Der Betrieb im KIZ läuft laut Pahl unterdessen deutlich reibungsloser als noch vor rund einem Monat, als es mehrfach zu langen Wartezeiten kam, was auf ein „externes Problem“ (Pahl) zurückzuführen war. Es habe einen Fehler „im zentral organisierten Impfterminsystem“ gegeben, der dazu geführt habe, „dass mehrere hundert zusätzliche Termine täglich vergeben wurden, die nicht an das Kreisimpfzentrum übermittelt wurden“.

Die Aufarbeitung mit dem Sozialministerium dauert laut Pahl noch immer an.

Lediglich am vergangenen Freitagnachmittag kam es im KIZ erneut zu längeren Wartezeiten von bis zu anderthalb Stunden. „Der Grund war ein einmaliger Übertragungsfehler im Buchungssystem“, erklärte Pahl. Dadurch wurden am Vormittag lediglich 200 Impfungen durchgeführt, während für den Nachmittag rund 1000 Impfungen vorgesehen waren.

„Das war eine ziemliche Unwucht“, erklärte Pahl. Indes habe das KIZ-Team danach Vollgas gegeben und zwischen 13 und 19.45 sämtliche terminierten Impfungen durchgeführt.

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