Efringen-Kirchen Ausstellung unter Dampf

Jutta Schütz
Das Recherche-Team für die neue Eisenbahn-Chronik mit Joachim Weißer (von links), Wolfgang Hugenschmidt, Claus Henrik Linke und Manfred Denz präsentiert das Werk. Foto: Jutta Schütz

175 Jahre gibt es die Eisenbahn am Isteiner Klotz. Eine Ausstellung dokumentiert die Zeitspanne.

Volles Haus bei der Eröffnung der Ausstellung „175 Jahre Eisenbahn rund um den Isteiner Klotz 1848-2023“. Im Foyer des Efringen-Kirchener Rathauses saßen und standen mehr als 70 interessierte Gäste. Diese warteten schon neugierig auf das Eröffnungsprogramm sowie die vielen Fotos und informativen Texte, die auf Stellwänden zu sehen sind. Auch die informative gleichnamige Buchchronik zur Ausstellung, fand gleich reißenden Absatz. Beworben wurde zudem der neue Bahnkalender 2024, den der Förderkreis Museum Alte Schule hat drucken lassen.

Insbesondere die Buchautoren Wolfgang Hugenschmidt, Claus Henrik Linke und Joachim Weißer, welche die Ausstellung konzipiert haben, waren hocherfreut über das große Interesse. Mitgewirkt an der Chronik haben zudem Manfred Denz und Udo Zepf. Mit witzig-satirischen Liedbeiträge zu bekannten Melodien – „Über den Schienen, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ – zu denen aber andere Texte gesungen wurden, begeisterten. Aktuelle Bahnthemen, wie Verspätungen, wurden eingearbeitet, die zu viel Gelächter und Beifall für den eigentlich schon aufgelösten „Lokomotion-Chor – 1435“ führten. Der Chor hatte sich extra für diesen Anlass mit Alfred Rauchfuss, Gustav Walliser, Roland Baltensberger, Reinhard Greßlin und dem im Hintergrund wirkenden Songwriter Thomas Voglgsang noch einmal zusammengefunden.

Projekt gut unterstützt

Udo Zepf, ebenfalls Eisenbahnfan und Vorsitzender der Stiftungsfamilie BSW und EWH (Bahnsozialwerk und Eisenbahn-Waisenhort) übernahm die Begrüßung der Gäste, nannte viele Spender, welche die Ausstellung durch das zur Verfügung stellen von Fotos oder Grafiken und durch Geldbeiträge möglich gemacht hatten, unter anderem viele Betriebe aus Efringen-Kirchen und die Sparkasse Markgräflerland sowie den Förderkreis Museum Alte Schule, die beide eine größere Summe gaben, um unter anderem den Druck der Fotos für die Stellwände zu finanzieren.

Zepf, der zudem auf das Modell des historischen Efringen-Kirchener Bahnhofs der Bahnausstellung zum 150. Jubiläum aus dem Jahr 1998 im Untergeschoss des Rathausfoyers verwies und einen Dank für die Foyernutzung an die „Hausherrin“ Bürgermeisterin Carolin Holzmüller aussprach, nannte auch das Museum Alte Schule mit Museumsleiterin Maren Siegmann als Quelle für Bilder. Der Vorsitzende lud alle Anwesenden ein „in der Ausstellung etwas Neues zu entdecken“. Vom Lokomotion-Chor erhielt er noch für seinen Recherche-Einsatz eine „Original-Schwellenschraube“ überreicht.

Entdeckungen

Neue Bahnthemen hatten die Chronisten entdeckt, etwa die Postkarte einer in Vergessenheit geratenen Drahtseilbahn aus der Zeit des Festungsbaus am Isteiner Klotz. Sie gab den Ausschlag für viele andere Recherchen. Am 8. November 1848 wurde Efringen für kurze Zeit die Endstation der Großherzoglich Badischen Staatsbahn, bis diese Richtung Basel weitergebaut wurde. Kirchen bekam erst 1891 einen eigenen Haltepunkt, denn Kirchen hatte vergessen, rechtzeitig einen Halt zu beantragen verriet Hugenschmidt, der die Chronik vorstellte.

Revolution und Dampflok

1848, das Jahr der gescheiterten deutschen Revolution, war bahntechnisch gesehen ein Großereignis in Efringen. Vom Bahnhof aus wurde umgeladen – Menschen und Waren reisten mit Kutschen weiter nach Lörrach, Weil oder Basel. Hugenschmidt berichtete, dass das gesamte Rechercheteam versucht habe, Ereignisse chronologisch zu ordnen und unbekannte Fakten zu ergänzen. Unterteilt ist das Buch in einen ersten Teil „Die Badische Hauptbahn von der Entstehung bis heute“ sowie „Weitere Bahnanlagen und übergreifende Themen“, wie Katzenbergtunnel, Digitalisierung und das was die Bahn zum Thema Klimawandel leistet, sind nicht ausgespart.

Die Bahn verbindet

Wer sich im Rathausfoyer aufhält, kann die Wartezeit auf einen Rathaustermin nun überbrücken, sich die Ausstellung mit Diorama ansehen und Infokarten, die am Geländer ausgehängt werden, lesen. Bürgermeisterin Carolin Holzmüller begrüßte deshalb die Ausstellung im Foyer, die auch für Gehbehinderte gut zugänglich sei. „Die Bahn verbindet Menschen, sie transportiert nicht nur“, sagte Holzmüller.

Helga Meier vom Museumsförderkreis stellte den neuen, diesmal nicht schwarz-weiß, sondern in Farbe gestalteten Bahnkalender 2024 vor, der ab sofort für fünf Euro unter anderem im Museum Alte Schule und in einigen Geschäften zu kaufen ist.

Die Ausstellung „175 Jahre Eisenbahnen rund um den Isteiner Klotz“ ist bis zum Freitag, 12. April 2024, läuft, wird durch einzelne Exponate zum Thema Bahnbetrieb ergänzt. Besucht werden kann sie zu den Öffnungszeiten des Rathauses.

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