Efringen-Kirchen Gemeindewald bringt Geld

Daniel Hengst
Im „Einig“, dem Waldstück zwischen Maugenhard und Holzen, befinden sich wertvolle Eichen-Bestände, die durch zwei Stürme in 2023 geschädigt wurden. Foto: Gerhard Schwab

Zwei Stürme schädigten den Eichenwald.

Gute Nachrichten hatte der Forstrevierleiter Gerhard Schwab für die jüngste Gemeinderatssitzung in Efringen-Kirchen im Gepäck. Der Wald spült der Kommune Geld in die Kassen. Rund 156 000 Euro für 2022 und nochmals knapp 200 000 Euro in diesem Jahr. Zwei Stürme haben allerdings in diesem Jahr beträchtlichen Schaden an Bäumen, vor allem im „Einig“ und in Egringen, angerichtet. Der wirtschaftliche Ausblick ist nicht nur deshalb nicht ganz so rosig.

Die Bäume wurden durch die Stürme abgeknickt. Foto: Gerhard Schwab

Die Vorstellung des Betriebsplans für 2024 war das eigentliche Anliegen von Gerhard Schwab, den der Gemeinderat einstimmig annahm. Maßgeblich bestimmt werde dieser von zwei Strumereignissen im Jahr 2023, am 22. Juni und 12. Juli. „Vor allem der Sturm im Juni hat im Gemeindewald große Schäden verursacht“, sagte der Forstrevierleiter, der von circa 2000 Festmetern Sturmholz berichtete. „Betroffen sind vor allem Alteichenbestände im „Einig“ und in Egringen.“ Dabei habe es vergleichsweise wenige Bäume umgeworfen, sondern vor allem die Spitzen der Bäume abgeknickt oder gar abgerissen. Schwab zeigte verschiedene Fotos aus dem Wald, anhand derer zu sehen war, wie Bäumen die Kronen fehlten, der Stamm noch stand, allerdings teils gespalten war. Schwab bedeutete, wie schwer die Vermarktung dieses Holzes sei, da es nicht mehr als Stammholz zu verwenden wäre.

Holzmarkt geschwächt

Im Kontrast zu den zurückliegenden Jahren, würde der Forstrevierleiter den Holzmarkt im kommenden Jahr 2024 eher als verhalten erwarten. „Die Lager sind voll und wir kennen die Situation im Baugewerbe“, sagte Schwab, der vor allem den Rückgang im Bausektor sieht.

Buche als Brennholz

Die Verkehrssicherungspflicht sei weiter ein großes Thema, vor allem bei Esche und Buche. Durch die A 5, die L 237, die B 3 und die Bahn sowie Dauerbaustellen, hätte in diesen Bereichen sofort gehandelt werden müssen, da selbst Straßen direkt nach dem Sturm längere Zeit nicht befahrbar waren.

Die Baumkrone fehlt, der Stamm ist gespalten, so sieht es im „Einig“ aus. Foto: Gerhard Schwab

Die Sturmschäden hätten vor allem Buchen und Eichen getroffen, die statt gute Erträge als Stammholz nun als Bruch, beziehungsweise Brennholz vermarktet werden müssten. Die Abarbeitung sei sehr umfangreich und würde zwei Jahre dauern. Standfeste Bäume, vor allem wenn sie noch grüne Triebe hätten, würden für das zweite Einschlagjahr vorgesehen. Hinzu komme das Eschentriebsterben, dessen Dürräste neben der Sicherheit der Arbeiter auch jene gefährden würden, die den Erholungsraum Wald nutzen wollten.

Eigenverjüngung

In Bezug auf die Wiederaufforstung sagte Schwab, dass Pflanzungen vorgenommen werden müssten. Es habe sich allerdings ebenfalls gezeigt, dass die Eigenverjüngung eingesetzt habe und funktioniere. Es seien zahlreiche Eichentriebe am Waldboden zu sehen.

Zurückhaltende Erwartung

In seinem Betriebsplan rechnet Gerhard Schwab mit gut 320 000 Euro Ausgaben und etwa 326 000 Euro Einnahmen, wobei er ein Plus von ungefähr 5000 Euro annehme. „Die Holzpreise und der Markt können sich aber besser entwickeln“, meinte Forstrevierleiter Gerhard Schwab, der lieber Vorsicht bei seiner Planung walten lässt.

Planmäßiger Verlauf

Bei seinem Rückblick auf 2022 ging der Forstrevierleiter auf den Planmäßigen Verlauf ein, der eine gute Nachfrage nach allen Sortimenten mit sich brachte sowie höhere Preise, vor allem beim Brennholz. 430 000 Euro wurden eingenommen.

Entgegen stünden höhere Aufarbeitungskosten, da alles teurer werde sowie die Kosten für Verkehrssicherung. Nach 247 000 Euro Ausgaben würde ein Überschuss von 156 000 Euro bleiben.

Nochmals profitiert

Das aktuelle Jahr habe noch von den sehr guten Bedingungen auf dem Markt profitiert und Stand November 461000 Euro Einnahmen ermöglicht.

Die Ausgaben für die Unternehmer im Wald, da selbst keine Waldarbeiter beschäftigt würden, seien zwar gestiegen, nach 265 000 Euro Ausgaben bliebe noch ein Überschuss von nicht ganz 200 000 Euro. Allerdings käme noch weiterer Holzverkauf hinzu, auch von der Brennholzversteigerung.

Brennholzversteigerung

Nach Jahren ohne Brennholzversteigerung gebe es jetzt wieder Versteigerungen. In Egringen am 23. Dezember, in Welmlingen am 13. Januar, in Mappach am 27. Januar und in Huttingen am 24. Februar.

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