Efringen-Kirchen Droht dem Museum die Schließung?

Daniel Hengst
Dem Ober- und Dachgeschoss in der „Alten Schule“ fehlt jeweils ein zweiter Fluchtweg. Foto: Daniel Hengst

Brandschutzauflagen bereiten Sorgen in denkmalgeschütztem Gebäude.

Bei der Kultureinrichtung „Alte Schule“ gingen die Wogen bei der Haushaltsberatung im Verwaltungsausschuss etwas höher. Grund dafür waren die vorgesehenen Investitionen im Museum und wie Gemeinderat Gerhard Kienle als Fraktionsvorsitzender der CDU sagte: „Die Anzahl der Besucher im Museum liegt bei null.“

Das Umsetzen von Maßnahmen des Brandschutzgutachtens, welches allerdings noch nicht vorliegt, und Unterhaltungsmaßnahmen an den Fenstern der „Alten Schule“ stehen mit 25 000 Euro im Ergebnishaushalt. Ferner sind 5000 Euro im Finanzhaushalt für die Neuanschaffung einer Alarmanlage eingeplant. Dies sei für den Betrieb des Museums unvermeidbar, da sonst die Rückgabe von Leihgaben des Landes aus der laufenden Ausstellung drohen würden, ist der Sitzungsvorlage zu entnehmen. Gerhard Kienle legte aus seiner Sicht angesichts der Kosten und des Nutzens noch nach. „Früher waren da zwei Wohnungen drin“, sagte der Fraktionsführer und spielte auf die Wohnungsnot an.

Wichtiger Vereinsraum

Karl-Friedrich Hess hob die Bedeutung des Gebäudes hervor. „17 Vereine nutzen die Räume“, sagte der SPD-Politiker.

Fehlender Fluchtweg

Bürgermeisterin Carolin Holzmüller bat darum, Gebäude und Museum zu trennen. Der Festsaal, um den es den Vereinen vor allem gehe, könne weiter genutzt werden. Dieser verfüge über zwei Ein- und Ausgänge, was dem Brandschutz entspreche. Dies gelte nicht für das Ober- und Dachgeschoss. „Im Museum arbeitet eine Mitarbeiterin und hat keinen Fluchtweg“, sagte Holzmüller, die noch einräumte, dass am Öffnungstag auch noch Besucher in den Räumen wären. Die Bürgermeisterin erklärte weiter, dass daher auch das Dachgeschoss nicht mehr genutzt werde und von zwei Öffnungstagen nur noch einer verblieben wäre.

Foto: Jutta Schütz

Das Gebäude stehe unter Denkmalschutz führte Holzmüller aus, weshalb nicht einfach ein Anbau „herangeklatscht“ werden könne, um Brandschutz und Barrierefreiheit zu erfüllen. Aus Kostengründen käme eher nur ein Treppenlift in Frage.

Besucherzahlen

Die Besucherzahlen wollte Holzmüller nicht so stehen lassen, unterbrach die Sitzung, um sich die aktuellen Zahlen zu holen. „Bis jetzt im November waren in diesem Jahr 31 Erwachsene und 126 Kinder im Museum.“

Vielleicht liege es am Konzept, wurden Stimmen im Verwaltungsausschuss laut. Die Ausstellung im Rathaus sei gut besucht gewesen, vielleicht wäre dies eine Möglichkeit, wie Carolin Holzmüller künftige Lösungsvarianten erklärte.

Kevin Brändlin (FDP/Freie Bürger) war es wichtig zu erklären, dass der Förderkreis „Museum Alte Schule“ eine „hervorragende Arbeit“ leisten würde. Er schlug vor, die Mittel vorerst stehen zu lassen und dem Gemeinderat im Januar eine Entscheidung zu überlassen. Eine Argumentation, der die Ausschussmitglieder folgten.

Brandschutz

Wie Bürgermeisterin Carolin Holzmüller zudem noch erklärte, gebe es ein vergleichbares Problem mit dem Festsaal im früheren Rathaus von Egringen. Selbiger werde genauso regelmäßig genutzt, ebenso für Veranstaltungen. Einen Notausgang oder zweiten Fluchtweg gebe auch in diesem Falle nicht.

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