Lörrach Qualität – aber nicht um jeden Preis

Die Fraktionen haben bereits eine Vorstellung davon, wie der Burghof künftig verortet und finanziell ausgestattet werden soll. Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Der Gemeinderat hat am Dienstag Weichen für die zukünftige Ausrichtung des Burghofs gestellt (wir berichteten). Nun kann die Analyse der begleitenden Büros „Kulturexperten“ und „actori“ beginnen. Eine Debatte über konkrete Zukunftsszenarien wird sich anschließen. Im Grundsatz allerdings haben die Fraktionen bereits eine Vorstellung davon, wie sie den Burghof künftig in Stadt und Region verortet und finanziell ausgestattet sehen.

Der externe Blick auf den Burghof sei richtig, sagt Margarete Kurfeß.

Die Grünen

Der Gemeinderat allein hätte die inhaltliche Weichenstellung nicht vornehmen können, sagt die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Gespräch mit unserer Zeitung.

Es sei sinnvoll und notwendig, auch die finanzielle Situation zu betrachten. Indes sprach sie sich dafür aus, den Burghof „in ähnlicher Form zu erhalten“. Er bereichere die Stadt und sei „aus Lörrach nicht mehr wegzudenken“. Die Erhaltung des Hauses mit eigenem Programm sei anzustreben – was im Detail möglich sein wird, müsse allerdings auch entlang der finanziellen Möglichkeiten gestaltet werden.

CDU

„Fest zementiert ist nichts“, sagt der Fraktionsvorsitzende der CDU, Ulrich Lusche. Er begrüßt ebenfalls den „unabhängigen Blick von außen“, durch den die Optionen für den Burghof unter den gegebenen Bedingungen detailliert abgeklopft werden könnten.

Grundsätzlich solle das Haus als Standortfaktor für Lörrach mit seinem ambitionierten Programm erhalten werden – allerdings nicht um jeden Preis in der gegenwärtigen Form, so Lusche. Auch der Burghof müsse sich „in das Gesamtkonzept der Lörracher Kultureinrichtungen einreihen“. Die ihm zur Verfügung stehenden Finanzmittel müssten in diesem gesamthaften Kontext gesehen werden. Sollte sich zeigen, dass der Burghof in seiner jetzigen Ausprägung nur mit deutlich erhöhten Zuschüssen weitergeführt werden könne, sei dies für ihn keine Option, sagte Lusche.

SPD

„Im Prinzip möchten wir, dass der Burghof als intendantengeführtes Haus mit eigenständigem Programm weitergeführt wird“, sagte Hubert Bernnat für die SPD. Der Burghof sei ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt und genieße in der gesamten Region hohes Ansehen. Die Fraktion begrüße, dass der nun beginnende Prozess von zwei Büros mit ihren jeweiligen Schwerpunkten gemeinsam begleitet werde. Dabei gehe es zwar auch um die genaue Überprüfung der wirtschaftlichen Situation, doch dürfe der Blick in dieser Phase finanzieller Engpässe nicht ausschließlich auf betriebswirtschaftliche Aspekte verengt werden: „Strukturen, die zerstört worden sind, werden sich nicht mehr aufbauen lassen“, sagte Bernnat.

Zudem sei es ein finanzieller Trugschluss, auf ein gelegentlich ins Spiel gebrachtes reines „Veranstaltungshaus“ zu vertrauen. Auch dieses müsste bezuschusst werden, gleichzeitig wäre aber mit einem Imageverlust für die Einrichtung und die Stadt zu rechnen.

Freie Wähler

Auch Matthias Lindemer unterstützt die Beratung durch externe Büros, weil das Kommunalparlament nicht über die Kompetenz verfüge, diese Aufgabe angemessen zu bewältigen.

Schon beim ersten Auftritt von „Kulturexperten“ und „actori“ habe er Ansätze vernommen, die er auch in den vergangenen Jahren bereits gerne gehört hätte, sagte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler.

Künftig wünsche er sich differenziertere Informationen aus dem Burghof – etwa auch, welche Veranstaltungsreihen defizitär seien und welche ein Plus einspielen. Das bedeute nicht, dass der Gemeinderat Einfluss auf das Programm nehmen solle, aber er könnte insgeamt doch ausführlicher informiert werden.

„Die Freien Wähler stehen zum Burghof“, betonte Lindemer – auch als ambitioniertes Haus der Kultur. Aber eine Erhöhung des Zuschusses könne er nicht mittragen, sagte er.

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