Lörrach Schulleiter fordern klare Perspektiven

Christine Mörth, Frank Braun und Matthias Hartmann (v.l.) erläuterten den Appell an Stadt und Gemeinderat. Foto: Bernhard Konrad

Lörrach - Mehr Transparenz, ein höheres Maß an Planungssicherheit und damit verlässlichere Perspektiven: Das sind Kernforderungen eines Schreibens der Lörracher Schulleiter und des Schulamts an Verwaltungsspitze und Gemeinderat.

Kürzlich hatten Christine Mörth und Matthias Hartmann als geschäftsführende Schulleiter der Schulen in städtischer Trägerschaft Inhalte des Briefs im Gemeinderat öffentlich gemacht – dies im Beisein zahlreicher Kollegen (wir berichteten). Nun haben Mörth und Hartmann gemeinsam mit Frank Braun, Direktor des Hans-Thoma-Gymnasiums (HTG), diesen Appell an Politik und Verwaltung im Gespräch mit unserer Zeitung konkretisiert und erläutert.

Vorwurf: Stadt Lörrach hat über Jahrzehnte hinweg zu wenig in ihre Schulen investiert

Darin wird zunächst die Bedeutung einer guten Bildungsinfrastruktur als Standortfaktor betont. Indes habe die Stadt Lörrach „als Schulträgerin in den vergangenen zwei Jahrzehnten weder genügend in eine flächendeckende Sanierung und Instandhaltung der bestehenden Schulgebäude noch in die Schulentwicklung – Stichwort: drittes Gymnasium – investiert.“

Den Rektoren sei bewusst, dass die Kommune diesen Investitionsstau nicht von heute auf morgen abarbeiten könne, auch würdigten sie die Investitionsbereitschaft ins Thema Bildung im Haushaltsentwurf 2020. Aber: Dies ändere freilich nichts an der Sachlage, an der Dringlichkeit des Handlungsbedarfs.

Sicherheitsmängel in Hellbergschule, Tumringer Grundschule,  Fridolinschule und HTG

So haben die Schulleitungen gemeinsam mit Schulamt und Regierungspräsidium Freiburg die kommunalen Schulgebäude unter den drei Aspekten „Sicherheit“, „Hygiene“ und „Ausstattung mit Blick auf den Bildungsplan“ analysiert. Dabei habe sich gezeigt, dass etwa das Thema „Sicherheit“ insbesondere die Hellbergschule, die Tumringer Grundschule, die Fridolinschule und das HTG betreffe. Doch sei es von grundlegender Bedeutung, dass die Leiter der Schulen deren Betrieb guten Gewissens aufrecht erhalten könnten, sagten Mörth und Hartmann unisono.

Ein leistungsstarkes Bildungssystem benötige die entsprechenden Investitionen. Deshalb fordern die leitenden Pädagogen für Schulen, die in den vergangenen Jahren nicht saniert wurden, Masterpläne zur Grundsanierung und gegebenenfalls zur Erweiterung. Dies auch vor dem Hintergrund, dass in der bislang ein Mal jährlich tagenden „AG Schulbau“ Maßnahmen von der Verwaltung präsentiert worden seien, die „nur zum Teil mit den Schulleitern betroffener Schulen besprochen worden waren“.

Ungenügend Abstimmung zwischen Stadt und Schulleitungen

Zudem sei mitunter auch „kein Abgleich zwischen der Priorisierung der Schulleitungen und der offenbar vorhandenen Notwendigkeit, die die Stadt sieht“, vorgenommen worden. Immer wieder, so Hartmann, seien Priorisierungen für die Schulen überraschend und ohne entsprechende Kommunikation verändert worden.

Die Unterzeichner fordern deshalb „ein verbindliches, nachvollziehbares und transparentes Planungsraster im Umgang mit der Sanierungsbedürftigkeit der Lörracher Schulen“. Zudem solle der Bau des dritten Gymnasiums planerisch begonnen und dann umgesetzt werden. Wichtig: Dem Raster müsse „Planungs- und Baubeginn einzelner Sanierungs- und Baumaßnahmen entnommen werden können.“

Entwicklung des dritten Gymnasiums läuft schleppend

Insbesondere hinsichtlich des schleppenden Prozesses bei der Entwicklung des dritten Gymnasiums wies Braun abermals eindringlich auf die 17 Wanderklassen im HTG hin. Die Umsetzung pädagogischer Konzepte sei unter diesen Bedingungen kaum möglich.

Zudem fehlten Fachräume – etwa für das neue Fach NWT. Er glaube nicht, so der HTG-Direktor, dass der Campus in den kommenden zehn Jahren eine echte Entlastung erfahren werde. Ihm sei bewusst, dass Bauen immer teurer und durch zahlreiche Vorschriften auch schwieriger werde. Gleichwohl sollte „die zeitliche Planung stabiler werden“ – nicht zuletzt auch im Sinne der Lehrer und der Eltern in Lörrach, denn: „Die Verunsicherung ist groß.“ Um eine Veränderung herbeizuführen, so Braun, bleibe im Grunde nur eine Option: „Man muss bauen.“

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