Lörrach Leuchtturm mit Öko-Siegel

 Foto: Guido Neidinger    

Lörrach - Nach der Insolvenz der Lauffenmühle ist das Unternehmen Geschichte. Dem Firmengelände steht jedoch eine interessante Zukunft bevor. Unter der Regie der Stadt Lörrach soll hier ein Gewerbepark mit ökologisch nachhaltigem Anspruch entstehen: ein „Leuchtturm des Südens“.

„Mit dem Fokus auf nachhaltige Themen soll sich das Areal zu einem Leuchtturmprojekt entwickeln.“ Mit diesen Worten machte Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic gleich zu Beginn einer ausgiebigen Erkundung des weitläufigen Lauffenmühle-Areals gestern deutlich: Hier plant die Stadt Großes – mit ökologisch orientierten Firmen und nachhaltiger Energienutzung. Bis das in die Tat umgesetzt ist, werden jedoch noch einige Jahre ins Land gehen. Im Jahr 2028 will die Stadt am Ziel sein.

Interessante Ideen gefragt

Zunächst aber sind erst einmal Ideen gefragt. Diese will die Stadtverwaltung dem Gemeinderat nach der Sommerpause präsentieren. Als Projektleiter federführend zuständig für die Entwicklung des Lauffenmühle-Areals im Rathaus ist Michael Klatz vom Fachbereich Stadtplanung. Eingebunden ist vor allem für die künftige Vermarktung die Wirtschaftsförderung mit Burkhard Jorg.

Land steuert fünf Millionen Euro bei

„Die Früchte hängen hoch“, ist sich die Bürgermeisterin der Größe der Aufgabe bewusst. Die Voraussetzungen sind jedoch gut. Aufgrund eines Vorkaufsrechts konnte die Stadt das 90 000 Quadratmeter (neun Hektar) große Gelände samt Gebäuden für rund zehn Millionen Euro erwerben. Mit fünf Millionen Euro beteiligte sich das Land Baden-Württemberg. Nur mit dieser Unterstützung sei der Erwerb dieses „Herzstücks im Norden der Stadt“ laut Neuhöfer-Avdic möglich gewesen.

Bange ist der Bürgermeisterin nicht. „Ich spüre großen Mut und große Gemeinsamkeit bei großen Aufgaben“, betonte sie während des Rundgangs. In die Planungen einbezogen werden auch die Flächen außerhalb des eigentlichen Firmengeländes. Somit hat das gesamte Gelände eine Größe von 194 000 Quadratmetern (19,4 Hektar).

Eine Reihe von Gebäuden muss abgerissen werden

Diese große Aufgabe wird bis zu ihrer Erfüllung laut Michael Klatz in vier Phasen unterteilt. Zunächst einmal gelte es, mehr über das Gelände zu erfahren. Große Überraschungen bei den Altlasten werden jedoch nicht erwartet. Klar ist bereits jetzt, dass eine Reihe maroder Gebäude abgebrochen werden muss. „Es steht aber nicht alles auf Abriss. Wir wollen die 250-jährige Firmengeschichte in die Zukunft einbauen“, erklärte Neuhöfer-Avdic. Das gilt vor allem für prägende Gebäudeteile wie die efeuberankte Außenfassade, den weithin sichtbaren Turm oder das Verwaltungsgebäude.

Bevor die Abrissbirne auf dem Gelände zuschlägt, will die Stadt ein filmisches Dokument gemeinsam mit Zeitzeugen erstellen, „um die Lauffenmühle, wie sie jetzt ist, einzufangen“.

Projekt wird in vier Phasen realisiert

Die Erkundungsphase soll bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein. In einem zweiten Schritt soll sich bis 2023 ein Planungswettbewerb anschließen. In das Gesamtkonzept einbezogen werden: Werkhof, Stadtgrün und Feuerwache Nord, die hier einen neuen Kombi-Standort erhalten könnten. In der dritten Stufe erfolgt die Detailplanung, bevor schließlich im vierten Schritt die planungsrechtlichen Grundlagen geschaffen werden und die bauliche Umsetzung erfolgen kann.

Angrenzende Bebauung wird berücksichtigt

Berücksichtigt werden muss bei den Planungen laut Michael Klatz auch die bestehende Wohnbebauung, die sehr nahe an das Lauffenmühle-Areal heranreicht. Losgelöst von dem Gewerbepark, der hier entstehen soll, werden auch die angrenzenden Flächen überplant. Hier sind auch Wohnungen denkbar. Diese gut zehn Hektar große Fläche gehört mehreren Eigentümern. Neben Stadt, Landkreis, Land und Deutscher Bahn sind das mehrere private Eigentümer. „Wir müssen die Konflikte mit der Wohnbebauung gut lösen“, versprach Klatz.

Zwischennutzungen werden angestrebt

In der langen Übergangsphase soll das Lauffenmühle-Areal soweit wie möglich nicht brach liegen, sondern zwischengenutzt werden. Bereits heute sind hier mehrere Handwerksbetriebe ansässig. Die Mietverhältnisse stammen noch aus den Zeiten, als die Firma Lauffenmühle aktiv war. Diese Vermietungen wurden von der Stadt Lörrach übernommen.

Regelmäßig gehen nach den Worten von Burkhard Jorg bereits Nutzungsanfragen bei der Wirtschaftsförderung ein. Jorg nannte die Bereiche Kultur, Gastronomie, Eventmanagement, Logistik und Handwerk. Auch aus dem Freizeitsektor sind Anfragen dabei.

Die Nutzung der Gebäude für gastronomische oder kulturelle Zwecke ist schon aufgrund von Brandschutzvorgaben jedoch nicht möglich. Handwerk und Logistik sind allerdings denkbar – zumindest in den Gebäuden mit guter Bausubstanz.

Das Hochregallager ist gut nutzbar

Dazu gehört das Hochregallager der Lauffenmühle. Hier stimmt die Bausubstanz, und das Gebäude verfügt laut Neuhöfer-Avdic über eine eigene Zufahrt und könnte losgelöst vom Gesamtareal, beispielsweise von einem Logistikunternehmen, genutzt werden. Derzeit lagern hier noch Maschinen, die auf ihren Verkauf in alle Welt warten.

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