Steinen Ochsen wird griechisches Restaurant

Von Ralph Lacher
Ab Februar mit neuem Pächter: der Ochsen in Steinens Ortskern Foto: Ralph Lacher

Frischer Wind aus Südost: Das Gasthaus Hotel Ochsen wird ab Februar als griechisches Restaurant namens Dekos mit Hotel wieder eröffnen.

Von Ralph Lacher

Steinen - Mit deutlich über 300 Jahren Geschichte als Gasthaus, gut 308 davon im Besitz der Familie Pflüger, ist der Ochsen, Hotel-Restaurant am scharfen Eck, die älteste und traditionsreichste Gastwirtschaft in Steinen. Das stattliche, ortsbildprägende Gebäude hat seit gut einem halben Jahr und nach dem Rückzug der damaligen Pächter Tobias und Ursula Dietrich geschlossen. Nun aber wird es wieder Gastlichkeit auf dem „Ochsen“ geben, freut sich Susann Pflüger-König für die Besitzerfamilie darüber, dass ab Mittwoch, 1. Februar, aus dem Ochsen das griechische Hotel-Restaurant Dekos wird.

Spezialitäten von der Halbinsel

Betreiber ist der erfahrene griechische Gastronom Theodoros Dekos mit seiner Familie. Diese habe viel Erfahrung in der Gastronomie und Hotellerie, zuletzt in Oberammergau, erklärt Susann Pflüger-König.

Bieten wird das Team von Theodoros Dekos typisch griechische Küche, also kalte und warme Vorspeisen wie Zaziki, Weinblätter oder Suppen aus Gemüse, mit Fisch und Fleisch und als Eintopf, griechische Bauernsalate und Fisch- und Fleischspezialitäten von der griechischen Halbinsel aus dem Backofen und vom Grill mit Kartoffeln und Gemüsebeilagen. Auch Süßspeisen gibt es und einige deutsche Speisen zur Abrundung. Auf der Getränkekarte dominieren hochwertige griechische Weine, sagt Theodoros Dekos. Das Restaurant der Pächterfamilie Dekos umfasst im Innern und in mehreren Räumen rund 90 Plätze. Weitere 50 Gäste finden im Biergarten vor dem Hotel-Restaurant-Gebäude Platz. Zum „Ochsen“ gehören auch eine Wirtewohnung und ein Hotel mit sieben Zimmern und 14 Betten.

Breites Publikum und auch Vereine

Geöffnet hat das Hotel ohne Ruhetag; im Restaurant sind Montag und Dienstag Ruhetage und Öffnungszeiten von Mittwoch bis einschließlich Sonntag von 12 bis 14 Uhr und von 17 bis 23 Uhr.

„Wir wissen um die Tradition des Ochsen, wollen diese mit neuem Leben füllen und freuen uns auf unsere hiesigen Gäste“, sagt Theodoros Dekos. Er wolle mit seiner Gaststätte ein breites Publikum ansprechen. Dazu sollen auch Vereine nach Proben oder Training zählen.

Mit der Familie Dekos sei ein Pächter gefunden worden, der die Gastro-Szene in Steinen beleben werde, sagt Pflüger-König.

Geschichte des Ochsen

Seit Ende des 17. Jahrhunderts wird das Gebäude als Gaststätte betrieben. 1714 wurde sie von der Schopfheimer Familie Pflüger erworben. Rund 100 Jahre später ließ Johann Friedrich Pflüger den „Ochsen“ in seinem heutigen Erscheinungsbild mit der Eckfassade umbauen.

Im Wappenstein über der Eingangstüre stehen heute noch die Jahreszahl 1833 und die Anfangsbuchstaben der Namen der Eheleute Pflüger. Wieder rund 100 Jahre später, von 1922 bis 1954, wurde die Gaststätte von verschiedenen Pächterfamilien betrieben. Der älteste Sohn von Johann Ernst und Emilie Pflüger, Ernst Ludwig Friedrich Pflüger, übernahm den Ochsen von seinen Geschwistern. Er betrieb den Ochsen aber nie selbst. Die Eheleute Pflüger hatten vier Kinder. Ernst Otto fiel im zweiten Weltkrieg, der vor knapp zwei Jahrzehnten verstorbene Johannes Artur wurde später Bürgermeister von Steinen. Verena Helene lebt als einzige noch.

Der jüngste Sohn, Friedrich Hermann „Fritz“ Pflüger, ausgebildeter Koch und Wirt des Ochsen seit 1954, starb im Alter von 52 Jahren. Zuvor hatte er mit seiner Ehefrau Viktoria Paulina „Vicky“ den „Ochsen“ zu einer anerkannten Adresse gemacht mit der weithin bekannten guten Küche, mit Wild aus eigener Jagd und frischen Forellen aus der Wiese.

Schwester Verena Pflüger wollte die Welt sehen und arbeitete viele Jahre in bekannten, großen Hotels. Von dort kehrte sie später in die Heimat zurück und führte in Steinen lange Jahre eine Pension.

Fritz und Vicky haben drei Töchter, Viktoria Verena „Vicky“ Kropp, Johanna Maria Lorenz und Susann Helene Pflüger-König. Ihnen gehört der „Ochsen“, der seit 1978 verpachtet ist.

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